Mediziner-Vorstände verweigern sich einer Veranstaltungs-Teilnahme – Kritik möchten sie deswegen aber nicht hören

Im Mönchengladbacher Krankenhaus Bethesda hat am 9. Februar eine Fortbildungsveranstaltung „Kontinuierliche Internistische Fortbildung“ stattgefunden.
Sowohl der Vorstand der Ärztekammer als auch jener der Kassenärztlichen Vereinigung in Mönchengladbach blieben am Donnerstagabend dieser Fortbildungsreihe fern.
Hintergrund:
Im Oktober des vergangenen Jahres hatte der Chef der Sozial-Holding, Helmut Wallrafen-Dreisow, die ärztliche Betreuung in Pflegeheimen kritisiert.

„Die verantwortlichen und gewählten Vertreter der Gladbacher Ärzteschaft haben die einseitige Referentenauswahl als Affront und Vorabparteinahme gewertet“, erklärte Dr. Arno Theilmeier, Gastroenterologe und Vorsitzender der Bezirksstelle Gladbach der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, in der Rheinischen Post.

Er meinte dort weiter: „Man hätte seitens des Veranstalters eine geschicktere Lösung wählen und zum Beispiel einen externen Referenten einladen sollen.“

Diese einseitige Berichterstattung der RP findet naturgemäß nicht ausschließlich
Zustimmung.
Ein Teilnehmer der Fortbildungsveranstaltung, Werner Schell aus Neuss, schreibt der RP deshalb unverblümt folgendes:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe an der o.a. Veranstaltung teilgenommen und mich dort im Rahmen der Diskussion auch mehrfach zu Wort gemeldet. Die Diskussion war lebhaft und sehr konstruktiv.
Bedauerlicherweise enthält der Bericht insoweit keinerlei Hinweise.
Ich mache daher auf die aktuelle Texteinstellung im hiesigen Internetforum aufmerksam:
http://www.wernerschell.de/forum/neu/viewtopic.php?p=64422#64422
Den dort eingestellten Text habe ich auch unten angefügt.

Es wäre wünschenswert, wenn Sie über die Verbesserungsnotwendigkeiten in der medizinischen, vor allem der medikamentösen, Versorgung der pflegebedürftigen Menschen berichten und weniger auf die Befindlichkeitsprobleme innerhalb der Ärzte eingehen würden.
Die pflegebedürftigen Menschen stehen im Mittelpunkt aller Betrachtungen!
Ich stehe Ihnen gerne für weitere Informationen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Schell – Dozent für Pflegerecht und Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk“

Der selbst für Laien erkennbare Mißstand der medizinischen Versorgung der Menschen in Altenheimen wird nicht dadurch verbessert, dass er totgeschwiegen oder als nicht existent dargestellt wird.
Nur im allseitigen Dialog aller Beteiligten ist eine dringend notwendige Verbesserung erreichbar.
Deshalb sollten sich die „Verweigerer“ solche Animositäten vielleicht besser schenken und über den Dingen stehen die ohnhin keine Prorität haben.