Schlagwort: Arbeitslosenzentrum (ALZ)

  • Arbeitslosenzentrum: Mitglieder der bewährten Einrichtung wählen einen neuen Vorstand

    Arbeitslosenzentrum: Mitglieder der bewährten Einrichtung wählen einen neuen Vorstand

    Karl Sasserath –

    Er kann’s – verständlicherweise – nicht lassen: Karl Sasserath (68), jahrzehntelang Leiter des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ), wechselt in den Vorstand der anerkannten Hilfsorganisation.

    Das beschlossen die Mitglieder in der jüngsten Jahreshauptversammlung. Und hier zeigte sich zudem: Der Gabenzaun vorm ALZ-Haus Lüpertzender Straße 69 erwies sich in der Corona-Pandemie sprichwörtlich als Renner. Bis Ende 2020 konnten Bedürftige hier mehr als 10 000 Lebensmittel in Tüten abnehmen. Kostenfrei.

    Die Pandemie sorgte in der Einrichtung für starke Einschränkungen, legte sie aber keineswegs lahm. Nach kurzer Zeit und unter Einhaltung der Hygienevorschriften wurden wieder Mittagessen ausgegeben. Ambulant und in Warmhalte-Styropor verpackt am Hauseingang. Möglich wurde dies durch Spenden der Gladbacher Tafel, der Aktion Mensch (Gabenzaun) und durch Privatleute. Mittlerweile läuft der preiswerte wie frische Mittagstisch im kleinen Mensabereich des Hauses „fast wieder normal“. 40 bis 50 Personen essen hier – zeitversetzt – täglich gut und günstig.

    Rapide zugenommen hat die Beratung. Nach einem deutlichen Rückgang während des Lockdowns wenden sich nun vermehrt Männer und Frauen an das Beraterteam um Leiterin Justine Krause, Karl Sasserath und Julian Strzalla. Persönlich, per Mail bzw. Telefon. Im Wesentlichen geht es dabei um die wirtschaftliche Absicherung der Hilfesuchenden. Verstärkt Menschen mit Migrationshintergrund und aus der Logistikbranche. Seit Anfang 2021 bietet das ALZ auch kompetente Hilfe bei Fragen „ausbeuterischer Arbeitsverhältnisse“ an. Beispiel: Was tun, wenn der Mindestlohn nicht gezahlt wird, obwohl es dick im Vertrag steht. Sogenannte Beratungskontakte gab es 2020 2404-mal. 357 Personen bekamen Tipps und Formulierungshilfen bei „So bewerbe ich mich richtig“.

    Das ALZ ist längst zum „Treffpunkt für viele im Quartier“ geworden. Das zeigten und zeigen Kunstaktionen (Facing Abteiberg, Roter Faden, die Gruppe „Neue Auftraggeber“ mit kunstvoller wie praktischer Nutzung des ALZ-Gartens) und Gesundheits- und Sportangebote. Beispiel: Fahrradtreff. Mann/Frau radeln durch die Lande, sorgen selbst für persönliche Fitness und gute Laune. Mehr Infos auf der ALZ-Homepage.

    In seinem Lagebericht für das vergangene Jahr verwies Vorstandssprecher Karl Boland auf die anhaltend angespannte Finanzlage des Vereins. „Trotz sparsamer Haushaltsführung“, wie er betonte. Boland wie Krause bedankten sich ausdrücklich bei den Sponsoren (Stadt, Land, EU, Kirchen, Stiftungen, Stadtsparkasse, Aktion Mensch). Sorge bereitet derzeit die Finanzierung zweier defekter Alt-Küchengeräte. „Hier können wir eine finanzielle Unterstützung sehr gut gebrauchen“, sagte Boland. Die Kassenprüfung fürs vergangene Jahr wurde ohne Beanstandungen abgehakt, der Vorstand entlastet. 

    Nach 2020 fällt auch 2021 die Weihnachtsfeier in der Villa Leisse des „ Eli“ coronabedingt aus. Stattdessen werden etwa 120 jüngere wie ältere Bedürftige vom ALZ-Team beschenkt. Es fährt mit Weihnachtsmenü etc. zu den jeweiligen Personen/Familien. Anmeldungen sind erforderlich.

    Bei den Wahlen gab es diese Ergebnisse: Dietmar Jung, pensionierter Pfarrer, gehört dem Vorstand ebenso an wie Karl Boland, Herbert Baumann und Franz Josef Schiller. Da sich Sasserath Ende 2021 als Berater verabschiedet, wechselt er im neuen Jahr in den Vorstand. Alle sind für zwei Jahre bestellt. 

    Wenn Sie mehr über das ALZ und seine Angebote wissen, Mitglied werden bzw. spenden wollen:

    www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    info@arbeitslosenzentrum-mg.de

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  • Erst strikt abgelehnt, dann doch gezahlt

    Erst strikt abgelehnt, dann doch gezahlt

    Das Arbeitslosenzentrum meldet immer mehr Beratungsfälle und beklagt eine zunehmende Behörden-Bürokratie

    Der junge Somalier war verzweifelt. Das Gladbacher Jobcenter hatte ihm Leistungen gekürzt, weil seine hochschwangere Partnerin zu ihm gezogen war. Die ist Niederländerin. Der junge Mann wird vom Beratungsteam des Gladbacher Arbeitslosenzentrums (ALZ) betreut. Das stellt „eine zunehmende Bürokratie, viel zu lange Wartezeiten und immer arbeitsintensivere Fälle“ fest. 

    Der Somalier, von ALZ-Berater Julian Strzalla (39, Foto) begleitet, ist kein Einzelfall. „Seit Monaten heißt es bei uns nur noch beraten, beraten, beraten“, sagt der 39-Jährige. Ob telefonisch, per Internet oder „Face to Face“ – letzteres pandemiegerecht. Seit Corona arbeiten die MitarbeiterInnen im Jobcenter oder anderen Behörden im Lockdown. Terminvergabe beispielsweise für das Ausländer- Einwohnermeldeamt ist nur per Internet möglich. Der hierfür vorgesehene Termintool ist auf drei Monate angelegt, meistens aber längst ausgebucht. MitarbeiterInnen sind telefonisch „so gut wie gar nicht erreichbar“, dann verzögern sich Leistungsanträge an das Jobcenter, weil Papiere „verloren“ gegangen bzw. nicht vollständig seien. Die wiederum müssen in den Briefkasten geworfen werden. Und wandern dann zu einer Drittfirma, die die Papierberge digitalisiert. Das dauert, und erst dann wird der „aktenkundige Fall“ bearbeitet. 

    Zurück zum Somalier. Der kam ins ALZ und fragte Strzalla bei der ersten Begegnung lächelnd: „Sind Sie der Herr Julian“. Was für den Bekanntheitsgrad Strzallas spricht. Und die Tatsache, dass sich die hilfreiche Arbeit des ALZ in Kreisen Betroffener herumgesprochen hat. Der Schwarzafrikaner macht einen Sprachkursus, will studieren. In Eindhoven haben die beiden geheiratet. Die Bitte auf Hartz IV für die junge Frau lehnte das Center ab: Ohne Job kein passendes Aufenthaltsrecht, also keine Finanzleistung. Ihrem Mann wurde daraufhin die Hilfe von 446 auf 401 Euro gekürzt; die Wohnungsmiete senkte man um die Hälfte. Hätte die (kurz vor der Entbindung stehende) Frau beispielsweise einen Mini-Job nachweisen können, wäre das nicht passiert. Auch sie wäre unterstützt worden. 

    Für Strzalla bedeutete das: Er legte – auch hier – Widerspruch ein, stellte einen Eilantrag. Plötzlich signalisierte das Jobcenter: „Wir haben alles neu geprüft.“ Jetzt fließt Hilfe zum Leben.

    Sein Beratungskollege Karl Sasserath: „Wir sind ein Lotse für Menschen, denen das Wasser bis zum Halse steht.“ Immer wieder hätten arme Menschen „große Probleme mit den Behörden“. 

    Manchmal können sich die Berater im ALZ nur noch wundern: Und Kopfschütteln ist ihre vornehmste Reaktion. So auch in dem „Fall“: Ein Kongolese, er lebt seit Jahren in MG und hat zwei (deutsche) Kinder, beantragte bei der Bundesagentur für Arbeit Mönchengladbach einen Bildungsgutschein. Den zu beantragen, hatte ihm der Chef einer Security-Firma empfohlen. Gleichzeitig gab ihm der potentielle Arbeitgeber eine Einstellungszusage für den Fall des erfolgreichen Ausbildungsverlaufs mit auf den Weg zur Arbeitsagentur: Mit dem Schein würde der Afrikaner mit finanzieller Unterstützung für den Arbeitgeber durch das Jobcenter zum Wachmann ausgebildet, würde danach Geld verdienen und ohne „öffentliche“ Hilfe leben können. Die Arbeitsagentur machte aber „von ihrem Ermessen Gebrauch“ – und sagte Nein. Begründung: Der Mann lebe als „Geduldeter“ bei uns, müsste irgendwann die Bundesrepublik verlassen. Behörden-Tipp: Gehen sie zur Ausländerbehörde und „verbessern sie dort ihren Aufenthaltsstatus“.  

    Das dauert (lange). Immer wieder berichten Ratsuchende, dass sie bei der Gladbacher Ausländerbehörde seit Monaten auf einen Termin warten.  Inmitten des behördlichen Dschungels die Wirklichkeit: Der Kongolese aus einem Gebiet mit blutigen Auseinandersetzungen ist seit Jahren hier und wird, so sieht es Sasserath „wie viele andere seiner Landsleute auch in den kommenden Jahren die Bundesrepublik als seine neue Heimat nicht verlassen.“ Die Arbeitsagentur hielt es nicht für nötig, dem Antragsteller einen schriftlichen Bescheid zu schicken. „Ich habe den Vorgang an die Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Mönchengladbach mit der Bitte um Prüfung weitergereicht“, so Sasserath. Ob er von dort eine Antwort erhalte, wisse er nicht…

    Rapide, stellt Julian Strzalla fest, habe der Anteil Hilfesuchender mit Migrationshintergrund zugenommen. Einer der Hauptgründe: Gladbachs größter Arbeitgeber, die oftmals schlecht zahlende Logistikbranche in Güdderath oder Rheindahlen, sei deutlich multinationaler geworden. Mangelnde Sprachkenntnisse vergrößerten die Nöte dieser Menschen ebenso „wie die Anfälligkeit für Verschuldung“.

    Mit ihrer „pschyosozialen Beratung“ erfüllt das ALZ (Lüpertzender Straße 69) eine Aufgabe der Stadt. Mit dem Geld der Stadt bezahlt das Zentrum die gefragte Arbeit des „Herrn Julian“.

    Wenn Sie mehr über das Arbeitslosenzentrum und seine Angebote wissen wollen:

    www.arbeitslosenzentrum-mg.de

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  • Künstler*innen entwickeln ihre Werke mit den Menschen vor Ort

    Künstler*innen entwickeln ihre Werke mit den Menschen vor Ort

    Der Lyriker Thomas Koch zum Beispiel lernte eine junge Syrerin aus dem Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ) kennen und sprach längere Zeit mit ihr. Sie habe trotz der äußerst widrigen Umstände ihren Weg gemacht in Deutschland, sei voller Tatendrang und nutze ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten. Koch machte daraus eine Geschichte – die all das widerspiegelt.

    Kochs Beitrag ist Teil eines multimedialen Kunstprojekts im öffentlichen Raum und hier konkret im Quartier Abteiberg. Zwar wird „Facing Abteiberg“, so der Titel der Aktion vom 18. September bis Ende 2021, vom städtischen Kulturbüro wesentlich gefördert, doch bislang fehlt Geld für einen kleinen Prospekt. Monika Weber, die „Facing“ koordiniert: „Hier würden wir uns über eine finanzielle Unterstützung, beispielsweise von Sponsoren, sehr freuen.“

     Zwischen Friedrichplatz und Abtei-, Flieth- und Hindenburgstraße nähern sich vier Künstler*innen den Menschen, die im Quartier Abteiberg leben, mit ihren jeweils eigenen künstlerischen Ausdrucksmitteln: Das sind die Fotografie, der Sound, die Sprache und die Lyrik.

    Der Fotograf Joshua Eckstein, um ein weiteres Beispiel zu nennen, schaut an der Lüpertzender Straße einem Friseur in dessen Salon mit der Kamera zu. Möglich, dass seine „schnittigen Verwandlungen“ von Menschen wie Du und Ich gleich nebenan in einem wegen der Corona-Pandemie leerstehenden Geschäftslokal großformatig zu sehen sind. „Facing“ eben.

    Monika Weber sagt dazu: „Mit ihren Arbeiten werfen die Künstler*innen einen multiperspektivischen Blick auf diesen städtischen Raum. So entstünden Kunstwerke, die an unterschiedlichen Orten im Quartier Abteiberg erlebbar sein werden. Das schaffe Gelegenheiten, die Menschen im Quartier neu und anders wahrzunehmen und sich ihrer Bedeutung für das Quartier bewusst zu werden. Zu erfahren, wie ihr Leben und Handeln mit dem Quartier eine Wechselwirkung eingeht.

     Gerade im Quartier rund um den Abteiberg leben viele Menschen mit Migrationshintergrund, aber auch viele so genannte „Einheimische“. Das schafft Probleme, aber auch Chancen für ein Miteinander der „vielen Gesichter“.

    Wo was zu sehen bzw. zu hören ist, steht noch nicht genau fest. Die ausgesuchte Straßenecke kann ebenso Schau- bzw. Hörplatz sein wie der öffentliche Platz. Mitwirkende Künstler*innen sind neben Koch und Eckstein Kai Wolf Hoyme (Konzertperformance) sowie die Fotografin Cora Straßburg. 

     „Facing Abteiberg“ startet im Rahmen des Kunst-Wochenendes „parc/ours“ am 18./19. September. Hinter der Kunstaktion steht das Gladbacher Arbeitslosenzentrum (ALZ), dessen langjähriger Leiter Karl Sasserath hatte die Idee dazu. Das Arbeitslosenzentrum selbst ist Teil des Quartiers Abteiberg und hat bereits zwei Ausstellungen realisiert. 2019 zum Abteiberg und 2020 zum Thema Textilstadt.

    Und das sagen beteiligte Künstler*innen zu ihren Beiträgen: Cora Straßburg betont: „Die Menschen am Abteiberg in ihren privaten Umfeld oder am Arbeitsplatz kennenzulernen und sichtbar zu machen, bietet Einblicke, die sonst verborgen bleiben.“ Durch die Präsentation im Quartier werde der öffentliche Raum zur Bühne. Der Betrachter werde so nicht nur zum Publikum, durch seine Präsenz sei er zugleich Teil der Arbeit – von und mit Straßburg. 

    Thomas Koch schreibt über seine Arbeit: Eine lyrische Auseinandersetzung mit einem Menschen aus dem Quartier und seiner Biografie.

    Kai Wolf Hoyme nähert sich den Menschen des Abteibergs mit den künstlerischen Mitteln des Tons. „Stimmen, Sprachen und gesammelte Objekte werden in einer Konzert-Performance eine spannende Verbindung eingehen“, sagt er. Hoyme umkreist mit seiner Arbeit die Beziehungen von Biografie, Sprache, Klang und den Fundstücken, die sich vor Ort finden lassen.

    Joshua Eckstein (Fotograf) meint: „Facing Abteiberg untersucht mittels verschiedener künstlerischer Herangehensweisen die Menschen und ihre Vielfalt im Quartier. Das Porträtieren eines schon lange im Quartier ansässigen Gewerbetreibenden in seinem Geschäft interessiert mich als Schnittstelle zwischen Dienstleistung, Handwerk und Begegnungsraum der Menschen vor Ort.“

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  • Gute Arbeits- und Lebensbedingungen von LKW-Fahrer*innen in Mönchengladbach schaffen – Gründung des Bündnisses „Fair Fahren“

    Gute Arbeits- und Lebensbedingungen von LKW-Fahrer*innen in Mönchengladbach schaffen – Gründung des Bündnisses „Fair Fahren“

    Probleme gibt es viele. Und die sind nicht erst seit gestern bekannt. An Gladbachs Logistik-Standorten – ob im riesengroßen Regio-Park oder in Rheindahlen – haben die Lkw-Fahrer*innen nicht viel zu lachen. Da fehlen Toiletten, Duschmöglichkeiten, um nur zwei  „menschliche“ Beispiele zu nennen.

    Auf Initiative der „Beratungsstelle Arbeit“ des Arbeitslosenzentrums MG eV (ALZ) hat sich jetzt das „Bündnis Fair fahren“  gegründet. Dem stadtweiten Zusammenschluss gehören Arbeit und Leben DGB/VHS NRW e.V.,  die Kirche für Fernfahrer der kath. Betriebsseelsorge MG, der Deutsche Gewerkschaftsbund Stadtverband Mönchengladbach , die Faire Integration beim DGB Bildungswerk, das Beratungsnetzwerk Faire Mobilität  vom DGB, der Förderverein Stiftung Volksverein Mönchengladbach e.V. , ver.di Bezirk Linker Niederrhein und die Beratungsstelle Arbeit im ALZ MG e.V. an. Die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von LKW-Fahrer*innen in Mönchengladbach ist eines der Ziele des Bündnisses Fair fahren. In den vergangenen Jahren entwickelte sich Gladbach zu einem europäischen Logistik-Hotspot. Wurden durch die von der Politik stark unterstützten Ansiedlungen von global agierenden Firmen wie amazon, zalando, esprit, Fiege & Co. einerseits neue Arbeitsplätze geschaffen, entstanden anderseits jedoch Lebensbedingungen, die jeden erschrecken sollten, der an ein gutes Leben in Deutschland gewohnt ist. Dass solche Zustände entstehen könnten, scheint bei den Planungen nicht überblickt oder gar nicht bedacht worden zu sein, vermutet das Bündnis.

    Vertreter*innen von Fair fahren haben sich im Mönchengladbacher Gewerbegebiet „Regiopark“ umgeschaut, ebenso die neuen  Ansiedlungen von amazon und Reuter.de im Gewerbegebiet Rheindahlen oder auf dem Parkplatz für amazon im Nordpark. Sie stellten fest: es fehlen menschenwürdige sanitäre Infrastrukturen für die LKW-Fahrer*innen, von denen die Unternehmen beliefert werden. Transport wird schon seit Jahren so organisiert, dass frühere Lager heute Logistikzentren genannt werden. Sie sind umfunktioniert zu Warenumschlagplätzen, in denen Waren sortiert werden und LKW-Anhänger wurden zu modernen Lagern, während letztere entweder auf der rechten Spur der Autobahn fahren oder auf öffentlich verwaltete Parkplätze abgestellt werden. Erst wenn in den Logistikzentren die Waren „just in time“ gebraucht werden, wird der LKW entladen. Dass diese modernen Lager – die LKW-Anhänger – von Menschen in Maschinen gezogen werden, wurde wohl übersehen: Wie sollte man sich sonst erklären, dass Toiletten und Duschen fehlen,  die regelmäßig gereinigt werden. Diese Situation beobachten wir auch in Mönchengladbach.

    Die eingeschränkten Parkmöglichkeiten zwingen Fahrer*innen immer wieder auch in Gewerbegebieten oder nahe gelegenen Straßen zu parken, nicht zuletzt zum Ärgernis der Anwohner*innen. Weitere Probleme ergeben sich, so das Bündnis, aus dem fehlenden Verkehrsmanagement. Während Verlader, also Auftraggeber, es schaffen, ihre Logistik „just in time“ zu organisieren, teilweise sogar LKW-Anhänger zu kaufen, Apps zur Organisation der Logistik entwickeln, die Fahrer*innen genau minutenvorschreiben, wann und wo sie sein sollen, übernehmen diese Generalunternehmer keinerlei Verantwortung für die Lebensbedingungen und Arbeitsrechte der Fahrer*innen.

    An den genannten Punkten möchte das Bündnis ansetzten und unter Beteiligung der Kommunalpolitik, der Stadtverwaltung, Stadt-Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WMFG) und der Handelskammer Mittlerer Niederrhein die Anpassung und Verbesserung der Rahmenbedingungen in Mönchengladbach erreichen. Zudem schrieb das Bündnis u.a. Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD)  und bat ihn um seine Unterstützung. Konkret bittet das Bündnis ihn um einen regelmäßig tagenden Arbeitskreis der Beteiligten. Schließlich dulde das „ernste Thema“ keinen weiteren Aufschub.

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  • Arbeitslosenzentrum: Mittagessen wieder möglich

    Arbeitslosenzentrum: Mittagessen wieder möglich

    Wer will, kann sein preiswertes Essen weiterhin abholen.

    Eigentlich ging der Herd nie aus. Denn zu „Corona-Zeiten“ mit hohen Infektionszahlen konnte das bestellte Essen am Hauseingang des Arbeitslosenzentrums, ALZ, an der Lüpertzender Straße 69 abgeholt werden.

    Ab Mittwoch (16. Juni) kehrt das ALZ zur  gewohnten Praxis zurück: Es darf wieder in der kleinen Mensa im Altbau gespeist werden. 

    Nicht nur ALZ-Leiterin Justine Krause ist erleichtert: „Wir setzen die aktuell geltenden Bestimmungen in Mönchengladbach konsequent um.“ Das bedeutet: Essen im Haus ist möglich. Erleichtert wie erfreut sind verständlicherweise auch die vielen Menschen mit wenig Einkommen. Sie können nach so langer Zeit in fast gewohnter Atmosphäre ein preiswertes wie gutes Essen zu sich nehmen. Und die sozialen Kontakte – der Plausch mit dem Nachbarn, der mit nötigem Abstand in der Nähe sitzt – ist ebenfalls wieder möglich. 

    Eintopf; Foto ALZ

    Leiterin Krause erläutert die „Teilnahmebedingungen“:  Für zwei Euro erhalten Personen mit Leistungs- oder Rentenbezug ein ausgewogenes Mittagessen mit Salat oder Suppe und Nachtisch. Menschen, die mehr Geld haben, zahlen jeweils vier Euro. Der Zutritt ist ohne Test oder Impfung möglich. „Natürlich gelten die allgemeinen Abstands- und  Hygieneregelungen wie die Maskenpflicht bis zum Sitzplatz“, so Krause. 

    Zudem werden die persönlichen Daten der Besucher*innen erfasst.  Das ist im ALZ derzeit ebenso vorgeschrieben wie im Innenbereich der Gastronomie.

    Wer will, kann sein Essen auch weiterhin mitnehmen. Auch hier bitte vorbestellen. Das erleichtert den Küchenbetrieb um Chefin Ellla Heiniz. Die Abholzeiten sind von 11.30 bis12 Uhr (Mo-Fr). Von 12 bis 13.30 Uhr kann im Haus gegessen werden.

    Freitags ist nur das Essen zum Mitnehmen möglich. An diesem Tag bekommt das ALZ Lebensmittelspenden von der Gladbacher Tafel – und da ist jede Arbeitskraft gefragt, informiert Krause.

    Vor Corona aßen im Stadtmitte-Zentrum rund 60 Personen täglich – auch Alleinerziehende mit ihren Kindern. Der Essens-Service gehört zu den Angebots-Säulen des ALZ aus Sozial- und Erwerbslosenberatung, Bewerbungstraining, Beratung gegen ausbeuterische Arbeitsverhältnisse sowie Kursen für gesundes Leben mit Sport, Kreativität, Ernährungsberatung. 

    Dass das ALZ ein frisches, preisgünstiges Essen in der eigenen kleinen Küche zubereitet, ist nur dank Spenden möglich.

    Wer noch Fragen hat, meldet sich am besten unter 02161/ 912648. „Das ALZ freut sich auf Ihren Besuch“, lacht Krause.

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  • Janann Safi: „Das ALZ ist in guten Händen“

    Janann Safi: „Das ALZ ist in guten Händen“

    „Ein guter, offener Austausch, geprägt von gegenseitiger Wertschätzung“ – so bewerteten die Drei das Ergebnis einer lebhaft geführten Videoschalte. Die Drei, das sind Justine Krause, Karl Sasserath vom Arbeitslosenzentrum (ALZ) und Janann Safi. Der Jura-Student ist jüngster Fraktionsvorsitzender der SPD im Gladbacher Stadtrat und gleichzeitig oberster Aufseher der stadteigenen Entwicklungsgesellschaft (EWMG).

    Krause, die neue Leiterin des ALZ, und ihr Vorgänger Sasserath hatten das Gespräch mit dem 23-Jährigen angeregt. Safi wiederum zeigte sich „sehr interessiert“ und sagte spontan zu. Im Mittelpunkt der Videokonferenz stand das breite Angebotsspektrum des ALZ und die Probleme infolge der Corona-Pandemie. Detailliert ging es auch um die erfolgreiche „Arbeit im Quartier“, die sich mit Sport-, Kultur-, Gesundheits-Angeboten etc. nicht nur an die  BesucherInnen des ALZ, sondern auch an die weiträumige Nachbarschaft des Zentrums an der Lüpertzender Straße 69 wendet.

    Nicht nur als Politiker, auch als Mensch würdige er die jahrelange, wertvolle Arbeit des ALZ, betonte Safi. Die Gladbacher Sozialdemokratie habe nie einen Zweifel daran gelassen, dass die Einrichtung für Bedürftige „unersetzbar“ sei. Diese „Tradition“ wolle und werde er fortsetzen. Safi sind die Diskussionen um den ALZ-Erhalt am jetzigen zentralen Standort sehr wohl bekannt, auch, dass die auf Spenden und Zuschüsse angewiesene Einrichtung viel Engagement aufwenden’ muss, nicht in die finanzielle Schieflage zu geraten. 

    Das ALZ sei mit Justine Krause weiterhin in guten Händen, sagte Safi. Karl Sasserath bleibt dem ALZ nach seinem jahrzehntelangen Engagement bis Ende 2021 erhalten. Als gefragter Sozialberater und hilfreicher Tipp-Geber. 

    Ein Thema in der Runde war auch der Zustand des stadteigenen Altbaus. Er wird von der erwähnten EWMG verwaltet. Als „sehr erfreulich“ werteten Krause wie Sasserath, dass zuletzt uralte „Bröckelfenster“ im „ALZ-Haus“ erneuert wurden. Weitere, teilweise aufwändige Sanierungsarbeiten stehen an – ob beim Dach, Barrierefreiheit usw. Auch hier war Safin, Aufsichtsratschef der EWMG, ein aufmerksamer Zuhörer. Er werde darüber in den „zuständigen EWMG-Gremien reden“, betonte der Sozialdemokrat abschließend.

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  • Justine Krause leitet das ALZ –Karl Sasserath bleibt gefragter Ratgeber

    Justine Krause leitet das ALZ –
    Karl Sasserath bleibt gefragter Ratgeber

    Sie will das ALZ „interkulturell weiter öffnen“, sagt Justine Krause. Die 25-Jährige ist neue Leiterin des Arbeitslosenzentrums (ALZ) in Stadtmitte. Krause

    löst in dieser Funktion den langjährigen ALZ-Leiter Karl Sasserath (67) ab. Der bekannte Diplom-Sozialarbeiter bleibt dem stark gefragten Zentrum als „Berater und Ratgeber“ bis Ende 2021 erhalten. 

    Darauf hatte vor allem der Vorstand des Trägervereins „großen Wert“ gelegt. „Wir können und wollen gerade in der Phase des Übergangs auf den großen Erfahrungs- und Wissensfundus von Karl nicht verzichten“, betont Vorstandssprecher Karl Boland. 

    Dass Sasserath („Das ALZ ist mein Lebenswerk“) noch für Monate (und darüber hinaus in anderer Funktion) weiter aktiv bleibt, steht auch im Zusammenhang mit dem neuen Aufgabenfeld „Ausbeuterische Arbeitsverhältnisse“. Hiervon sind gerade arbeitende Menschen aus Ländern wie Bulgarien, Rumänien oder Tschechien betroffen. Arbeitsrechtlich skandalöse Missbrauchsfälle gab und gibt es nicht nur in der Fleischindustrie. Betroffene erhalten Hilfe und Ratschläge im ALZ, auch in der jeweiligen Landessprache.

    Justine Krause arbeitet seit Ende 2019 im ALZ und war hier für das Projekt „Gesund im Quartier“ verantwortlich, das von den Krankenkassen finanziert wird. Konkret: Sport wie Lauftreff oder Gymnastik, aber auch Mediation und Gespräche untereinander sollen die Menschen fitter machen und damit ihr Lebensgefühl verbessern bzw. stärken. Das Angebot ist nicht nur für Langzeitarbeitslose bestimmt. Mehr Infos zum Thema Gesundheit, das mit einer neuen MitarbeiterIn fortgeführt wird, erfahren Sie auf der ALZ-Homepage. 

    Sozialwissenschaftlerin Krause ist eine junge Frau aus dem Leben. In Gelsenkirchen geboren und aufgewachsen, bekennt sie sich zu ihrem Lieblingsclub Schalke 04 und schmunzelt vielsagend, wenn sie berichtet, dass „ich gerne Funkenmariechen“ war. Sobald das nach Corona möglich ist, will sie wieder Handball spielen. „Sport im Team, das mache ich sehr gerne“, lacht die 25-Jährige. Sie wohnt in Essen.

    Studiert und Praktika absolviert hat Krause in Salzburg, Braunschweig, Berlin und Essen. Ihren Master schrieb sie zu „Gesundheitsversorgung von Menschen mit Fluchthintergrund“. Wenn sie das ALZ verstärkt interkulturell öffnen will, dann erscheint das nur konsequent: Immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund suchen (und finden) hilfreiche Angebote in dem Quartiers-Zentrum. Das wiederum will sie mit ihrem Team „noch stärker in den Blickpunkt“ stellen. 

    „Und“, betont sie, „wir müssen digitaler und jünger werden“. Boland: „Ein erster Schritt ist getan, wir sind froh, eine junge wie kompetente Führungskraft verpflichtet zu haben.“

    Das ALZ bietet neben der Erwerbslosen- und Sozialberatung auch das Bewerbungstraining für einen neuen Job, den Mittagstisch und das Gesundheitsprogramm. Wegen Corona werden die frisch zubereiteten Essen am Hauseingang ausgegeben; Beratungen erfolgen telefonisch und/oder digital. Sozialberater Julian Strzalla (ALZ): „Der Beratungsbedarf ist spürbar gestiegen.“

    Mehr Infos unter: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

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  • „Wir sind farbiger geworden“

    „Wir sind farbiger geworden“

    Irene Fischer verlässt nach 18 Jahren Tätigkeit das Arbeitslosenzentrum und wechselt in den (Un-)Ruhestand.  
    Karl Boland: „Wir verabschieden eine großartige Mitarbeiterin“.

    Wenn man sie fragt, wie sie es so lange aushalten konnte, dann denkt sie nicht lange nach, lacht kurz und sagt: „Menschen zu helfen, die Hilfe benötigen, das gibt mir ein gutes Gefühl, das motiviert mich immer wieder.“ Die mit dem guten Gefühl und der großen Hilfsbereitschaft verlässt jetzt das Arbeitslosenzentrum, ALZ. Nach 18 Jahren sagt Irene Fischer (63, Foto) Tschüss. Der Abschied von ihr fällt auch manchen KollegInnen und BesucherInnen des Zentrums nicht leicht.

    „Ich habe mich für das Soziale entschieden“, sagt die Frau, die im ALZ eher lautlos die Verwaltung lenkt und leitet. Sie ist der erste Kontakt – ob am Telefon oder persönlich. „Irene“ begrüßt und fragt die Menschen aus: Wollen sie eine Beratung und welche, benötigen sie Unterstützung beim Erstellen der Bewerbungsunterlagen für einen neuen Job oder möchten sie bei uns essen bzw. gesundheitsfördernde Kurse besuchen. Wer beispielsweise den preiswerten, täglichen Mittagstisch genießen will, der muss seine Bedürftigkeit nachweisen und bekommt dann – von Frau Fischer – die nötige Treffkarte.

    Routiniert erledigt sie den Schriftkram, trägt zur Beantragung von Zuschuss-Anträgen bei, macht die Statistik und hält engen Kontakt zu den KollegInnen. Transparenz und Teamwork ist auch für sie „enorm wichtig“. Für die 63-Jährige in Corona-Zeiten selbstverständlich: Sie packt mit an, wenn das warme Mittagessen am Hauseingang und der Gabenzaun vorm Haus an der Lüpertzender Straße mit lebenserhaltendem Inhalt ausgegeben bzw. bestückt wird. Vermissen wird sie die „schöne Weihnachtsfeier“. Mehrere Stunden bescherte das ALZ-Team jährlich rund 150 Menschen eine stimmungsvolle Feier. Irene Fischer war bei den Vorbereitungen stets der Dreh- und Angelpunkt. 2020 wird es eine solche Feier nicht geben. Corona lässt das nicht zu. „Dennoch wollen wir die bedürftigen Menschen in dieser besonderen Zeit nicht alleine lassen“, sagt ALZ-Leiter Karl Sasserath. Für diese Menschen gibt es einen „besonderen, persönlichen Weihnachtsgruß“, so der Leiter. 

    Schlüsselerlebnisse hat Irene Fischer in den 18 Berufsjahren so einige gehabt. Unvergessen eine Situation, in der ein Mann um die 50 mit Weinkrämpfen vor ihr stand und um Hilfe bat: „Ich habe immer gearbeitet, jetzt ist mein Job weg, wie soll es da mit meiner Familie und mir weitergehen?“, stammelte er. Irene Fischer und das ALZ-Team konnten den Gladbacher erst einmal beruhigen. Später fand er eine neue berufliche Tätigkeit. Im Laufe der Jahre entstanden Freundschaften zu BesucherInnen.

    Hat sich das ALZ im Laufe der Zeit verändert? „Ja, auf jeden Fall“, sagt die 63-Jährige. „Wir bieten mehr dringend notwendige Hilfen an, und wir sind bunter geworden.“ Gemeint: Die „Kundschaft“ ist internationaler geworden – mehr jobsuchende Menschen haben Migrationshintergrund. Irene Fischer liebt ihre Familie. Der Familienmensch hat nun mehr Zeit u.a. für die fünf Enkel und vor allem für ihren Mann Rudi. Familienalben will sie „endlich vervollständigen“, wieder mehr stricken. Und Mary soll auch mehr von ihr haben. Die Katze kam wie ihre Geschwister im ALZ-Garten zur Welt. Und gehört seitdem zu den Fischers.

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  • Der tägliche Tanz auf der Rasierklinge

    Der tägliche Tanz auf der Rasierklinge

    Die Finanzlage des ALZ, des Zentrums in Stadtmitte, ist weiterhin angespannt. HelferInnen sind willkommen. Mittagstisch ab November wieder im „Normalbetrieb“.

    Gladbachs Arbeitslosenzentrum (ALZ) will den gefragten Mittagstisch ab November wieder in der „Haus-Kantine“ servieren.  

    „Das geht selbstverständlich nur mit strengen Hygiene- und Abstandsregeln“, sagte ALZ-Leiter Karl Sasserath in der gut besuchten Mitgliederversammlung. Auch 2019 blieb die Finanzlage des Zentrums angespannt –  dies bei mehr Angeboten für die BesucherInnen und die Menschen im Stadtteil. Und: Das ALZ sucht dringend HelferInnen mit Ideen und Engagement. 

    Noch werden die täglich 50 bis 60 Menüs frisch in der eigenen Küche zubereitet, dann wärmeerhaltend verpackt und an Bedürftige am Hauseingang Lüpertzender Straße 69 ausgegeben. Ein Kraftakt für das ALZ-Team. In Kürze wird quasi ein Schichtsystem eingeführt: Jeweils weniger Menschen werden zu Tisch gebeten, ihr Aufenthalt wird genau erfasst, Hygieneregeln (Mund-Nasen-Schutz etc.) sind ebenso vorgeschrieben wie Abstände an den Tischen. Das „Konzept Essen zu Corona-Zeiten“ ist mit der Stadt abgestimmt und für gut befunden worden. 

    2019 wurden insgesamt knapp 10 000 Essen ausgegeben. Das waren durchschnittlich 47 je Tag. Bedürftige zahlen zwei Euro/Mahlzeit. Zu Beginn der Pandemie war das Haus für BesucherInnen geschlossen worden, folglich auch der Küchenbetrieb. Kurz darauf waren Essen von SpenderInnen verteilt, dann die Küche wieder geöffnet worden. Parallel wurde der Gabenzaun mit täglich 45 Lebensmittel-Tüten behängt.

    „Auf weiterhin hohem Niveau“ (Sasserath) entwickelte sich der Beratungsbereich. Ob Fragen zu Hartz IV, Kündigungsschutz, Mindestlohn oder Mietproblemen – 2254 Personen bekamen Tipps, Antworten. Der Anteil der ratsuchenden Frauen war fast genau so hoch wie der der Männer. 

    Beim Angebot „So bewerbe ich mich richtig“ für einen Job unterstützte das ALZ knapp 340 Menschen, 213 waren Frauen. Auch hier melden sich zunehmend (jüngere) Personen mit Flüchtlingshintergrund.

    Sehr erfolgreich ist das Gesundheits-Programm mit Leiterin Justine Krause angelaufen. Behutsam und mit Partnern bietet sie sowohl ALZ-Kunden als auch Menschen in der Nachbarschaft gesundheitsfördernde Kurse an, dazu gehören gesunde Ernährung, kulturelle Teilhabe wie der Besuch des Museums Abteiberg und vieles mehr. Wert gelegt wird auf das aktive Mittun jedes Einzelnen. Mehr dazu: www.arbeitslosenzentrum-mg.de

    Infolge des Quartierskonzeptes, zu dem der Stadtrat das ALZ verpflichtete, hat sich die Einrichtung deutlich nach Außen geöffnet. Will sagen: Menschen ohne Job und/oder in prekären Lebenslagen werden weiterhin intensiv begleitet, aber auch BewohnerInnen im Quartier nutzen kulturelle Angebote (Ausstellungen, Installationen), Info-Veranstaltungen. Der Garten hinterm ALZ-Haus ist/wird Schauplatz der Begegnung: mit Kunst-Objekten, Gartenprojekt von Huma-Gymnasiasten und ALZ-BesuchernInnen. 

    Ziel der Quartiersarbeit ist es, das ALZ am jetzigen Standort zu erhalten. Dazu gehören allerdings umfängliche Sanierungen/Umbauten, die Geld kosten. Das ist aber (noch) nicht da. Auch der neue OB Felix Heinrichs (SPD) hatte beim Gespräch mit ALZ-Vertretern keinen Zweifel daran gelassen, dass das Zentrum da bleiben soll, wo es ist. Die Daseinsberechtigung sei wegen der Nachfrage unstrittig. 

    Die finanzielle Situation des ALZ bei einem Jahresbudget von rund 330 000 Euro bezeichnet Sasserath „als Tanz auf der Rasierklinge“. Dass dieser Tanz weitestgehend gelinge, verdanke das ALZ „den Mitgliedern, einzelnen Gutmenschen, Stiftungen (Wilberz, Diergardt, Stadtsparkasse), Spendern, der Stadt MG, dem Land, der EU und der katholischen Kirche“. Weitere Spender und aktive HelferInnen sind willkommen.

    Sasserath wie Vorstandssprecher Karl Boland dankten ausdrücklich den MitarbeiterInnen. Irene Fischer, das „ALZ-Gesicht“ und auch außerhalb ihres Bürobereichs der gute Geist, geht zum 1. Dezember in den Unruhestand. Für sie wird ein NachfolgerIn gesucht. Fischer bekam einen üppigen Blumenstrauß, die eigentliche Verabschiedung findet später statt.

    Wenn das Zentrum 2021 eine neue Förderung für die Beratungsstelle Arbeit erhält, wird Karl Sasserath als Leiter Ende 2020 aufhören. Die einzelnen Regularien der Versammlung gingen ohne ein Nein über die Bühne, so wurde der Vorstand für 2019 entlastet. Die alten Kassenprüfer sind auch die neuen: Anette Löffler und Bernhard Wilms. 

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  • Das Arbeitslosenzentrum in Mönchengladbach  SPD traf sich mit dessen Vertretern  Weitere Gespräche stehen an

    Das Arbeitslosenzentrum in Mönchengladbach
    SPD traf sich mit dessen Vertretern
    Weitere Gespräche stehen an

    Nach Berichten in der sogenannten „BürgerZeitung Mönchengladbach“, die einer einvernehmlichen Problemlösung nicht dienen, informiert die SPD in nachstehender Pressemitteilung vom heutigen Tag:

    Das Arbeitslosenzentrum hat im Kern drei Bestandteile: Die von der Kommune finanzierte psychosoziale Betreuung arbeitsloser Menschen, die vom Land getragene Erwerbslosenberatung und den durch Spenden finanzierten Mittagstisch. Alle Angebote finden in einem städtischen Gebäude statt, das miet- und nebenkostenfrei dem Verein überlassen wird. Anders als bei anderen Trägern gibt es keinen Mietanteil in der Leistungsvereinbarung. Wo genau das Arbeitslosenzentrum in Zukunft seinen Standort hat, hängt entscheidend davon ab, wie die Arbeit dort künftig geleistet werden soll. Darüber sprachen jetzt die Landtagsabgeordneten Hans-Willi Körfges und Angela Tillmann sowie der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Felix Heinrichs, unterstützt von seinen Kollegen Monika Berten und Ralf Horst sowie dem stellvertretenden SPD-Unterbezirksvorsitzenden Winfried Kroll, mit Vertretern des Arbeitslosenzentrums.

    „Unbestritten ist, dass die geleistete, unabhängige Beratungsarbeit für arbeitslose Menschen von allen Seiten anerkannt wird. Gerade deswegen ist e s für uns wichtig, endlich eine Lösung zu finden. Jetzt haben wir die Chance, bewährte Strukturen weiter zu entwickeln. Die konkrete Raumfrage ist nach der inhaltlichen Arbeit der zweite Schritt“, erklärt der Vorsitzende der SPD-Fraktion Felix Heinrichs.

    „Wir können uns beispielsweise eine intensivere Quartiersarbeit vorstellen, die nicht nur arbeitslose Menschen in den Blick nimmt. In Verbindung mit Beratungs- und Betreuungsangeboten entstünde so ein Treffpunkt für alle Menschen aus dem Quartier. In diesem Kontext spielt auch die Mahlzeit in Gemeinschaft eine Rolle. Eine gemeinsame Mahlzeit schafft soziale Kontakte und wird so zum Ankerpunkt für weitere Angebote. An solchen Ideen müssen wir jetzt weiterarbeiten und Standards definieren. Das Gleiche verlangen wir beispielsweise auch von allen Begegnungsstätten, mit denen wir parallel Verhandlungen führen. Die Anforderungen an Angebot und Qualität haben sich in den letzten Jahren immens gesteigert. Als Stadt wollen wir hier nicht stehen bleiben. Alle müssen sich bewegen“, betont der sozialpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Ralf Horst.

    „Wir werden auf unseren Kooperationspartner zugehen und über weitere Details sprechen. Als Kooperation haben wir uns gemeinsam die Entwicklung eines integrierten Quartierkonzepts auf die Fahnen geschrieben, um die soziale Szene in Mönchengladbach weiter zu entwickeln. Wir stärken neue und innovative Ideen durch städtische Fördermittel und setzen auf sozialräumliche und dezentrale Angebote. Wir überprüfen Leistungsvereinbarungen und Konzepte, um die vorhandenen finanziellen Mittel zielgerichtet einzusetzen. Die Innenstadtbereiche gehören ebenso zu den Handlungsfeldern wie die Stadtteilzentren und die Außenbereiche. Unser Ziel ist es, Nachbarschaften zu stärken, Integration voranzutreiben und ehrenamtliches Engagement zu unterstützen. Das Arbeitslosenzentrum ist in diesem Prozess ein Element“, sagt Heinrichs abschließend.

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  • Gefährden die „Roermonder Höfe“ das Arbeitslosenzentrum (ALZ)?

    Das fragt die Fraktion DIE LINKE in Mönchengladbach

    Volkesmund tut Wahrheit kund.
    Ein bei zumeist älteren Menschen nicht unbekannter Spruch, an dem sich der Bezirksvertreter der Linkspartei in Mönchengladbach-Nord, Mario Bocks, angesichts der Diskussion um die „Roermonder Höfe“ in letzter Zeit doch öfters erinnert fühlt.
    „Dann ist das ALZ bald weg! Oder glaubt wirklich Jemand, dass sich die „gehobene“ Mieterschaft der neuen Höfe sich das Elend der finanziell Schwachen und der Ausgestoßenen dieser Gesellschaft vor der eigenen Haustür ansehen wird“, vermerkte ein Passant in einem Gespräch mit einem gerade aus dem ALZ kommenden Besucher.  (mehr …)

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