BV West kämpft um das Kloster – Sondersitzung bleibt Option des Bezirksvorstehers

Wickrath-Kreuzherrenkloster_Foto-KATZDie Stadt ist bekanntermaßen klamm, so sehr, dass sogar ein Kleinod „ in gute Hände abgegeben“ werden soll.
Nicht zu einem ordentlichen Gewinn, wie es unter tüchtigen Kaufleuten Gang und Gäbe wäre. Hauptsache, die Stadt muss kein Geld für die bisher geplante Sanierung in die Hand nehmen. Die soll dann bitte der neue Eigentümer auf eigene Rechnung erledigen. Mit oder ohne Fördermittel.
Der Stadt bliebe so das Kreuzherrenkloster erhalten, ohne finanzielle Belastung, andererseits kann dann das bedürftige Rathaus in Wickrath möglicherweise mit dem Geld saniert werden, das fürs Kloster nicht ausgegeben wird. Möglicherweise.
Denkbar ist jedoch auch, der Kämmerer benötigt genau dieses Geld, um andere Löcher in der Kasse zu stopfen.
Das jedoch sehen die Westler insgesamt nicht ein, sie wollen bitteschön selber darüber abstimmen, was mit dem Haushalt der BV geschieht.

Stimmen von Bezirksvertretern, die ein schieben des Themas in den Finanzausschuss oder gar den nächsten Ratszug befürworten wollten, verstummten schnell vor dem massiven Druck der Mehrheiten.
Arno Oellers Vorschlag, eine Sondersitzung einzuberufen, sollte sich die Notwendigkeit im Laufe der weiteren Haushaltsberatungen herausstellen, wurde schließlich einstimmig angenommen.
Selbst Bernd Kuckels war´s zufrieden. Ihn plagen vor allem ungelöste Fragen wie die Finanzierung einer notwendigen Sanierung der 6. Gesamtschule für etwa 9 Millionen Euro.

Selbst eine vorzeitige Teilrückzahlung des Borussen-Kredites könne nicht positiv zum Ergebnis beitragen, glaubt unser Kämmerer. Verstanden hat dies wohl niemand im Sitzungsraum, nachgefragt hat aber auch niemand der Anwesenden, warum auch.
„Wir sind im Plan“, hatte Kuckels zu Beginn der Debatte als Losung ausgegeben.
Aber auch: „ es gibt keinen Spielraum mehr“.
Die Stimmung im Beratungsraum war bedrückt. Aufbruchstimmung fühlt sich anders an.

Ein kleines Trostpflaster gab es dann doch noch: Der Beckrather Sportplatz soll bereits 2014 einen Kunstrasen erhalten, konnte Harald Weuthen vom Sportamt mitteilen.
Dafür hatten die Wickrather vorab 200.000 Euro aus dem Wasserturm-Erlös bereitgestellt.

1 Kommentar zu "BV West kämpft um das Kloster – Sondersitzung bleibt Option des Bezirksvorstehers"

  1. Mal dazu:
    „[…]Selbst eine vorzeitige Teilrückzahlung des Borussen-Kredites könne nicht positiv zum Ergebnis beitragen, glaubt unser Kämmerer. Verstanden hat dies wohl niemand im Sitzungsraum, nachgefragt hat aber auch niemand der Anwesenden[…]“

    Das hängt mit dem sogenannten Stärkungspakt zusammen. Die Stadt kann da erstmal im Haushalt nur bei den bisher nach HSP geplanten Ein-, bzw. Ausgaben „Beträge verschieben“. Laut Stärkungspakt müssen „neu erschlossene Einnahmequellen“ zum Haushaltsausgleich oder Schuldentilgung verwendet werden. Also wäre die Borussia Rückzahlung wie von der Linken damals gefordert mit in das Konzept aufgenommen worden, dann könnte es jetzt auch für dies oder das oder jenes genutzt werden.

    Allerdings halte ich die Regelung mit den Zusätzlichen Einnahmen nicht für unumstößlich. Also würde Herr Kuckels da mal mit der Landesregierung sprechen, wäre da sicher was möglich.

    Allerdings ist doch die Realität eine ganz andere:
    Keine der anderen Parteien hat ein Interesse daran, dass Borussia die Schulden schnellstmöglich tilgt. Das haben sie nun fast fünf Jahre lang bewiesen :(

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