Der neue Marktplatz in Rheydt wird barrierefrei

VdK-Kreisvorsitzender Bernhard Wilms wies darauf hin, dass eine konstruktive Mitarbeit aber auch nur möglich sei, wenn die Behindertenverbände schon in frühen Planungsphasen von Einzelprojekten eingebunden werden. „Dies funktioniert in Mönchengladbach wirklich gut“, betonte er.

Wenn Anfang Juli mit der Sanierung der Tiefgarage und der Umgestaltung des Rheydter Marktes begonnen wird, steht auch das Thema Barrierefreiheit im Fokus.
Im Rahmen eines konstruktiven Arbeitsgespräches mit den Vertretern der Behindertenverbände verständigten sich jetzt der städtische Fachbereich Stadtentwicklung und Planung, das Planungsbüro PLANORAMA und die Vertreter der Mönchengladbacher Behindertenverbände abschließend über die noch offenen Details zu den Belangen der Menschen mit Behinderungen.
Im Ergebnis fanden die Vorschläge der Verwaltung zu den Orientierungselementen für blinde und seheingeschränkte Menschen die Zustimmung der Verbandsvertreter.

Konsens bestand darin, dass die Bewegungsflächen zwischen den geplanten Marktterrassen und den Geschäften an der Westseite des Marktplatzes so gestaltetet werden, dass entlang der Häuserfront den Geschäften ein etwa 1,5 Meter breiter Streifen beispielsweise für das Aufstellen von Verkaufs- und Werbeständern und die restliche Breite von 4,5 Metern den Fußgängern mit entsprechenden Orientierungselementen zur Verfügung steht.

Das gleiche gilt für die auf jeweils 6,5 Meter verbreiterten Fußgängerbereiche der Hauptstraße zwischen Bruckner Allee und Limiten-/Gartenstraße und der östlichen Seite der Bruckner Allee zwischen Haupt- und Mühlenstraße.
Möglich wird dies durch den Wegfall der bisherigen Parkmöglichkeiten und Radwege. Diese werden für die zukünftigen Tempo-30-Zonen nicht mehr benötigt.

Der Forderung der Behindertenverbände, zwischen den Verkehrsflächen und dem zum Straßenmobiliar zählenden Elemente wie unter anderem Fahrradständer und Sitzbänke auch ein möglichst hoher Kontrast entstehen zu lassen, wird ebenso Rechnung getragen, wie der durchgehenden Bordsteinhöhe von drei Zentimetern als Abgrenzung zwischen den Gehflächen und den Fahrbahnen.

Diese drei Zentimeter wurden als Straßenbaustandard in Mönchengladbach vereinbart, um den Menschen, die mit einem Blindenstock unterwegs sind, eine Orientierung zu geben und gleichzeitig den Rollstuhlfahrern und Nutzern von Rollatoren einen in der Höhe gerade noch zumutbaren Übergang vom Gehweg zur Straße zu geben.

Peter Gabor, Vertreter der Menschen mit Usher-Syndrom, einer genetisch bedingten Hör- und Sehschädigung, erklärte, dass es den Behindertenverbänden nicht darum gehe, aus der Innenstadt ein Reha-Zentrum machen zu wollen.
Daher tragen sie die gefundenen Lösungen, die immer aus Kompromissen zwischen Behindertenbelangen und Stadtraumgestaltung bestehen, mit.

Jörg Clages, Leiter der Abteilung Verkehrsplanung, attestierte den Behindertenverbänden, dass sie im Gegensatz zu manch anderen Kommunen eine ausgesprochen konstruktive Mitarbeit praktizieren würden.

Das Ergebnis in Fragen zur Barrierefreiheit des Rheydter Marktplatzes versetzt den kommissarischen Behindertenbeauftragten Dr. Stefan Groß nunmehr in die Lage, die von den Fördergebern geforderte Abstimmung mit den Behindertenverbänden zu bestätigen und damit das Fertigstellungsziel 31. Dezember 2013 für den Rheydter Marktplatz zu ermöglichen.
(pmg)