Industrieschornstein auf dem Gelände der ehemaligen Mülforter Zeugdruckerei wurde heute gesprengt [mit Slideshow]

Das positive Ergebnis zuerst: der Schlot ist gefallen, es gab keine Schäden, niemand wurde verletzt.

_DSC0035Die Sprengung des 72 m hohen Schornsteines bildete um 14:26 Uhr den vorläufigen Abschluss der vor mehr als einem Jahr begonnenen Abbrucharbeiten im Auftrag der Stadt-Tochter EWMG-Entwicklungsgesellschaft Mönchengladbach.
Drei Abbruchunternehmen haben in dieser Zeit insgesamt 46 Gebäude unterschiedlichster Nutzungsarten mit mehr als 40.000 m² Grundfläche abgerissen.

Die Abbruchabfälle umfassten ca. 5.000 to Ziegelsteinbruch, 7200 to Bauschuttgemisch, 240 to asbesthaltiges Material, 210 to Dachpappen und etwa 2.500 to Altholz.

 

Die heutige Sprengung wurde durch die Fachfirma Rollersprengtechnik aus Wuppertal durchgeführt.
Angewandt wurde die sogenannte Fallschlitzmethode, dafür wurden bereits vor Tagen fallschlitze im Sockelbereich angelegt. Um diese herum wurden drei Reihen mit je 10 Sprenglöchern angelegt, diese wurden mit der Sprengladung gefüllt.
Als Sprengstoff kam ca. 6 kg Euredyn zum Einsatz.

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Die Sicherheitszone von 150 m um den Kamin sorgte für den notwendigen Abstand zum Schutz von Mensch und Material. Die Duvenstraße war vorsorglich von Polizei und Ordnungsamt für wenige Minuten gesperrt worden.

Sobald es die Wetterlage zulässt, werden nach Auskunft von Dr. Ulrich Schückhaus (EWMG) Erdproben aus tieferen Bodenschichten entnommen und auf Schadstoffe untersucht.
Zur Gefährdungsabschätzung vermuteter Altlasten müssen nicht weniger als 160 Grundwassermessstellen eingebracht werden. Die Beprobung wird etwa sechs Monate dauern.
Auf Grundlage der Messdaten soll ein von der Stadt beauftragtes Büro ein Gutachten erstellen und Aussagen über die Altlastensituation auf dem Grundstück treffen. Je nach Ergebnis steht möglicherweise anschließend eine Bodensanierung an.
Die EWMG geht davon aus, dass sie Ende 2013 mit der Vermarktung des Geländes für die Ansiedlung von Kleingewerbe beginnen kann.
Die städtische Tochtergesellschaft hatte das Gelände Ende 2011 im Rahmen eines Insolvenzverfahrens erworben.
Immer wieder war in den Jahren davor auf dem nicht mehr genutzten Gelände zu Großbränden gekommen.