Integrationspreis der Stadt Mönchengladbach für Muhittin Usta

14-01-20-Integrationspreis (24 von 38)Muhittin Usta, Gründer und Inhaber der ASG Aluminium und Stahl GmbH, ist 1. Träger des Integrationspreises der Stadt Mönchengladbach, der gestern im Jugendclubhaus Westend verliehen wurde.

Der 1967 geborene Unternehmer kam als Kind mit seinen Eltern aus der Türkei nach Deutschland, absolvierte Hochschulstudien in Istanbul und Düsseldorf und war auch beruflich lange Zeit zwischen der Türkei und Deutschland unterwegs. Der leidenschaftliche Borussenfan baute in den vergangenen 13 Jahren in Giesenkirchen ein florierendes Unternehmen auf, das heute rund 20 Mitarbeiter beschäftigt und regelmäßig neue Fachkräfte ausbildet.

 

 

Zwölf Vorschläge für den Integrationspreis, der in Zukunft regelmäßig vergeben werden soll, waren eingegangen. „Alle sind Beispiele für gelungene Integration und absolut preiswürdig“, betonte OB Norbert Bude bei der Feier im Jugendclubhaus, zu der rund 50 Gäste, darunter Vertreter des Rates der Stadt Mönchengladbach und des Integrationsrates mit der Vorsitzenden Gülistan Yüksel MdB, gekommen waren.

Für den 1. Integrationspreis der Stadt Mönchengladbach waren neben dem Preisträger folgende Personen und Projekte vorgeschlagen worden:

Der Generationstreff türkischer Frauen wurde vor zehn Jahren von türkischen Migrantinnen gegründet. Die Gruppe trifft sich einmal pro Woche im Mehrgenerationenhaus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zum Austausch und Planen gemeinsamer Aktivitäten.

„Qualifizierung zum medizinischen, pflegerischen und sozialen Übersetzer“ ist ein Projekt der Jüdischen Gemeinde Mönchengladbach, bei dem in den vergangenen beiden Jahren 16 Ehrenamtliche Helfer für die Arbeit mit Senioren ausgebildet wurden. In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Wohlfahrtsverband beraten sie ältere Gemeindemitglieder.

Thanh Kremer Ngo ist 1983 als Bootsflüchtling aus Vietnam nach Deutschland gekommen. Als stellvertretender Vorsitzender des Vereins der vietnamesischen Flüchtlinge in Mönchengladbach e. V. organisiert er unter anderem ein jährliches Kinderfest.

Der Kulturverein Al Ghadir e. V., betreibt als islamischer Kulturverein ernsthafte und nachhaltige Bildungsarbeit mit einer weltoffenen Lebensphilosophie.

Van Ri Nguyen, 1982 als Bootsflüchtling aus Vietnam nach Deutschland gekommen, war unter anderem 20 Jahre lang Vorsitzender der vietnamesischen Gemeinde Mönchengladbach und Umgebung e.V., fast zwei Jahrzehnte stellvertretender Vorsitzender der Vereinigung der vietnamesischen Katholiken in Deutschland. Er ist Mitglied des Exekutivkomitees des Bundesverbands der vietnamesischen Flüchtlinge, Mitglied des Kap Anamur Komitees, engagiert sich im Verein Grünhelme e.V, im katholischen Hilfswerk Misereor sowie in der vietnamesischen und deutschen Caritas. Er ist Träger des Verdienstordens des Landes NRW und des Bundesverdienstkreuzes.

Adnan Özden, ist langjähriger Hodscha des Integrations- und Bildungsvereins Mönchengladbach e.V., Mitglied der Deutschen Islamkonferenz auf Bundesebene, Veranstalter des jährlichen May Day – Miteinander für Deutschland und engagiert sich auch in Mönchengladbach für den Dialog zwischen den Religionen.

Die Red Stars Mönchengladbach e. V. wurden im Jahr 2000 gegründet. Heute gilt der Verein als größter Sportverein in NRW mit Mitgliedern aus der ehemaligen Sowjetunion. Die Red Stars haben sechs Fußballmannschaften und eine Volleyballmannschaft.

Rosa Schneider, die vor mehr als zehn Jahren mit ihren fünf Kindern nach Deutschland kam, hat sich als Jahre Vorsitzende des Deutsch-Russischen Integrationsvereins Mönchengladbach und Umgebung e. V. engagiert und setzt sich auch ehrenamtlich in ihrem Wohnviertel in Beltinghoven ein.

Cigdem Telli ist nicht nur stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins der Gemeinschaftsgrundschule Steinsstraße und Vorsitzende der Klassenpflegschaft. im Projekt Rucksack, das die Elternarbeit von Migrantinnen fördert, hat sie sich zur ehrenamtlichen „Stadtteilmutter“ ausbilden lassen, berät die Schulleitung in kulturellen Angelegenheiten, unterstützt Mütter bei der schulischen Förderung ihrer Kinder und bildet inzwischen selbst „Stadtteilmütter“ aus.

Die 17-jährige Jana Vijayakumaran hat im Juli 2013 ihr Abitur mit dem Notendurchschnitt 1,2 bestanden und ist inzwischen die jüngste Studentin der Theaterwissenschaften und Komparatistik in NRW. Sie engagiert sich in einer politischen Partei, ist Mitglied des Eine-Welt-Forums MG und bei amnesty international, hat beim SommerLeseClub der Stadtbibliothek ein freiwilliges Praktikum absolviert und gehört dem Jugendclub des Theaters Krefeld und Mönchengladbach an. Daneben hat sich im vergangenen Jahr die Zeit gefunden, sich über mehrere Monate in einem Pflegeheim mit Demenzkranken zu beschäftigten und für vier Wochen als Helferin in einem indischen Kinderheim zu arbeiten.

Maria Weihrauch, sie seit 1999 stellvertretende Vorsitzende des Deutsch-Russischen Integrationsvereins Mönchengladbach und Umgebung e.V., ist, gilt in Mönchengladbach für ungezählte Migrantinnen und Migranten als hochgeschätzte Institution. Seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet sie als Migrationsberaterin bei der Arbeiterwohlfahrt Mönchengladbach. Im Integrationsverein sorgt sie mit dafür, dass kulturelle und soziale Angebote vom Literaturkreis bis zur Kindertafel organisiert, umgesetzt und erhalten werden können.

Zum Hintergrund: Der Rat hat im vergangenen Jahr einstimmig das Integrationskonzept für die Jahre 2012 bis 2016 verabschiedet. Mehr als 130 Menschen haben an der Entwicklung des Integrationskonzeptes mitgewirkt. Eine Maßnahme aus dem Integrationskonzept ist die jährliche Verleihung eines Integrationspreises. Sie soll positive Integrationsbeispiele mehr in das Licht der Öffentlichkeit rücken. Denn zahlreiche engagierte Menschen leisten beachtliche Beiträge zur Integration in unserer Stadt.

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1 Kommentar zu "Integrationspreis der Stadt Mönchengladbach für Muhittin Usta"

  1. Mir erschließt sich nicht ganz, warum ein erfolgreicher Unternehmer und Borussia Fan, der wohl auch ein Grundstück auf dem ehemaligen Gelände des Bökelberg-Stadion hat, nun so viel mehr für die Integration getan hat, als die vielen anderen wunderbaren, gemeinnützigen Projekte.

    Klar, als Zuwanderer aus der Türkei hat er hier eine neue Heimat gefunden und sich integriert, wohl inzwischen auch mit Deutschem Pass. Das finde ich toll, das freut mich. Und ich freue mich, dass wir viele solcher Menschen haben, ob sie nun einen Gemüseladen betreiben, einen Imbiss oder einfach nur wie viele andere angestellt arbeiten. Und all diese Menschen bewundere ich.

    Aber so ein Integrationspreis … da hätte ich mir schon was anderes vorgestellt … und da bietet die Liste der Nominierten ja viele Beispiele.

    Aber es wird schon ok sein … nur erschließt es sich mir eben nicht :(

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