„Pachtabzocke“ vs. HSP/HSK – Opposition wettert gegen Pachterhöhungen von fast 50%

Sportausschuss beriet über Mehreinnahmen von den Tennisvereinen

SportWie sich doch die Zeiten ändern. Noch vor wenigen Jahren war in den politischen Debatten allenthalben u.a. von „Gebührenabzocke“ die Rede.
Gemeint war üblicherweise die Aufregung über eine geplante Erhöhung von Abgaben oder Gebühren.

Nun nach dem Politikwechsel 2009 von Schwarz/Gelb zur Ampelkoalition ist das fast gleiche Vokabular im Sportausschuss zu hören.

 

Die Fakten. Um dem Haushaltssanierungsplan HSP zu entsprechen, wurden Mehreinnahmen in den Haushalt eingestellt.
Im konkreten Fall bei den Pachtzahlungen für Tennisplätze der städtischen Tennisvereine.

So heißt es in der Beratungsvorlage:

Der Rat beschließt, die pauschalierten Pachtzahlungen der städtischen Tennisvereine von 409,03 € auf gerundet 600,00 € pro Tennisplatz pro Jahr zu erhöhen.

Es ergeben sich Mehrerträge ab 2013 in Höhe von ca. 11.800,00 EUR pro Jahr.

Der bisher benannte Betrag von 12.500,00 EUR ist bereits im Haushaltsplan 2013 zur Erreichung des Konsolidierungsziels gemäß Stärkungspaktgesetz veranschlagt. Der Differenzbetrag von 700 € ist bei der Fortschreibung des HSP als Konsolidierung abzusetzen und muss ggf. durch neue Maßnahmen kompensiert werden.

Dieses Vorhaben sollte gestern der Sport- und Bäderausschuss beschließen.

In einer kurzen heftigen Gegenrede rechnete Ratsherr Herbert Pauls an die Ampel gerichtet ab:
„Wenn ich an ihre Wahl- Aussage von der „Gebührenabzocke hoch drei“ erinnere, dann ist das hier eine „Pachtabzocke“, vielen Dank dafür an die Ampel.“

Pauls regte an, die Verwaltung solle prüfen, ob die Tennisvereine nicht die jeweiligen Grundstücke käuflich erwerben möchten um so weiteres Vereinsvermögen aufzubauen. Er hält dies bei den aktuell günstigen Zinssätzen für machbar.

Die Linken, vertreten durch Torben Schulz, lehnen sowohl die Erhöhung der Pachtgebühren generell, als auch die „Veräußerung städtischen Eigentums“ im Besonderen ab.

Für die Ampel hält Ratsherr Bernd Meisterling-Riecks den Verkaufsvorschlag der CDU für Nachdenkens wert. „Darüber kann man beraten,“ so der Grünen-Vertreter.
Die Verwaltung will das nun prüfen und darüber berichten.

1 Kommentar zu "„Pachtabzocke“ vs. HSP/HSK – Opposition wettert gegen Pachterhöhungen von fast 50%"

  1. Gut, mag jetzt nicht jede/r wirklich lesen wollen. Das aber MG pleite ist dürfte zumindest unstrittig sein.

    Also, ein Tennisplatz für 600€/a ist “ Aufreger „. Leute, dafür bekommt man hier nicht mal nen Schuppen als Garage gemietet.
    Andersrum das Pferd aufgezäumt, bei reger Nutzung umgerechnet ( Einzel/Doppel ) dürfte das gar billiger sein als der Eintritt für die NEW´-Planschbecken ( Schwimmbäder ).

    Tennisspieler können auch privat Tennisplätze mieten bei Vereinen hier in MG. Ebenfalls recht gepfefferte Preise, finde ich.
    Ein weiterer Grund die “ nur “ 600€/a doch relativierend zu betrachten.

    Nein, es ist auch keine “ soziale Kälte “ wenn ich daher hier in der der Pachterhöhung weder Abzocke noch etwas anderes erkennen kann. An den MARKTPREISEN gemessen wird noch genügend Subvention betrieben mit der gesteigerten Pacht. Einige profitieren schliesslich nur davon und die Gesammtheit zahlt es.

    Nur so am Rande, nebenbei

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