Segelflugplatz Wanlo: Pro und Contra – Stellungnahmen im O-Ton

Zulassung selbststartender Motorsegler und Luftsportgeräte zum Schleppen von Segelflugzeugen und Motorseglern ist beantragt

Die Segelflieger des “Verein für Luftfahrt Mönchengladbach, Rheydt und Umgebung e.V“ mussten ihren “Heimatflugplatz“ in Neuwerk bereits 2001 unfreiwillig verlassen.
Notwendig geworden war dies Aufgrund der Inbetriebnahme eines Instrumentenlandesystems auf dem Verkehrslandeplatz Mönchengladbach Ende der 1990-er Jahre.
Außerdem sollte die Start und Landebahn verlängert werden, größere Maschinen sollten starten und landen können, wesentlich mehr Flugverkehr war geplant.
MG-heute berichtete bereits darüber.

 

Wie steht es um eine mögliche Rückkehr der Segelflieger an den alten Standort in Neuwerk?
Aktuell sieht der Flugplatz in Neuwerk eher leer und verlassen aus.
Die Startbahnverlängerung ist zu den Akten gelegt, Linienflug findet nicht statt.´
Man könnte meinen, das Instrumenten-Lande-System sei abgeschaltet.
Ist es jedoch nicht. Es finden Starts und Landungen statt und zwar von Maschinen, die in Mönchengladbach gewartet werden, ein wirtschaftlich wichtiger Aspekt. Auch die Flugschule benötigt das ILS, bei schlechtem Wetter ein Muss.

„Politik in Mönchengladbach versteckt sich vor dem Problem der Zukunftsentscheidung des Flughafens Neuwerk,“ erklärt ein FDP-Politiker gegenüber MG-heute.
Politik verweist auf die Besitzverhältnisse, der Flughafen Düsseldorf ist Mehrheits-Eigner und trägt die horrenden Kosten des verwaisten Platzes, die Stadt-Tochter NEW hält wohl etwa 30-40% Besitz-Anteile im Auftrag der Stadt.

Als Grundstückseigentümerin des Flugplatzes in Wanlo, es existiert ein Erbbauvertrag der wohl 2016 ausläuft, hält die NEW nach Auskunft des Vorstand-Vorsitzenden Friedhelm Kirchartz gegenüber MG-heute am bestehenden Vertrag fest.
Der besagt: Segelflug im Schleppbetrieb. Sonst nichts.
Kirchartz: „ Wir halten uns an die bestehenden Verträge, ob nach einer eventuellen Genehmigung durch die Bezirksregierung eine Klage in Anbetracht kommt, wird dann politisch zu klären sein.“

Inhalt des Änderungs-Antrages des “Verein für Luftfahrt Mönchengladbach, Rheydt und Umgebung e.V“:

  • Zulassung selbststartender Motorsegler und Luftsportgeräte zum Schleppen von Segelflugzeugen und Motorseglern
  • Zulassung von Eigenstarts mit Segelflugzeugen mit Klapptriebwerk
  • Die Zulassungen sollen beschränkt werden auf die Luftfahrzeuge, die auf dem Segelfluggelände stationiert sind und / oder auf Vereinsmitglieder zugelassen sind.
  • Zulassung Gleitschirme und Drachen im Windenschlepp

Nach aktueller Information sind alle erforderlichen Gutachten und weitere geforderte Unterlagen beisammen und sollen in Kürze den Prüfern in Düsseldorf zur Verfügung stehen.
Im Telefonat mit der Bezirksregierung wurde uns bestätigt, auch eine Teilgenehmigung ist denkbar, die Öffentlichkeit wird sofort dann informiert und durch die Bezirksregierung ins Genehmigungsverfahren einbezogen, sobald alle Unterlagen vorliegen.

Auf die Entscheidung soll die Stadt Mönchengladbach keinen Einfluß haben.
Die Entscheidung über den Antrag obliegt jedoch alleine der Bezirksregierung.
Politik in Mönchengladbach ist zur Zeit erklärtermaßen gegen eine Genehmigung.

Das Vorhaben der Segelflieger in Wanlo trifft natürlich nicht nur auf Begeisterung in der Bevölkerung von Wanlo und der näheren Umgebung, auch in Beckrath, Herrath und Venrath gibt es Kritiker und Befürworter des Startens mit Ultraleichtflugzeugen.

Einen durchaus repräsentativen Eindruck verschaffte sich “MG-heute“ auf den umliegenden Flugplätzen in Kückhoven und Grefrath.
In mehreren Gesprächen vor Ort haben wir uns einen persönlichen Überblick verschafft.

Auf unsere Anfrage erklärte sich der stellvertretende Vorsitzende des Verein für Luftfahrt in Wanlo, Detlef Schulz, zu einem Gespräch bereit.
Wir haben ihn gebeten, eine Darstellung der Situation aus seiner Sicht zu geben.

Hier sein Statement:

wanlo

Dauer: ca. 15 Minuten

 

Für die Gegner einer erweiterten Betriebsgenehmigung hat sich Hans-Ludwig Hoffmann vom Rittergut Wildenrath in Wanlo zu einem Gespräch bereit erklärt.

Hier sein Statement:

hoffmann-interview

Dauer: ca. 17 Minuten

5 Kommentare zu "Segelflugplatz Wanlo: Pro und Contra – Stellungnahmen im O-Ton"

  1. Michael Kalkreuth | 26. November 2012 um 18:23 |

    Ich kann verstehen, dass Herr Hoffmann seine Bedenken in Bezug auf unsere Pläne zur Erweiterung unserer Genehmigung hat. Dennoch, es wird viel erzählt und keiner weiß genau, um was es geht. Wie ich auch aus dem Interview sehe, wird wild spekuliert. Anbei nur einmal die Rechtgrundlage, auf der unser Antrag erfolgt:

    Dritter Abschnitt Flugplätze (Luft VZO)
    4. Segelfluggelände
    § 54 Begriffsbestimmung

    (1) Segelfluggelände sind Flugplätze, die für die Benutzung durch Segelflugzeuge und nicht selbststartende Motorsegler bestimmt sind.

    (2) Die Genehmigung zur Anlage und zum Betrieb eines Segelfluggeländes kann auf die Benutzung durch selbststartende Motorsegler, Freiballone, Luftsportgeräte und Luftfahrzeuge, soweit diese bestimmungsgemäß zum Schleppen von Segelflugzeugen oder Motorseglern oder Hängegleitern oder zum Absetzen von Fallschirmspringern Verwendung finden, erstreckt werden. Die Erstreckung erfolgt auf Antrag des Antragstellers der Genehmigung oder bei bereits erteilter Genehmigung auf Antrag des Halters des Segelfluggeländes.

    Unser Ansinnen ist es den Platz für selbstartende Motorsegler zu erweitern. Zudem wollen wir Ultraleichtflugzeuge für das Schleppen von Segelflugzeugen genehmigt bekommen. Dies sind die im Gesetz erwähnten „Luftsportgeräte“. Wie man aus dem Gesetzestext sieht, müssen diese „Luftsportgeräte“ zum Schleppen von Segelflugzeugen oder Motorseglern bestimmt sein. Das begrentzt die notwendige Anzahl auf ein bis zwei, wobe man zwei vielleicht mal in Ausnahmefällen braucht. Ferner wollen wir den Platz gar nicht für motorisierte Flugzeuge von außen öffnen.

    Das Thema Wartung hat Herr Hoffmann ja bereits in dem Schreiben seines Rechtsanwalt an die Bezirksregierung angesprochen. Da sieht man auch, dass viel Unwissenheit herrscht. Herr Hoffmann hat sich über die Ausnahmegenehmigung für 10 Starts innerhalb eines Jahres für unseren Motorsegler aus Mönchengladbach beschwert. Wir sind bereits jetzt ein Wartungsbetrieb. Wenn wir unsere Flugzeuge und Segelflugzeuge nicht selbst warten würden, würde das Hobby noch teuerer. Im Übrigen ist geplant den Motorsegler i Fall einer Genehmigung zu verkaufen und ihn durch ein Schleppfähiges Ultraleichtflugzeug zu erstetzen. Das könnten wir dann auch weiterhin in Wanlo warten.

    Wenn Herr Hoffmann sich fragt, warum wir so lange brauchen, um alle Unterlagen und Gutachten für die Genehmigung zusammen zu bekommen, kann ich ihm nur antworten. Wir sind ein Verein und kein wirtschaftlicher Betrieb. Da dauert alles etwas länger und da wartet man auch schon mal, bis man ein teures Gutachten erstellen lässt, bis wieder genug Geld in der Kasse ist.

    Zum Thema Klageweg, kann ich mich an das Gspräch mit Herrn Hoffmann genau anders herum erinnern. Er hat uns damals erzählt er würde in jedem Fall klagen. Wir werden diese Klage dann wohl aushalten müssen. Genauso wie die Klage des Flughafens Mönchengladbach, der uns aus ihren Hallen drängen möchte. Also zurück zum Flughafen Mönchengladbach ist Utopie. Ich rate mal Herrn Kames zu fragen.

    Michael Kalkreuth
    Vorsitzender Verein für Luftfahrt

  2. Hallo,
    ich bin auch im Verein für Luftfahrt und habe dort 2010 als 14Jähriger meine Ausbildung zum Segelflugpilot begonnen. Das Segelflug ein Bonzensport ist kann ich überhaupt nicht bestätigen, ich finde es toll, dass man in diesem Sport viele Kontakte zu vielen verschiedenen Personen knüpfen kann. Anfang des Jahres habe ich mein „Schülerbetriebspraktikum“ bei der Firma „Schempp-Hirth Flugzeugbau GmbH“ gemacht und bin mir seitdem sicher, dass ich in meiner Zukunft einen Beruf ausüben möchte der etwas mit Fliegerei zu tun hat. Generell habe ich in diesem Verein seit ich 14 bin sehr viel erreicht, was auch für die Jugendarbeit spricht: mit 14 habe ich dort Auto fahren gelernt, sehr viel gelernt was handwerkliche Fähigkeiten betrifft und natürlich fliegen gelernt. Welcher Verein bietet das sonst so jungen Personen? Wer kann mit 14 behaupten, das er Auto fahren kann und alleine ein richtiges Flugzeug fliegen darf?
    Ich will damit den Golfverein nicht schlecht reden! Er tut bestimmt auch einiges für seinen Nachwuchs und auch diese Arbeit sollte gefördert werden. Vielleicht könnte man ja mal einen Austausch unter den Jugendlichen oder auch Erwachsenen der jeweiligen Vereine organisieren, die Golfspieler gehen einen Tag Segelfliegen und die Flieger gehen einen Tag Golfen?! Ich wäre dabei! Vielleicht kann man sich ja sogar anfreunden ? Vorurteile könnte man auf diesem Wege auf alle Fälle mal aufklären oder auch vernichten. Bestimmt kommt man so auch wieder ins Gespräch
    LG Felix M.

  3. Thomas Hinss | 15. November 2012 um 10:52 |

    Hallo Herr Hoffmann,

    wie ich schon in meiner Antwort auf dem vorherigen Beitrag geschrieben habe, bin ich Segelflieger in Wanlo und nicht im Vorstand oder einem Gremium. Ich habe mir jetzt 17 Minuten Ihren Beitrag angehört. Ich persönlich kann Sie in vielen Punkten sehr gut verstehen.Tatsache bleibt aber, dass einige Punkte die Sie ansprechen einfach nicht stimmen und bestimmt geklärt werden könnten (Bau einer zweiten Halle, Verlegung des Motorflugzeuges, die Möglichkeit zum Flughafen Mönchengladbach zurückzukehren etc.).

    Ich hoffe Sie sind sich darüber im klaren, dass wenn die Segelflieger Wanlo verlassen, der Segelflugsektor-Wanlo nicht weiter bestehen wird und man eventuell Windräder auf dem Segelflugplatz aufstellen könnte. Sollte der Segelflugsektor nicht mehr bestehen, können anfliegende Verkehrsflugzeuge beim Anflug auf Düsseldorf Wanlo wesentlich niedriger überfliegen. Achten Sie bitte im nächsten Frühjahr mal darauf, wie die Lärmbelästigung zurück geht, wenn in Wanlo der Segelflug aktiv ist.

    Wie Sie ja sagen, sind die Gespräche zwischen Ihnen und den Segelfliegern abgebrochen. Trotzdem würde ich mich gerne persönlich einmal mit Ihnen auf eine Tasse Kaffee treffen. Vielleicht gibt es einen gemeinschaftlichen Weg und es entsteht doch noch eine gute Nachbarschaft.

  4. Wanloer Beobachter | 14. November 2012 um 16:25 |

    …naja… , da hat ja ein erklärter Gegner nun doch den Mut zur „offiziellen“ Stellungnahme gefasst. Die Vermischung diverser Tatbestände mit Unterstellungen und Vermutungen hat der Herr Golfplatzbetreiber ja doch ganz gut drauf. Dass er für die Mehrzahl der Wanloer Bürger spricht bzw. das in Anspruch nimmt, halte ich für ein Gerücht. Sicher gibt es erklärte Gegner, es gibt genauso auch Befürworter im Dorf. Es gibt auch eine große Masse „neutraler“ Mitbürger, denen das ganze ziemlich egal ist.
    Herrn Hoffmann dürfte wohl entgangen sein, dass die geplante Platzrunde für die Ultraleichtflugzeuge NICHT über seine geliebte Golfanlage liegen soll sondern über die Autobahn A 46 geführt werden soll.
    Nun ja, lasst die Offenlegung der Pläne mal abwarten und dann wer, was wem zu sagen hat und wie damit seitens der Regierung in Düsseldorf und eventuell irgendwelcher Verwaltungsgerichte umgegangen wird.
    Hat denn Herr Hoffmann, als er noch Landwirt war vor X Jahren darauf verzichtet, den 50 PS-Traktor anzuschaffen und seinen 15 PS-Boliden auszumustern? Der 50 PS-Schlepper wurde dann durch 100 PS und dann 150 PS ersetzt und braust nicht mehr mit 17 km/h durch die Lande sondern mit 60 km/h? Die Entwicklung geht weiter…. Und was möglicherweise in 2001 richtig war, muss nicht zwangsläufig in 2015 weiterhin richtig sein.
    Herr Hoffmann hatte früher eine 9-Loch-Golfanlage. Es hat ihm dann wohl auch nicht gereicht und hat weitere Flächen zu einer 18-Loch-Anlage umgewidmet. Der Verkehr, den seine Gäste jetzt erzeugen, die von der Autobahn kommend durch´s Dorf fahren ist auch nicht ohne – nur hier ist es zu seinem Nutzen. Die Anwohner der Durchfahrtsstraßen würden sich auch bedanken, wenn seine „kunden“ lärmarm mit dem Fahrrad kämen… Gut, sorry, das ist auch Polemik, aber er soll doch mal die Kirche im Dorf lassen.
    Seine Phantasiegebilde von zusätzlichen Hallen und was auch immer sind doch nur Meinungsmache und haben mit der Realität nichts zu tun.

    • Peter Schürmans | 15. November 2012 um 11:48 |

      Wer sich äüßert sollte den Mut haben seinen Namen zu nennen.
      mfg
      Peter Schürmans

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