Streik bei der AWO in Mönchengladbach – Verdi rief zur Arbeitsniederlegung auf

14-11-13-awo-verdi-0009Selbstverständlich wurden die Bewohner der vom Streik betroffenen AWO-Seniorenwohnheime weiter versorgt, wie gut ist nicht bekannt.
Bis zum Streik am Donnerstag, es geht nicht nur um finanzielle Nachteile wie die nicht vorhandene Tarifbindung oder schlechtere Entlohnung bei der AWO gegenüber anderen Trägern, es geht auch um Einrichtung eines Betriebsrates bei der AWO.
Bisher hatte Uwe Bohlen, Vorstand der AWO, immer verkündet, sollten die Mitarbeiter einen Betriebsrat installieren wollen, so sei er der letzte, der das nicht unterstützen werde.
Seltsamerweise gibt es jedoch bis dato keinen Betriebsrat.
Bleibt die Frage:

Wollen die Mitarbeiter gar keinen Betriebsrat oder verhindert Bohlen diesen geschickt, womit auch immer, Spekulationen sind Tür und Tor geöffnet.
Fest zu stehen scheint ein anderer Vorwurf den Verdi der AWO macht: Die Übernahme der AWO-Viersen soll abhängig gemacht werden vom Austritt aus dem Arbeitgeberlager. Somit würden auch dort andere Entlohnungsmechanismen möglich sein, nämlich die untertarifliche Bezahlung der Mitarbeiter.

14-11-13-awo-verdi-0008Dieser von der AWO nicht bestätigte aber auch nicht widersprochene Vorwurf allein wirft ein mehr als schräges Licht auf die AWO insgesamt, leider.
Die von den Mitarbeitern geleistete Arbeit kann hingegen nicht hoch genug bewertet werden.

 

 
14-11-13-awo-verdi-0005Schaut man sich die Führungsstruktur des AWO Kreisverbandes an, so sitzen im Präsidium neben Norbert Bude, neu gewählter Vorsitzender, auch Hans-Willi Körfges, SPD/MdL, CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Peter Schlegelmilch und andere bekannte Politiker.
Im Internetauftritt der AWO heißt es dazu: Das Präsidium trifft die strategischen Entscheidungen der AWO in Mönchengladbach.
Bleibt die Hoffnung auf baldige Korrekturen.

1 Kommentar zu "Streik bei der AWO in Mönchengladbach – Verdi rief zur Arbeitsniederlegung auf"

  1. Liebe AWO Beschäftigte,
    liebe Verdi Kolleginnen und Kollegen,
    am 13.11. habt ihr mit eurem Warnstreik ein wichtiges Signal für eine Tarifliche Entlohnung gesetzt. Die Linksfraktion im Rat und der ganze Kreisverband DIE LINKE. Mönchengladbach erklären sich solidarisch mit eurem Streik und euren Forderungen.
    Seit Jahren verfolgen wir Leistungsvereinbarungen zwischen der Stadt und verschiedenen freien Trägern, die keine Tarifliche Bezahlung zulassen und/ oder an den Arbeitsbedingungen massive Eingriffe vermuten lassen. Die Politik nimmt mehrheitlich solche Angebote gerne Wahr, sind doch die Kassen der Kommunen leer. Ausgeblendet wird dabei gerne, dass folglich die Kaufkraft der eigenen BürgerInnen geschwächt und somit die Abwärtsspirale beschleunigt wird.
    Genauso Ausgeblendet wird die Unzufriedenheit der Beschäftigten, welche sich mittelbar auf die Qualität der Arbeit auswirkt. Weiter müssen die freien Träger bei Supervision, Teamkollegialer Beratung und Stellenplan Kürzungen vornehmen. Wir wissen auch von Fällen, gerade in der Pflege, wo Betreuungsschlüssel schön gerechnet werden und in der Realität zu wenig MitarbeiterInnen die wachsenden Aufgaben erfüllen müssen. In der Folge werden Urlaubs- und Krankenvertretungen nur noch durch eine massive Überbelastung der Anderen aufgefangen. Auch noch so viel Engagement der Belegschaft kann unter solchen Bedingungen die Arbeit nicht in der geforderten Sorgfalt leisten.
    Wenn ihr am 19.11. erneut in den Ausstand geht, dann wissen wir sehr wohl, dass sich euer Protest primär gegen den eigenen Arbeitgeber richtet. Wir werden aber nicht vergessen, auch wir als PolitikerInnen sind Adressat eures Streiks. Politik kann nicht auf Landesebene NRW ein Tariftreuegesetz verabschieden und in den Kommunen dies brechen. Deswegen stehen wir als LINKE nicht nur auf der Straße und in den Betrieben solidarisch an Eurer Seite, auch im Stadtrat Mönchengladbach verleihen wir eurem Arbeitskampf eine Stimme. Aktuell in dem wir den Oberbürgermeister gebeten haben alle städtischen Verträge mit der AWO auf mögliche Verstöße gegen das Tariftreuegesetz zu untersuchen. Aber auch bei jeder Verabschiedung einer Leistungsvereinbarung, egal ob mit der AWO oder anderen Trägern, schauen wir genau hin.
    Doch wir schauen nicht nur auf Mönchengladbach, wir wissen auch darum wie die AWO vor Ort dabei ist ins Umland auszustrahlen und so auch die KollegInnen in Viersen mit in den Sog von untertariflicher Bezahlung zu ziehen. Dies muss gestoppt werden, der AWO Verband muss gerettet werden, aber nicht auf Kosten der Belegschaft, sondern mit fairer Bezahlung seitens der Kommune.
    Wir wünschen Euch viel Erfolg für Euren Arbeitskampf und hoffen sehr, dass dieser dann auch den KollegInnen anderer Träger hilft.
    Mit freundlichem Gruß
    Torben Schultz

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