Autor: Harald Wendler

  • Mit SICHERHEIT mehr Fahrrad fahr´n – drei zentrale Forderungen des ADFC-Mönchengladbach

    Mit SICHERHEIT mehr Fahrrad fahr´n – drei zentrale Forderungen des ADFC-Mönchengladbach

    Mit SICHERHEIT mehr Fahrrad fahr´n. So lautet das Motto der diesjährigen Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt am 22. Mai 2016.

    Im letzten Jahr nahmen an dieser Veranstaltung mehr als 1200 Radfahrer teil und setzten damit ein wichtiges Signal in Richtung der Mönchengladbacher Politik.

    Mönchengladbach ist eine Stadt, die seit vielen Jahrzehnten für den Autoverkehr gebaut wurde.
    So verwundert es nicht, dass Mönchengladbach beim letzten ADFC Fahrradklimatest (2014) bundesweit den vorletzten Platz belegt hat.

    In der Mönchengladbacher Politik und Verwaltung hat man erkannt, dass der Autoverkehr viele Probleme bereitet. Straßeninstandhaltung erzeugt enorme Kosten, Feinstaubwerte und Lärmpegel müssen eingehalten werden. Aber auch die Lebensqualität und die Verkehrssicherheit spielen eine wichtige Rolle.

    Initiativen und Aktionen wie 200 Tage Fahrradstadt oder das STADTRADELN bzw. die Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Mönchengladbacher Bürger bereit sind, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu nutzen. Bedingt durch den immer knapper werdenden Parkraum wird sich dieser Trend in den nächsten Jahren weiter beschleunigen.

    Auch wenn die Stadt in den letzten beiden Jahren vieles angestoßen hat, ist es immer noch abendteuerlich mit dem Rad durch unsere Stadt zu fahren.

    Einige Beispiele:
    Baulich angelegte Radwege sind an vielen Stellen viel zu schmal und weisen Wurzelschlag auf. Falschparker auf Rad- und Gehwegen zwingen zum Ausweichen, was häufig zu riskanten Ausweichmanövern führt. Auch Eltern-Taxis gefährden unsere Schulkinder auf ihren Schulwegen.

    Auch wenn die Bereitschaft der Stadt erkennbar ist, schreitet der Umbau nicht bzw. zu langsam voran.
    An Konzepten und Geld scheitert es nicht, vielmehr an Personal zur Planung und Umsetzung.

    Aus diesem Grund stellt der ADFC Mönchengladbach drei zentrale Forderungen:

    • Sichere Radwege
    • Zusätzliches Personal für den Radverkehr
    • Einen Ratsbeschluss, der 20% Radverkehrsanteil bis 2020 zum Ziel festlegt

    Sichere Radwege

    Es kann nicht pauschal beantwortet werden, ob ein Radweg auf der Straße oder neben dem Gehweg sicher ist. Vielmehr muss die Gesamtsituation (z. B. das Verkehrsauskommen) betrachtet werden.
    Auf der meist befahrenen Verkehrsachse Mönchengladbachs (Fliethstraße, Speickerstraße …) hat der Radfahrer z. B. nichts auf der Straße zu suchen. Hier kann nur ein durchgehender baulich angelegter Radweg eine Lösung sein. Auf einer Straße mit geringem Verkehrsaufkommen kann dagegen ein „Radweg auf der Straße“ durchaus eine akzeptable Lösung sein (z. B. Eickener Straße). Wichtig dabei ist, dass man die aktuell gültigen Vorgaben (ERA 2010 u.a.) einhält. Ein 100cm breiter Schutzstreifen bringt niemandem etwas. Da der zur Verfügung stehende Straßenraum oft begrenzt ist, muss man auch mal dazu bereit sein, eine Straße anders aufzuteilen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Hohenzollernstraße.

    Wir fordern die Stadt auf, die bekannten Problemwege zeitnah in sichere Radwege umzubauen. Eine generelle Abschaffung der Benutzungspflicht ist keine Lösung. Parallel dazu müssen sichere Alternativen geschaffen werden.
    Zusätzliches Personal für den Radverkehr

    2015 wurde Carsten Knoch als Mobilitätsbeauftragter der Stadt Mönchengladbach eingestellt. Was er damals vermutlich nicht wusste war, das er damit einen riesigen Berg an Problemen erbte. Natürlich beschäftigen sich noch andere Mitarbeiter der Verwaltung mit dem Radverkehr (z. B. Straßenplanung), trotzdem ist zu erkennen, dass viele Projekte stocken und nur zögerlich zum Abschluss gebracht werden. Die Freigabe von ca. 40 Einbahnstraßen in Eicken hat mehr als drei Jahre gedauert. Vergleichbare Städte sind da viel schneller unterwegs. Fördertöpfe können nicht abgerufen werden, weil kein Personal da ist, um die entsprechenden Anträge zu stellen.

    Auch beim Ordnungsamt fehlen Leute zur stärkeren Kontrolle von Falschparkern auf Rad- und Gehwegen. Nicht nur, das es nervig ist, ständig von diesen ausgebremst zu werden, oftmals entstehen beim Ausweichen zusätzlich gefährliche Situationen.

    Wir fordern die Stadt auf, zusätzliches Personal für die Planung und Durchführung von Fahrradprojekten einzustellen. Außerdem muss das Ordnungsamt personell verstärkt werden, um gezielt das Falschparken auf Rad- und Gehwegen zu bekämpfen.
    Ratsbeschluss, der 20% Radverkehrsanteil bis 2020 festlegt

    125.000 PKW´s waren 2013 gemeldet.
    In Mönchengladbach liegt der Radverkehrsanteil nach letzten Untersuchungen (2010) bei 6%, während der Autoverkehrsanteil (MIV) bei 62% liegt. Ein hohes Verkehrsaufkommen erzeugt generell ein hohes Sicherheitsrisiko für alle. Daraus folgert, dass mit weniger Autoverkehr die Sicherheit aller steigt.

    Aus diesem Grund muss der Radverkehrsanteil in den nächsten Jahren signifikant gesteigert werden. Andere vergleichbare Städte haben vorgemacht, dass dies geht (z. B. Krefeld mit 18% Radverkehrsanteil).
    Es müssen gute und sichere Bedingungen für den Radverkehr geschaffen werden, damit dies eine echte Alternative zum Autoverkehr darstellt.

    Wenn es die Stadt wirklich ernst meint, dann sollte sie dies politisch beschließen. Denn nur an einem politisch beschlossenen Ziel wird auch tatsächlich gearbeitet.

    Aus diesem Grund fordern wir den Stadtrat auf, einen Ratsbeschluss herbeizuführen, der 20% Radverkehrsanteil bis 2020 festlegt.

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  • „Innenminister Ralf Jäger klärt umfassend auf“

    „Innenminister Ralf Jäger klärt umfassend auf“

    Im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Kölner Silvesternacht wurde heute NRW-Innenminister Ralf Jäger als Zeuge befragt. Dazu erklärt Hans-Willi Körfges, SPD-Obmann im Ausschuss und stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion in NRW:

    „Ralf Jäger hat heute in der siebeneinhalbstündigen Befragung sachlich und ausführlich klargestellt: Es habe keinerlei Versuch des Innenministeriums gegeben, Straftaten zu vertuschen. Vielmehr hat er offen und nachvollziehbar dargelegt, wie die Landesregierung auf eine umfassende Aufklärung gedrängt hat, als sich die Dimensionen der Straftaten der Silvesternacht abgezeichnet haben.

    Damit ist erneut der durchsichtige Versuch von CDU und FDP gescheitert, mit ihrem trüben Gebräu aus Unterstellungen, Halbwahrheiten und Falschbehauptungen das Ansehen des Innenministers und damit der gesamten Landesregierung zu beschädigen. Ihnen geht es nicht um die Aufklärung und schon gar nicht um das Schicksal der Opfer. CDU und FDP verfolgen nur parteipolitisch motivierte Kampagnen.“

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  • Lena Zingsheim folgt auf Karl Sasserath

    Lena Zingsheim folgt auf Karl Sasserath

    Der Grünen-Politiker Karl Sasserath (63) hat sein Mandat als stimmberechtigtes Mitglied in der Bezirksvertretung Süd niedergelegt.
    Sasserath, zugleich Fraktionsvorsitzender der hiesigen Grünen, gehörte dieser Bezirksvertretung über 31 Jahre als ordentliches Mitglied an. Er wurde im Jahr 2004 zum Bezirksvorsteher Rheydt-Mitte gewählt, fünf Jahre später zum Bezirksvorsteher Süd.

    Sein Mandat wird die Lehramtsstudentin Lena Zingsheim übernehmen. Die 22-jährige Rheydterin ist auch Sprecherin der Grünen Jugend Mönchengladbach.

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  • Bundesverdienstkreuz für Marlene Merhar

    Bundesverdienstkreuz für Marlene Merhar

    Marlene Merhar aus Mönchengladbach, Vorsitzende des Fördervereins für krebskranke Kinder e.V. Köln, ist jetzt vom Bundespräsidenten für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit dem Verdienstkreuz am Bande das Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat der Wickratherin das Bundesverdienstkreuz jetzt im Rathaus zu Köln überreicht.

    „Als Oberbürgermeisterin der Stadt Köln danke ich Ihnen herzlich für Ihren beispielhaften und vorbildlichen Einsatz. Gerne übermittle ich Ihnen die Glückwünsche der Ministerpräsidentin und der Regierungspräsidentin. Ich selbst gratuliere Ihnen ebenfalls herzlich zu dieser Auszeichnung“, sagte Reker bei der Feierstunde. Diesen Glückwünschen schließt sich Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners gerne an: „Wir können froh und stolz sein, dass Menschen wie Marlene Merhar in unserer Stadt leben.“

    Die Krebserkrankung ihres 1991 verstorbenen Sohnes Frederik veranlasste Marlene Merhar 1990 dazu, dem neugegründeten Förderverein für krebskranke Kinder Köln beizutreten, der aus einer Initiative von Eltern krebskranker Kinder hervorgegangen ist. Der Verein wurde mit dem Ziel gegründet, die Situation und Lebensqualität krebskranker Kinder und ihrer Familien zu verbessern. Seit 1991 engagiert sich Marlene Merhar, die bis 2011 als kaufmännische Angestellte tätig war, in dem Verein und kümmerte sich viele Jahre zunächst um die Buchführung und Mitgliederverwaltung. Um Eltern von chronisch kranken Kindern das Pendeln zwischen Wohnort und Klinik zu ersparen, betreibt der Verein das 1998 eröffnete Elternhaus auf dem Gelände der Uniklinik Köln. Das Elternhaus bietet nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten, sondern ist auch ein Ort der Begegnung, in dem Elterntreffs, Gesprächskreise, gemeinsame Abendessen, Gottesdienste und Kreativabende stattfinden.

    2002 wurde Marlene Merhar in den Vorstand des Fördervereins gewählt und 2004 in das Amt der Vorstandsvorsitzenden, das sie bis heute ausübt. Die Aufgaben als Vorsitzende erfordern ein wöchentliches Engagement von etwa 15 bis 20 Stunden. Um dies leisten zu können, reduzierte Frau Merhar im Jahr 2004 die wöchentliche Arbeitszeit ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Kaufmännische Angestellte. Einen Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit bildet die Akquirierung von Spenden. So konnte der Verein beispielsweise die gesamten Baukosten für das Elternhaus von mehr als zwei Millionen Euro durch Spenden finanzieren. Auch die laufenden Kosten, rund 250.000 Euro jährlich, werden komplett von dem Förderverein getragen. Der unermüdliche Einsatz von Marlene Merhar und ihre äußerst erfolgreiche Spendenakquise ermöglichen dem Verein zudem, über das Elternhaus hinaus weitere Projekte zu unterstützen. Dazu zählen zum Beispiel die Finanzierung von derzeit fünf Arbeitsstellen auf der Kinderkrebsstation der Uniklinik Köln, die Organisation und Finanzierung von Freizeitmaßnahmen für die Kinder nach Abschluss der Behandlung sowie die Unterstützung von Familien, die durch die Erkrankung ihrer Kinder in eine finanzielle Notlage geraten sind.

    Als Mitglied des „Dachverbandes der Elterninitiativen in Deutschland“ und der „Deutschen Leukämie-Forschungshilfe – Aktion für krebskranke Kinder“ finanziert der Verein zusätzlich bundesweite Forschungsprojekte und Studien auf diesem Gebiet. Im Mai 2014 wurde Frau Merhar zur ehrenamtlichen Kassenprüferin der „Deutschen Leukämie-Forschungshilfe“ gewählt.

    Marlene Merhar gelingt es immer wieder, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung und der Presse auf die Arbeit ihres Vereins zu lenken. Stets gewinnt sie neue Mitglieder und Sponsoren. Darüber hinaus engagiert sie sich einmal pro Woche ganztägig im Elternhaus, um den dort vorübergehend wohnenden Eltern in ihrer belastenden Situation beizustehen. Sie nimmt zudem an zahlreichen Gesprächsrunden, Veranstaltungen und Treffen des Fördervereins teil und ist häufig bei Spendenübergaben vor Ort.

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  • Keine Fragen bitte!

    Verwaltung gibt es nicht zum Nulltarif, Bürger-Service auch nicht.

    Unser Oberbürgermeister kostet ebenfalls. Warum ich das betone?

    Nun, OB Reiners möchte gerne sparsam sein, er möchte bei den Auskünften sparen. Er bittet die im Rat vertretenen Parteien, mit ihren Anfragen zukünftig sparsamer zu sein. Es sind ihm zu viele.

    Schriftlich hat er die Parteien informiert, hat eine umfangreiche, eine kostspielige Dokumentation erarbeiten lassen, um seine Bitte/Aufforderung zu untermauern.

    Dies alles steht in einem krassen Missverhältnis zu seinen heren Ankündigungen, die in seiner Antrittsrede zu hören waren.

    Da war von besserem Bürgerservice die Rede.

    Nun weiß fast jeder, der schonmal eine Anfrage an die „Verwaltung“ gestellt hat, dass er möglicherweise nie eine Antwort erhält. Oder nach Monaten. Also wendet er sich an den Bezirksvertreter in seinem Bezirk. Kann dieser die Bürgerfrage nicht beantworten, stellt er eine entsprechende Anfrage in der Sitzung der Bezirksvertretung an die Verwaltung. Das sollen unsere gewählten Politiker zukünftig reduzieren bzw. unterlassen. Nach Ansicht unseres Oberbürgermeisters wird die Verwaltung dadurch überlastet. Pauschal, eine Begründung mitzuliefern hält der OB nicht für angebracht.

    Besserer Bürgerservice kostet Geld. Unser Oberbürgermeister ebenso.

    Soll der lästige, weil fragende, Bürger ruhiggestellt werden?

    Herr Reiners sollte es erklären.

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  • Papst Franziskus: „Was ist mit dir los, Europa?“  Seine Rede im Wortlaut

    Papst Franziskus: „Was ist mit dir los, Europa?“
    Seine Rede im Wortlaut

    Die Ansprache des Papstes bei der Verleihung des Karlspreises, am 6. Mai 2016, im Vatikan im Wortlaut:

    Sehr verehrte Gäste,

    herzlich heiße ich Sie willkommen und danke Ihnen, dass Sie da sind. Ein besonderer Dank gilt den Herren Marcel Philipp, Jürgen Linden, Martin Schulz, Jean-Claude Juncker und Donald Tusk für ihre freundlichen Worte. Ich möchte noch einmal meine Absicht bekräftigen, den ehrenvollen Preis, mit dem ich ausgezeichnet werde, Europa zu widmen: Wir wollen die Gelegenheit ergreifen, über dieses festliche Ereignis hinaus gemeinsam einen neuen kräftigen Schwung für diesen geliebten Kontinent zu wünschen.

    Die Kreativität, der Geist, die Fähigkeit, sich wieder aufzurichten und aus den eigenen Grenzen hinauszugehen, gehören zur Seele Europas. Im vergangenen Jahrhundert hat es der Menschheit bewiesen, dass ein neuer Anfang möglich war: Nach Jahren tragischer Auseinandersetzungen, die im furchtbarsten Krieg, an den man sich erinnert, gipfelten, entstand mit der Gnade Gottes etwas in der Geschichte noch nie dagewesenes Neues. Schutt und Asche konnten die Hoffnung und die Suche nach dem Anderen, die im Herzen der Gründerväter des europäischen Projekts brannten, nicht auslöschen. Sie legten das Fundament für ein Bollwerk des Friedens, ein Gebäude, das von Staaten aufgebaut ist, die sich nicht aus Zwang, sondern aus freier Entscheidung für das Gemeinwohl zusammenschlossen und dabei für immer darauf verzichtet haben, sich gegeneinander zu wenden. Nach vielen Teilungen fand Europa endlich sich selbst und begann sein Haus zu bauen.

    Diese »Familie von Völkern«[1], die in der Zwischenzeit lobenswerterweise größer geworden ist, scheint in jüngster Zeit die Mauern dieses gemeinsamen Hauses, die mitunter in Abweichung von dem glänzenden Projektentwurf der Väter errichtet wurden, weniger als sein Eigen zu empfinden. Jenes Klima des Neuen, jener brennende Wunsch, die Einheit aufzubauen, scheinen immer mehr erloschen. Wir Kinder dieses Traumes sind versucht, unseren Egoismen nachzugeben, indem wir auf den eigenen Nutzen schauen und daran denken, bestimmte Zäune zu errichten. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Resignation und die Müdigkeit nicht zur Seele Europas gehören und dass auch die »Schwierigkeiten zu machtvollen Förderern der Einheit werden können«[2].

    Im Europäischen Parlament habe ich mir erlaubt, von Europa als Großmutter zu sprechen. Zu den Europaabgeordneten sagte ich, dass von verschiedenen Seiten der Gesamteindruck eines müden und gealterten Europa, das nicht fruchtbar und lebendig ist, zugenommen hat, wo die großen Ideale, welche Europa inspiriert haben, ihre Anziehungskraft verloren zu haben scheinen; ein heruntergekommenes Europa, das seine Fähigkeit, etwas hervorzubringen und zu schaffen, verloren zu haben scheint. Ein Europa, das versucht ist, eher Räume zu sichern und zu beherrschen, als Inklusions- und Transformationsprozesse hervorzubringen; ein Europa, das sich „verschanzt“, anstatt Taten den Vorrang zu geben, welche neue Dynamiken in der Gesellschaft fördern – Dynamiken, die in der Lage sind, alle sozialen Handlungsträger (Gruppen und Personen) bei der Suche nach neuen Lösungen der gegenwärtigen Probleme einzubeziehen und dazu zu bewegen, auf dass sie bei wichtigen historischen Ereignissen Frucht bringen. Ein Europa, dem es fern liegt, Räume zu schützen, sondern das zu einer Mutter wird, die Prozesse hervorbringt (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 223).

    Was ist mit dir los, humanistisches Europa, du Verfechterin der Menschenrechte, der Demokratie und der Freiheit? Was ist mit dir los, Europa, du Heimat von Dichtern, Philosophen, Künstlern, Musikern, Literaten? Was ist mit dir los, Europa, du Mutter von Völkern und Nationen, Mutter großer Männer und Frauen, die die Würde ihrer Brüder und Schwestern zu verteidigen und dafür ihr Leben hinzugeben wussten?

    Der Schriftsteller Elie Wiesel, Überlebender der Nazi-Vernichtungslager, sagte, dass heute eine „Transfusion des Gedächtnisses“ grundlegend ist. Es ist notwendig, „Gedächtnis zu halten“, ein wenig von der Gegenwart Abstand zu nehmen, um der Stimme unserer Vorfahren zu lauschen. Das Gedächtnis wird uns nicht nur erlauben, nicht dieselben Fehler der Vergangenheit zu begehen (vgl. Evangelii gaudium, 108), sondern gibt uns auch Zutritt zu den Errungenschaften, die unseren Völkern geholfen haben, die historischen Kreuzungswege, denen sie begegneten, positiv zu beschreiten. Die Transfusion des Gedächtnisses befreit uns von der oft attraktiveren gegenwärtigen Tendenz, hastig auf dem Treibsand unmittelbarer Ergebnisse zu bauen, die »einen leichten politischen Ertrag schnell und kurzlebig erbringen [könnten], aber nicht die menschliche Fülle aufbauen« (ebd., 224).

    Zu diesem Zweck wird es uns gut tun, die Gründerväter Europas in Erinnerung zu rufen. Sie verstanden es, in einem von den Wunden des Krieges gezeichneten Umfeld nach alternativen, innovativen Wegen zu suchen. Sie hatten die Kühnheit, nicht nur von der Idee Europa zu träumen, sondern wagten, die Modelle, die bloß Gewalt und Zerstörung hervorbrachten, radikal zu verändern. Sie wagten, nach vielseitigen Lösungen für die Probleme zu suchen, die nach und nach von allen anerkannt wurden.

    Robert Schuman sagte bei dem Akt, den viele als die Geburtsstunde der ersten europäischen Gemeinschaft anerkennen: »Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung: Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.«[3] Gerade jetzt, in dieser unserer zerrissenen und verwundeten Welt, ist es notwendig, zu dieser Solidarität der Tat zurückzukehren, zur selben konkreten Großzügigkeit, der auf den Zweiten Weltkrieg folgte, denn – wie Schuman weiter ausführte – »Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.«[4] Die Pläne der Gründerväter, jener Herolde des Friedens und Propheten der Zukunft, sind nicht überholt: Heute mehr denn je regen sie an, Brücken zu bauen und Mauern einzureißen. Sie scheinen einen eindringlichen Aufruf auszusprechen, sich nicht mit kosmetischen Überarbeitungen oder gewundenen Kompromissen zur Verbesserung mancher Verträge zufrieden zu geben, sondern mutig neue, tief verwurzelte Fundamente zu legen. Wie Alcide De Gasperi sagte: »Von der Sorge um das Gemeinwohl unserer europäischen Vaterländer, unseres Vaterlandes Europa gleichermaßen beseelt, müssen alle ohne Furcht eine konstruktive Arbeit wieder neu beginnen, die alle unsere Anstrengungen einer geduldigen und dauerhaften Zusammenarbeit erfordert.«[5]

    Diese Übertragung des Gedächtnisses macht es uns möglich, uns von der Vergangenheit inspirieren zu lassen, um mutig dem vielschichtigen mehrpoligen Kontext unserer Tage zu begegnen und dabei entschlossen die Herausforderung anzunehmen, die Idee Europa zu „aktualisieren“ – eines Europa, das imstande ist, einen neuen, auf drei Fähigkeiten gegründeten Humanismus zur Welt zu bringen: Fähigkeit zur Integration, Fähigkeit zum Dialog und Fähigkeit, etwas hervorzubringen.

     

    Fähigkeit zur Integration

    Erich Przywara fordert uns mit seinem großartigen Werk Idee Europa heraus, sich die Stadt als eine Stätte des Zusammenlebens verschiedener Einrichtungen auf unterschiedlichen Ebenen vorzustellen. Er kannte jene reduktionistische Tendenz, die jedem Versuch, das gesellschaftliche Gefüge zu denken und davon zu träumen, innewohnt. Die vielen unserer Städte innewohnende Schönheit verdankt sich der Tatsache, dass es ihnen gelungen ist, die Unterschiede der Epochen, Nationen, Stile, Visionen in der Zeit zu bewahren. Es genügt, auf das unschätzbare kulturelle Erbe Roms zu schauen, um noch einmal zu bekräftigen, dass der Reichtum und der Wert eines Volkes eben darin wurzelt, alle diese Ebenen in einem gesunden Miteinander auszudrücken zu wissen. Die Reduktionismen und alle Bestrebungen zur Vereinheitlichung – weit entfernt davon, Wert hervorzubringen – verurteilen unsere Völker zu einer grausamen Armut: jene der Exklusion. Und weit entfernt davon, Größe, Reichtum und Schönheit mit sich zu bringen, ruft die Exklusion Feigheit, Enge und Brutalität hervor. Weit entfernt davon, dem Geist Adel zu verleihen, bringt sie ihm Kleinlichkeit.

    Die Wurzeln unserer Völker, die Wurzeln Europas festigten sich im Laufe seiner Geschichte. Dabei lernte es, die verschiedensten Kulturen, ohne sichtliche Verbindung untereinander, in immer neuen Synthesen zu integrieren. Die europäische Identität ist und war immer eine dynamische und multikulturelle Identität.

    Die Politik weiß, dass sie vor dieser grundlegenden und nicht verschiebbaren Arbeit der Integration steht. Wir wissen: »Das Ganze ist mehr als der Teil, und es ist auch mehr als ihre einfache Summe.« Dafür muss man immer arbeiten und »den Blick ausweiten, um ein größeres Gut zu erkennen, das uns allen Nutzen bringt« (Evangelii gaudium, 235). Wir sind aufgefordert, eine Integration zu fördern, die in der Solidarität die Art und Weise findet, wie die Dinge zu tun sind, wie Geschichte gestaltet werden soll. Es geht um eine Solidarität, die nie mit Almosen verwechselt werden darf, sondern als Schaffung von Möglichkeiten zu sehen ist, damit alle Bewohner unserer – und vieler anderer – Städte ihr Leben in Würde entfalten können. Die Zeit lehrt uns gerade, dass die bloß geographische Eingliederung der Menschen nicht ausreicht, sondern dass die Herausforderung in einer starken kulturellen Integration besteht.

    Auf diese Weise wird die Gemeinschaft der europäischen Völker die Versuchung überwinden können, sich auf einseitige Paradigmen zurückzuziehen und sich auf „ideologische Kolonialisierungen“ einzulassen. So wird sie vielmehr die Größe der europäischen Seele wiederentdecken, die aus der Begegnung von Zivilisationen und Völkern entstanden ist, die viel weiter als die gegenwärtigen Grenzen der Europäischen Union geht und berufen ist, zum Vorbild für neue Synthesen und des Dialogs zu werden. Das Gesicht Europas unterscheidet sich nämlich nicht dadurch, dass es sich anderen widersetzt, sondern dass es die Züge verschiedener Kulturen eingeprägt trägt und die Schönheit, die aus der Überwindung der Beziehungslosigkeit kommt. Ohne diese Fähigkeit zur Integration werden die einst von Konrad Adenauer gesprochenen Worte heute als Prophezeiung der Zukunft erklingen: »Die Zukunft der abendländischen Menschheit [ist] durch nichts, aber auch durch gar nichts, durch keine politische Spannung so sehr gefährdet wie durch die Gefahr der Vermassung, der Uniformierung des Denkens und Fühlens, kurz, der gesamten Lebensauffassung und durch die Flucht aus der Verantwortung, aus der Sorge für sich selbst.«[6]

     

    Die Fähigkeit zum Dialog

    Wenn es ein Wort gibt, das wir bis zur Erschöpfung wiederholen müssen, dann lautet es Dialog. Wir sind aufgefordert, eine Kultur des Dialogs zu fördern, indem wir mit allen Mitteln Instanzen zu eröffnen suchen, damit dieser Dialog möglich wird und uns gestattet, das soziale Gefüge neu aufzubauen. Die Kultur des Dialogs impliziert einen echten Lernprozess sowie eine Askese, die uns hilft, den Anderen als ebenbürtigen Gesprächspartner anzuerkennen, und die uns erlaubt, den Fremden, den Migranten, den Angehörigen einer anderen Kultur als Subjekt zu betrachten, dem man als anerkanntem und geschätztem Gegenüber zuhört. Es ist für uns heute dringlich, alle sozialen Handlungsträger einzubeziehen, um »eine Kultur, die den Dialog als Form der Begegnung bevorzugt,« zu fördern, indem wir »die Suche nach Einvernehmen und Übereinkünften [vorantreiben], ohne sie jedoch von der Sorge um eine gerechte Gesellschaft zu trennen, die erinnerungsfähig ist und niemanden ausschließt« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 239). Der Frieden wird in dem Maß dauerhaft sein, wie wir unsere Kinder mit den Werkzeugen des Dialogs ausrüsten und sie den „guten Kampf“ der Begegnung und der Verhandlung lehren. Auf diese Weise werden wir ihnen eine Kultur als Erbe überlassen können, die Strategien zu umreißen weiß, die nicht zum Tod, sondern zum Leben, nicht zur Ausschließung, sondern zur Integration führen.

    Diese Kultur des Dialogs, die in alle schulischen Lehrpläne als übergreifende Achse der Fächer aufgenommen werden müsste, wird dazu verhelfen, der jungen Generation eine andere Art der Konfliktlösung einzuprägen als jene, an die wir sie jetzt gewöhnen. Heute ist es dringend nötig, „Koalitionen“ schaffen zu können, die nicht mehr nur militärisch oder wirtschaftlich, sondern kulturell, erzieherisch, philosophisch und religiös sind. Koalitionen, die herausstellen, dass es bei vielen Auseinandersetzungen oft um die Macht wirtschaftlicher Gruppen geht. Es braucht Koalitionen, die fähig sind, das Volk vor der Benutzung durch unlautere Ziele zu verteidigen. Rüsten wir unsere Leute mit der Kultur des Dialogs und der Begegnung aus.

     

    Die Fähigkeit, etwas hervorzubringen

    Der Dialog und alles, was er mit sich bringt, erinnern uns daran, dass keiner sich darauf beschränken kann, Zuschauer oder bloßer Beobachter zu sein. Alle, vom Kleinsten bis zum Größten, bilden einen aktiven Part beim Aufbau einer integrierten und versöhnten Gesellschaft. Diese Kultur ist möglich, wenn alle an ihrer Ausgestaltung und ihrem Aufbau teilhaben. Die gegenwärtige Situation lässt keine bloßen Zaungäste der Kämpfe anderer zu. Sie ist im Gegenteil ein deutlicher Appell an die persönliche und soziale Verantwortung.

    In diesem Sinne spielen unsere jungen Menschen eine dominierende Rolle. Sie sind nicht die Zukunft unserer Völker, sie sind ihre Gegenwart. Schon heute schmieden sie mit ihren Träumen und mit ihrem Leben den europäischen Geist. Wir können nicht an ein Morgen denken, ohne dass wir ihnen eine wirkliche Teilhabe als Träger der Veränderung und des Wandels anbieten. Wir können uns Europa nicht vorstellen, ohne dass wir sie einbeziehen und zu Protagonisten dieses Traums machen.

    Kürzlich habe ich über diesen Aspekt nachgedacht, und ich habe mich gefragt: Wie können wir unsere jungen Menschen an diesem Aufbau teilhaben lassen, wenn wir ihnen die Arbeit vorenthalten? Wenn wir ihnen keine würdige Arbeiten geben, die ihnen erlauben, sich mit Hilfe ihrer Hände, ihrer Intelligenz und ihren Energien zu entwickeln? Wie können wir behaupten, ihnen die Bedeutung von Protagonisten zuzugestehen, wenn die Quoten der Arbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung von Millionen von jungen Europäern ansteigen? Wie können wir es vermeiden, unsere jungen Menschen zu verlieren, die auf der Suche nach Idealen und nach einem Zugehörigkeitsgefühl schließlich anderswohin gehen, weil wir ihnen hier in ihrem Land keine Gelegenheiten und keine Werte zu vermitteln vermögen?

    »Die gerechte Verteilung der Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit ist keine bloße Philanthropie. Es ist eine moralische Pflicht«[7]. Wenn wir unsere Gesellschaft anders konzipieren wollen, müssen wir würdige und lukrative Arbeitsplätze schaffen, besonders für unsere jungen Menschen.

    Das erfordert die Suche nach neuen Wirtschaftsmodellen, die in höherem Maße inklusiv und gerecht sind. Sie sollen nicht darauf ausgerichtet sein, nur einigen wenigen zu dienen, sondern vielmehr dem Wohl jedes Menschen und der Gesellschaft. Und das verlangt den Übergang von einer „verflüssigten“ Wirtschaft zu einer sozialen Wirtschaft. Ich denke zum Beispiel an die soziale Marktwirtschaft, zu der auch meine Vorgänger ermutigt haben (vgl. Johannes Paul II. Ansprache an den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, 8. November 1990). Es ist nötig, von einer Wirtschaft, die auf den Verdienst und den Profit auf der Basis von Spekulation und Darlehen auf Zinsen zielt, zu einer sozialen Wirtschaft überzugehen, die in die Menschen investiert, indem sie Arbeitsplätze und Qualifikation schafft.

    Von einer „verflüssigten“ Wirtschaft, die dazu neigt, Korruption als Mittel zur Erzielung von Gewinnen zu begünstigen, müssen wir zu einer sozialen Wirtschaft gelangen, die den Zugang zum Land und zum Dach über dem Kopf garantiert. Und dies mittels der Arbeit als dem Umfeld, in dem die Menschen und die Gemeinschaften »viele Dimensionen des Lebens ins Spiel [bringen können]: die Kreativität, die Planung der Zukunft, die Entwicklung der Fähigkeiten, die Ausübung der Werte, die Kommunikation mit den anderen, eine Haltung der Anbetung. In der weltweiten sozialen Wirklichkeit von heute ist es daher über die begrenzten Interessen der Unternehmen und einer fragwürdigen wirtschaftlichen Rationalität hinaus notwendig, ‚dass als Priorität weiterhin das Ziel verfolgt wird, allen Zugang zur Arbeit zu verschaffen‘[8]« (Enzyklika Laudato si‘, 127).

    Wenn wir eine menschenwürdige Zukunft anstreben wollen, wenn wir eine friedliche Zukunft für unsere Gesellschaft wünschen, können wir sie nur erreichen, indem wir auf die wahre Inklusion setzen: »die, welche die würdige, freie, kreative, beteiligte und solidarische Arbeit gibt«[9]. Dieser Übergang (von einer „verflüssigten“ zu einer sozialen Wirtschaft) vermittelt nicht nur neue Perspektiven und konkrete Gelegenheiten zur Integration und Inklusion, sondern eröffnet uns von neuem die Fähigkeit von jenem Humanismus zu träumen, dessen Wiege und Quelle Europa einst war.

    Am Wiederaufblühen eines zwar müden, aber immer noch an Energien und Kapazitäten reichen Europas kann und soll die Kirche mitwirken. Ihre Aufgabe fällt mit ihrer Mission zusammen, der Verkündigung des Evangeliums. Diese zeigt sich heute mehr denn je vor allem dahin, dass wir dem Menschen mit seinen Verletzungen entgegenkommen, indem wir ihm die starke und zugleich schlichte Gegenwart Christi bringen, seine tröstende und ermutigende Barmherzigkeit. Gott möchte unter den Menschen wohnen, aber das kann er nur mit Männern und Frauen erreichen, die – wie einst die großen Glaubensboten des Kontinents – von ihm angerührt sind und das Evangelium leben, ohne nach etwas anderem zu suchen. Nur eine Kirche, die reich an Zeugen ist, vermag von neuem das reine Wasser des Evangeliums auf die Wurzeln Europas zu geben. Dabei ist der Weg der Christen auf die volle Gemeinschaft hin ein großes Zeichen der Zeit, aber auch ein dringendes Erfordernis, um dem Ruf des Herrn zu entsprechen, dass alle eins sein sollen (vgl. Joh 17,21).

    Mit dem Verstand und mit dem Herz, mit Hoffnung und ohne leere Nostalgien, als Sohn, der in der Mutter Europa seine Lebens- und Glaubenswurzeln hat, träume ich von einem neuen europäischen Humanismus: »Es bedarf eines ständigen Weges der Humanisierung«, und dazu braucht es »Gedächtnis, Mut und eine gesunde menschliche Zukunftsvision«[10]. Ich träume von einem jungen Europa, das fähig ist, noch Mutter zu sein: eine Mutter, die Leben hat, weil sie das Leben achtet und Hoffnung für das Leben bietet. Ich träume von einem Europa, das sich um das Kind kümmert, das dem Armen brüderlich beisteht und ebenso dem, der Aufnahme suchend kommt, weil er nichts mehr hat und um Hilfe bittet. Ich träume von einem Europa, das die Kranken und die alten Menschen anhört und ihnen Wertschätzung entgegenbringt, auf dass sie nicht zu unproduktiven Abfallsgegenständen herabgesetzt werden. Ich träume von einem Europa, in dem das Migrantsein kein Verbrechen ist, sondern vielmehr eine Einladung zu einem größeren Einsatz mit der Würde der ganzen menschlichen Person. Ich träume von einem Europa, wo die jungen Menschen die reine Luft der Ehrlichkeit atmen, wo sie die Schönheit der Kultur und eines einfachen Lebens lieben, die nicht von den endlosen Bedürfnissen des Konsumismus beschmutzt ist; wo das Heiraten und der Kinderwunsch eine Verantwortung wie eine große Freude sind und kein Problem darstellen, weil es an einer hinreichend stabilen Arbeit fehlt. Ich träume von einem Europa der Familien mit einer echt wirksamen Politik, die mehr in die Gesichter als auf die Zahlen blickt und mehr auf die Geburt von Kindern als auf die Vermehrung der Güter achtet. Ich träume von einem Europa, das die Rechte des Einzelnen fördert und schützt, ohne die Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft außer Acht zu lassen. Ich träume von einem Europa, von dem man nicht sagen kann, dass sein Einsatz für die Menschenrechte an letzter Stelle seiner Visionen stand.

     

    [1] Ansprache an das Europäische Parlament, Straßburg, 25. November 2015.

    [2] Ebd.

    [3] Erklärung am 9. Mai 1950 im Salon de l’Horloge, Quai d’Orsay, Paris.

    [4] Ebd.

    [5] Vgl. Rede auf der Europäischen Parlamentarischen Konferenz, Paris, 21. April 1954.

    [6] Ansprache auf dem Deutschen Handwerkertag, Düsseldorf, 27. April 1952.

    [7] Ansprache beim Welttreffen der Volksbewegungen, Santa Cruz de la Sierra, 9. Juli 2015.

    [8] Benedikt XVI., Enzyklika Caritas in veritate (29. Juni 2009), 32: AAS 101 (2009), 666.

    [9] Ansprache beim Welttreffen der Volksbewegungen, Santa Cruz de la Sierra, 9. Juli 2015.

    [10] Ansprache an den Europarat, Straßburg, 25. November 2014.

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  • Informationsveranstaltung: „Wechselwirkungen von Extremismen: Die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland“

    Informationsveranstaltung: „Wechselwirkungen von Extremismen: Die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland“

    Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Mönchengladbacher Bündnisses: „Aufstehen!– Für Menschenwürde – Gegen Rechtesextremismus sind alle interessierten Bürger herzlich zu einer Informationsveranstaltung
    eingeladen.
    Es spricht der Präsident des Bundesamt für Verfassungsschutz Dr. Hans Georg Maaßen zum Thema:
    „Wechselwirkungen von Extremismen: Die aktuelle Sicherheitslage in Deutschland“

    Im Anschluss werden Dr. Hans Georg Maaßen und unsere Polizeipräsident Mathis Wiesselmann Fragen beantworten.
    Diese Podiumsdiskussion wird geleitet vom Lokalredakteur der RP Mönchengladbach Ralf Jüngermann.
    Die Veranstaltung findet statt:
    Montag, 23. Mai 2016, um 18:30 Uhr in der Citykirche,
    Alter Markt, 41061 Mönchengladbach
    Aus organisatorischen Gründen empfehlen wir Ihnen, sich bis einschließlich 16. Mai anzumelden unter der E-Mail-Adresse kontakt@theo-hespers-stiftung.de oder telefonisch bei der RP unter Rufnummer 02161-244 251.

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  • Flughafen Düsseldorf: Grüne gegen eine Kapazitätserweiterung

    Flughafen Düsseldorf: Grüne gegen eine Kapazitätserweiterung

    Die Grünen in Mönchengladbach lehnen den Antrag des Flughafens Düsseldorf auf Kapazitätserweiterung entschieden ab.
    Hintergrund: Die Flughafengesellschaft will durch eine neue Betriebsgeneh­migung unter anderem erreichen, dass es statt bisher 47 künftig 60 Flugbewegungen pro Stunde auf dem Flughafen in Düsseldorf geben darf. Dies würde bedeuten, dass noch mehr Flugzeuge über dem Osten von Mönchengladbach – insbesondere über dem dicht besiedelten Wohngebiet in  Giesenkirchen – kreisen würden. „Schon heute fliegen bei ungünstiger Windlage fast im Minutentakt die Flugzeuge auf dem „Einflugstrahl“ genau über Giesenkirchen ein und erzeugen einen unerträglichen Lärmpegel bis in die Nachtstunden hinein“, stellt Hajo Siemes, Vertreter der Grünen in der Bezirksvertretung Ost und zugleich Mit-Initiator der Bürgerinitiative „Gegen Fluglärm MG-Ost“, fest.

    Die Anträge und Pläne zum Planfeststellungsverfahren werden ab Montag, 23. Mai 2016 öffentlich ausgelegt.

    Die Stadt Mönchengladbach wird am Verfahren beteiligt und kann daher eine Stellungnahme gegen die Kapazitätserweiterung abgeben. „Wir bitten vor diesem Hintergrund die Verwaltung, in Zusammenarbeit mit den anderen vom Lärm betroffenen Kommunen im Umland des Flughafens Düsseldorf alle politischen und rechtlichen Maßnahmen zur Verhinderung der von der Flughafengesellschaft geforderten Kapazitätserweiterung zu ergreifen,“ sagt Peter Walter, Vorstandssprecher des Grünen-Kreisverbandes in Mönchengladbach. Als Giesenkirchener ist er ebenfalls vom Fluglärm betroffen.  Ausgerechnet über den im Lärmaktionsplan der Stadt Mönchengladbach ausgewiesenen Ruhegebieten Hoppbruch und Bungtwald beginnt die Einflugschneise zur Landung auf dem Düsseldorfer Flughafen. Die „ruhigen Gebiete“ sind damit schon jetzt von einem hohen Lärmpegel durch Fluglärm betroffen und würden bei einem noch höheren Lärmaufkommen ihre Funktion als Naherholungsgebiete verlieren.

    Neben der Stadt Mönchengladbach können ab dem 23. Mai auch alle vom Fluglärm betroffenen Bürgerinnen und Bürger ihre Bedenken und Anregungen zur Kapazitätserweiterung vorbringen. Die Einwendungen müssen spätestens bis zum 8. Juli 2016 bei der Bezirksregierung Düsseldorf geltend gemacht werden. „Leider können die Bürgerinnen und Bürger nur über das Internet in die ausgelegten Unterlagen Einblick nehmen“, bedauert Hajo Siemes.

    Unter www.mbwsv.nrw.de können die Unterlagen eingesehen werden.
    In Mönchengladbach werden übrigens die Unterlagen – im Gegensatz zu anderen vom Fluglärm betroffenen Kommunen – nicht öffentlich in der Verwaltung ausgelegt.
    „Dies bedauern wir Grüne sehr“, sagt Siemes. „Trotzdem hoffen wir, dass sich eine möglichst hohe Zahl von Bürgerinnen und Bürgern an dem Widerspruchsverfahren beteiligen.“

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  • Mein eigener Chef werden, aber wie?  Existenzgründertage an der Hochschule Niederrhein

    Mein eigener Chef werden, aber wie?
    Existenzgründertage an der Hochschule Niederrhein

    Wie startet man erfolgreich in die Selbstständigkeit? Darum geht es an den beiden Existenzgründertagen an der Hochschule Niederrhein. Unter dem Motto „Get Up – Start Up“ erhalten Studierende am 10. Mai in Krefeld und am 12. Mai in Mönchengladbach die Möglichkeit, sich professionell zum Thema Selbstständigkeit beraten zu lassen. Zwischen 12 und 17 Uhr gibt es reichlich Infomaterial sowie Erfahrungsberichte und Fachvorträge.

    Bei beiden Veranstaltungen können die Besucher wählen, welche Angebote sie wahrnehmen möchten.
    Insgesamt gibt es fünf Beratungsinseln zu den Themen „Geschäftsidee, Markt und Wettbewerb“, „Marketing und Vertrieb“, „Finanzierung und Versicherung“, „Unternehmensleitung und persönliche Eignung“ sowie „Rechtsform, Gesellschaftsstruktur und Steuern“.

    Daneben legen die Existenzgründertage Wert auf eine enge Vernetzung und den Austausch mit anderen Gründern. Ziel ist, dass Gründer und andere Gründungsinteressierte ins Gespräch zu kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

    Termine auf einen Blick:
    Dienstag, 10. Mai, 12 bis 17 Uhr, Krefeld Süd, Foyer Gebäude J
    Donnerstag, 12. Mai, 12 bis 17 Uhr, Mönchengladbach, Gebäude Z

     

    Weitere Informationen und das Tagesprogramm gibt es unter http://www.hs-niederrhein.de/existenzgruendung/

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  • „Ausbildungschancen für alle Jugendlichen“ –  Bewerbungen sind online bis zum 31. Juli möglich

    „Ausbildungschancen für alle Jugendlichen“ –
    Bewerbungen sind online bis zum 31. Juli möglich

    Unternehmen und Initiativen, Institutionen und Schulen können sich ab sofort wieder um die Auszeichnung „Ausbildungs-Ass“ bewerben. Darauf weist SPD-Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel hin.
    Mit dem Preis, den die Wirtschaftsjunioren Deutschland gemeinsam mit den Junioren des Handwerks und der INTER Versicherungsgruppe vergeben, wird das besondere Engagement in der Ausbildung ausgezeichnet.

    „Unser Ziel ist, dass jeder Jugendliche eine gute Ausbildung bekommen kann“, betont Yüksel „Dazu ist es wichtig, dass es engagierte Unternehmen und Initiativen gibt, die sich mit Leidenschaft und Herzblut dafür einsetzen. Das Ausbildungs-Ass ist eine gute Möglichkeit, dieses Engagement zu würdigen und vorbildliche Unternehmen sowie Initiativen bekannt zu machen.“

    „Ich bin sicher, dass es hier in der Region spannende Unternehmen und Initiativen gibt, die den Titel Ausbildungs-Ass 2016 verdienen“, sagt Yüksel. „Ich kann deshalb nur dazu ermutigen, die Chance zu nutzen und sich um diese Auszeichnung zu bewerben.“

    Das Ausbildungs-Ass feiert in diesem Jahr sein 20jähriges Jubiläum und ist mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 15.000 Euro dotiert. Bewerben können sich Unternehmen und Handwerksbetriebe, die sich in hohem Maße für die Ausbildung einsetzen, sowie Schulen, Initiativen und Institutionen in Deutschland, die an außer-, überbetrieblichen oder schulischen Initiativen mitwirken.

    Auch in diesem Jahr übernimmt der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Sigmar Gabriel, die Schirmherrschaft.
    Bewerbungen sind online bis zum 31. Juli möglich, weitere Informationen gibt es unter www.ausbildungsass.de

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  • Ulrike von der Groeben: Engagement für den Volksverein

    Ulrike von der Groeben: Engagement für den Volksverein

    Seit vielen Jahren unterstützt Ulrike von der Groeben die Arbeit des Volksvereins.

    Zunächst als Raumpatin bei einem Ausbauprojekt – und seitdem immer wieder:  als Moderatorin einer Secondhand Modenschau oder mehrfach bei lokalen Aktionen, über hundert Menschen auf der Hindenburgstraße zum Absingen eines Geburtstagsständchens zu bewegen oder zuletzt als Kassiererin an einer DM-Markt Kasse im Minto. Immer galt Ihr Engagement dem Volksverein und zuletzt brachte Ulrike von der Groeben im Herbst 2015 den Volksverein auch beim Kitchen-Talk in Mönchengladbach wieder ins Gespräch.

    Jetzt heißt es „Daumen drücken“. Ulrike von der Groeben wird voraussichtlich am 9. Mai im ARD-„Quizduell Olymp“  in der zweiten  Staffel zu Gast sein. Sie wird gemeinsam mit einem weiteren Prominenten gegen Team Olymp spielen.

    Im Falle eines Gewinns wird Sie Ihren erspielten Anteil an den Volksverein Mönchengladbach spenden.
    Also bitte vormerken: Montag 9. Mail ab 18:00 Uhr in der ARD

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  • Feuerwehr informiert: Rauchmelder sind Pflicht!

    Feuerwehr informiert: Rauchmelder sind Pflicht!

    Rauchmelder sind nicht nur Pflicht, sondern sie retten Leben!
    Ab dem Jahresbeginn 2017 sind Rauchmelder auch in bestehenden Wohnungen verpflichtend.
    Im Zuge der bundesweiten Aktion – Rauchmeldertag Freitag der 13. – informiert die Feuerwehr Mönchengladbach an verschieden Stellen im Mai zu dem Thema Rauchmelder; der richtigen Installation, Wartung und Handhabung. Darüber hinaus können Geräte mit einer 10-Jahres-Batterie erworben werden.

    Hier die Termine und Standorte:

    Odenkirchen: 8. Mai, von 13:00-18:00 Uhr im Zentrum von Odenkirchen (Burgfreiheit)

    Rheydt: 13. Mai, von 15:00-18:00 Uhr in der Rheydter Innenstadt

    Neuwerk, 13. Mai, von 15:00-18:00 Uhr auf dem Neuwerker Marktplatz

    Rheindahlen, 13. Mai, von 14:00-16:00 Uhr auf dem Rheindahlener Marktplatz

    Wickrath, 21. Mai, von 10:00-13:00 Uhr an der Realschule Wickrath

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  • Schützen in Giesenkirchen – Parade marsch!

    Schützen in Giesenkirchen – Parade marsch!

    [Video der Sonntags-Parade am Konstantinplatz]
    Gestern ging das Giesenkirchener Schützenfest zu Ende. Es gehört naturgemäß zum Sommerbrauchtum obwohl der Mai i.d.R. noch recht kühl daherkommt.
    Diesmal war es anders, pünktlich setzte besseres Wetter ein, die Schützen, die Majestäten und Gefolge, sie alle hatten zumindest ein schönes Sonnenwetter.
    So machte es richtigen Spaß, der Parade zuzuschauen.

     

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  • Barbara Lampl mit „Lean in“ im CO21 Start am Dienstag, 3. Mai

    Barbara Lampl mit „Lean in“ im CO21
    Start am Dienstag, 3. Mai

    Es fing damit an, dass sie Sheryl Sandberg mit elegantem Kleid auf dem Titel des Time Magazin entdeckt hat, dass bei ihren Eltern zuhause herumlag. „Don´t hate her cause she´s succesful“ hieß der Titel im April 2013, und die Facebook-Geschäftsführerin sah einfach toll aus. Barbara Lampl war elektrisiert, denn das war irgendwie auch ihre Geschichte. „Lean in“ ist endlich mal ein Buch, das zeigt, wie es gehen kann. Seitdem gründet und betreut Barbara Lampl Lean in Circles in Deutschland – und wenn sie schildert, wie sich die Frauen in den monatlich wiederkehrenden Treffen verändern, gerät sie ins Schwärmen. Damit startet sie am Dienstag (morgen, 3.5.) nun auch in Mönchengladbach im neuen Coworking „CO21“ direkt gegenüber dem Minto.  „Ich frage in der Vorstellungsrunde nicht nur nach der üblichen Vita, sondern nach den Dingen, die du sonst nicht erzählen möchtest. Dabei passieren die spanndendsten Dinge“, sagt „Emphatic Business“-Coach Lampl.

    Schon immer war sie anders, doch dass sie Autistin ist, weiß die geborene Münchenerin erst nach ihrem Studium der Mathematik, Finanzwissenschaft und Psychologie in Zürich, das mit in einem Zusammenbruch endete. Die für eine Frau – damals, aber wohl auch heute noch – ungewöhnliche Kombination aus Zahlen, Seelenkunde und Geld hat Barbara Lampl in ihrer Karriere weiter verfolgt, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Zunächst Vermögensverwaltung, mit 28 die eigene Firma in diesem Bereich, doch mittlerweile steht bei der 37jährigen das menschliche Verhalten im Mittelpunkt. Es wundert wenig, dass sie inzwischen in Köln ihre Zelte aufgeschlagen hat.

    Barbara Lampl ist zielstrebig, erfolgreich und vielseitig. Mittlerweile sind auch die Medien aufmerksam geworden, ob FAZ, Focus, Süddeutsche, N24, die Welt oder Brigitte. Ihre Kunden waren zuerst Männer aus der Finanzbranche, heute sind es oft auch Frauen – aber keineswegs ausschließlich. „Empathic Business“ hängt bei Barbara Lampl viel mit ihrer eigenen Geschichte zusammen. „Als Autistin waren für mich alle Menschen schon seit meiner Kindheit sehr anders. Ich war gezwungen, mich bewusst auf sie zu konzentrieren, mich in sie einzufühlen, um mir ihr Verhalten zu erklären“ – der Autistin fehlten viele „normale“ emotionale Antennen und Intuitionen. Emotionen musste sie sich erschließen wie Fahrschüler Verkehrszeichen für die Führerscheinprüfung. Dies betrifft vor allem die körperlichen Signale von Emotionen, die der übrigen Welt automatisch in der Kindheit vermittelt werden.

    Dieses bewusste Einfühlen hat Barbara Lampl aber auch geholfen, die wichtigesten Stellschrauben im Business zu verstehen – wie menschliches Verhalten zu erklären und zu verändern ist, wenn es den Erfolg blockiert. Dabei ist Deutschland vor allem für Frauen kein einfaches Pflaster, so Lampl. „Unsere mittelstandsgeprägte Kultur suggeriert ihnen, dass sie alles falsch machen – Karrierefrauen, die ihre Kinder nicht zugleich noch am Nachmittag betreuen, sind hier viel suspekter als in Frankreich oder Asien. Auch in den USA ist der Doppelverdienerhaushalt viel mehr Normalität“. Frauen internalisieren diese paradoxen Ansprüche, Karrierfrau und Übermutti zugleich sein zu müssen. Ein anderer typischer Reflex ist hierzulande, das „System“ verantwortlich zu machen. Nur führt dieser Gedanke meist zu Ohnmachtsgefühlen – wer kann das schon ändern.

    „Wir können es sowieso keinem Recht machen, darum mach es gleich wie du denkst“, rät Barbara Lampl. Und inspiriert von einer starken Gruppe kann ein solcher Prozess leichter gelingen, als wenn das nur still im eigenen Kämmerlein geschieht. So ist es jedenfalls im CO21 in Mönchengladbachs City geplant. Der Ort jedenfalls passt: Hier sollen Gründer, Uni-Absolventen und Business-Starter gefördert werden – sie können im Coworking flexibel WLAN-Schreibtische buchen und sich untereinander vernetzen. Statt sich zuhause zu verkriechen, arbeiten Coworker in einer inspirierenden Community. Die Wirtschaftsförderung WFMG steht hinter dem Projekt. Events wie das mit Barbara Lampl geben Coworkern dabei einen zusätzlichen Kick.

    Christoph Schlee

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  • potpourri festival 2016 – abrocken, zuschauen, bewerten oder mitmachen!

    potpourri festival 2016 – abrocken, zuschauen, bewerten oder mitmachen!

    An zwei Wochenenden, vom 20. bis zum 21. Mai und vom 3. bis zum 5. Juni bringt das Team des potpourri festivals wieder eine Mischung von vielem was die junge kreative Kulturszene in Mönchengladbach zu bieten hat und das bei freiem Eintritt.

    Musik, Kunst, Poetry Slams – das potpurri festival mit freiem Eintritt, startet am Freitag 20. Mai und hat in seinem Programm so ziemlich für jeden etwas dabei.
    Am ersten Festivalwochenende vom 20. bis zum 21. Mai treten im Projekt 42 in der Mönchengladbacher Altstadt unter anderem als Headliner die Bands Giant Rooks und Sparkling auf. Daneben wird es wieder einen Bandcontest geben, bei dem die fünf Bands Cloudlifter, Tapster, Fil der Protagonist, der Singersongwriter Jona Fastabend und Johnny Task Force aus Mönchengladbach und Umgebung teilnehmen.
    Entscheiden wird dabei keine professionelle Jury, sondern das Publikum.
    Die Gewinnerband erwartet als Preis unter anderem eine professionelle Studioaufnahme und ein Auftritt bei MG KITCHEN TV.

    Daneben ist auch der NEW Poetry und Cinema Bus wieder mit im Einsatz. In intimer Atmosphäre gibt es hier an der Waldhausener Straße einen Poetry Slam mal mit eher trauriger Stimmung und dann geht es auch wieder eher heiter zu. Als Neuheit werden im Rahmen des Festivals auch zwei Filme gezeigt: Im Film Designed Babies haben sich Schüler der Marienschule der Problematik Genforschung angenommen.

    Drei Kommunikationsdesignstudenten der Hochschule Niederrhein beschäftigen sich in dem Film IMA mit der Zukunft der Gesellschaft.

    Doch nicht nur Kultur konsumieren ist möglich, auch Kultur gestalten. Dafür bietet das Festival drei interaktive kostenfreie Workshops an, die am Samstag, 21. Mai von 12 bis 18 Uhr in der Kulturküche, Viktoriastraße 83 stattfinden. Dabei geht es zum einen beim Workshop „Gender Pretender“ um Mann und Frau und die Klischees, die es dort so gibt.

    Ein weiterer Workshop setzt sich mit der Situation für Flüchtlinge in Mönchengladbach auseinander. Unter anderem soll hier eine interaktive Karte entstehen, die Anlaufstellen für Flüchtlinge beinhaltet. Außerdem wird in einem Workshop das Thema Festival an sich diskutiert und kritisch beleuchtet. Schon im Vorfeld können sich Interessierte Nachwuchsjournalisten für einen Medienworkshop anmelden. Mit professionellen Coaches erhalten sie rund um das Festival Einblicke in die Kommunkationsfelder Blogging, Newsfeed, Radioübertragung und live- Berichterstattung. Wer Interesse hat, kann sich unter isabel@potpourrifestival.de anmelden.

    Direkt am übernächsten Wochenende geht das potpurri festival quasi in die zweite Runde. Dann hat das Team ein Kunstwochenende gestaltet, das auch im Rahmen der Kulturnacht nachtaktiv präsentiert wird. Vom 3. bis zum 5. Juni zeigen junge Nachwuchskünstler in einer Ausstellung Werke von der Fotografie bis zur Comiczeichnung.

    Im Ladenlokal an der Eickener Straße 14 und in der Tiefgarage nebenan gibt es dazu aber auch noch Musik von verschiedenen Singer- Songwritern oder auch Poetryacts. Das potpourri festival findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Ziel ist es dabei jungen kreativen Menschen in Mönchengladbach eine Plattform zu geben und zu zeigen, was Mönchengladbach in der jungen kreativen Szene alles zu bieten hat. Organisiert wird es von jungen ehrenamtlichen aktiven Erwachsenen im Alter von 19 bis 23 Jahren. Unterstützt und begleitet wird das Team durch die Kulturpädagogin, – managerin und Projektleiterin des potpourri festivals Ulla Heinrich sowie durch den Träger Horst Musik- und Kulturförderung e.V., aber auch durch viele professionelle Vertreter der Kunst- und Kulturszene Mönchenglabdachs.

    Finanzielle Hilfe gibt es für das Projekt durch das städtische Kulturbüro und Sponsoren.
    An zwei Wochenenden waren im letzten Jahr insgesamt auch 100 Jugendliche für das potpourri festival ehrenamtlich unterwegs, von Backstage über Kasse bis zum Catering, um die Veranstaltungen überhaupt möglich zu machen.

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  • Rat beschließt mit Mehrheit einen Beitritt zum Zweckverband ITK-Rheinland

    Rat beschließt mit Mehrheit einen Beitritt zum Zweckverband ITK-Rheinland

    Die Stadt Mönchengladbach will ihren IT-Bereich neu ausrichten und dem Zweckverband ITK Rheinland spätestens zum 1. Januar 2017, möglichst aber bereits zum 1. Oktober 2016 beitreten.

    Mit breiter Mehrheit stimmte der Rat dem Weg einer stärkeren kommunalen Zusammenarbeit zu. Neben Düsseldorf wäre Mönchengladbach dann die zweitgrößte Stadt im öffentlich-rechtlichen Zweckverband mit Sitz in Neuss, dem unter anderem auch der Rhein-Kreis-Neuss und die Stadt Neuss angehören.

    Von dem Beitritt verspricht sich die Stadt eine nachhaltige Sicherheit bei der IT-Aufstellung und eine Stärkung der bürgerorientierten IT-Leistungen im Bereich des E-Governments.
    Die Zielinfrastruktur (Systeme und Lizenzen) sowie die rund 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden bis auf den achtköpfigen Vor-Ort-Service am Standort Neuss zusammengefasst.
    Dafür soll der heutige Standort der IT in der Voltastraße aufgegeben werden.

    Die strategische IT-Steuerung erfolgt durch die Stadt Mönchengladbach.
    Die Stadt rechnet bei gleichem Leistungsangebot mit Einsparungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro in den kommenden vier Jahren, die in den Haushaltssanierungsplan fließen. Das geht aus einem Gutachten hervor, das die Stadt im Vorfeld der Beitrittsverhandlungen in Auftrag gegeben hatte.

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  • Infoabend mit Sonja Oberem zum 2. Sparkassen-Triathlon

    Infoabend mit Sonja Oberem zum 2. Sparkassen-Triathlon

    Am Dienstag, 10. Mai, um 19 Uhr FitGym24, Friedensstraße 145

    Wer sich für die Teilnahme am 2. Sparkassen-Triathlon Mönchengladbach am Sonntag, 19. Juni, in der Rheydter City interessiert, sollte diesen Termin nicht verpassen: Die Marketing Gesellschaft Mönchengladbach, die Oberem Sport Service GmbH sowie FitGym24 laden zu einem Infoabend am Dienstag, 10. Mai, um 19 Uhr ins FitGym24 an der Friedensstraße 145 ein. Dabei wird das Regelwerk erläutert. Außerdem gibt Sonja Oberem als Triathlon-Profi wertvolle Tipps zum Ablauf solch eines Wettbewerbs. Alle wichtigen Punkte werden angesprochen: Wie gestalte ich die letzten Tage vor dem Wettkampf, was esse ich an den Tagen davor, wie ernähre ich mich während des Wettkampfes, welches Equipment bringe ich mit, wie richte ich meinen Stellplatz ein?

    Die Teilnahme ist kostenlos. Aus organisatorischen Gründen ist die Teilnehmerzahl begrenzt. Anmeldungen nimmt Andreas Henke von der MGMG unter andreas.henke@mgmg.de, 02161 25 2412 entgegen.

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  • Was will der DGB? Einflußnahme auf den Standort des ALZ

    Das ging Karl Sasserath runter wie Honig: da stellte sich Hans Lehmann, Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes Mönchengladbach im Rahmen der Maikundgebung auf den Rheydter Marktplatz und wetterte gegen Bestrebungen der Stadt, das Arbeitslosenzentrum an einem anderen Standort unterzubringen.

    Er ging nicht darauf ein, welche Gründe es für eine Veränderung geben könnte.
    Nein, Lehmann drosch in seiner liebenswerten, platten Art pauschal auf die im Bau befindlichen Roermonder Höfe ein.
    Ein anderer Standort, mag er noch so positiv sein, ist für den DGB nicht denkbar.
    Die Frage nach der Leistung und einer möglichen Verbesserung des Arbeitslosenzentrums, sie ist überregional höchst anerkannt, interessierte in ganz offensichtlich nicht.
    Für eine bessere Unterbringung des Zentrums, dafür sollte er sich einsetzen. Damit könnte er die Arbeit des Zentrums und die Belange der Arbeitslosen weitaus effektiver voranbringen.
    Auf dem Marktplatz hat Hans Lehmann sicher Beifall erhalten, der Sache hat er einen Bärendienst erwiesen.

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