Immer im Rollstuhl: „Nein, danke“ – Eine Caritas-Ferienaktion für Kinder mit und ohne Behinderung

Ferienaktion-24 (2)Kinder mit und ohne Behinderung verbrachten jetzt spannende zwei Wochen miteinander: Sie nahmen an einer Ferienbetreuung des Caritasverbandes für die Region Mönchengladbach-Rheydt in der Paul Moor-Schule teil.
Insgesamt 15 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 14 Jahren spielten, bastelten, tobten, kochten und aßen gemeinsam und gingen auf Entdeckungsreise im Hardter Wald. Zur Gruppe gehörten Schüler der Paul Moor-Schule und Kinder von Caritas-Mitarbeitern.

Für die Mädchen und Jungen der Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung wurde bereits zum vierten Mal eine Betreuung während der Schulferien angeboten. Die Kinder der Caritas-Mitarbeiter erlebten eine Premiere: Geschäftsführer Frank Polixa hatte die Idee, die Mitarbeiter des Caritasverbandes zu entlasten. Das Konzept, beide Maßnahmen zu verbinden, entstand dann in den Gesprächen mit den Leitungen. Am vorletzten Tag der Aktion spendierte Polixa gemeinsam mit Bereichsleiterin Hildegard van de Braak den Kindern und Betreuern ein Eis.

Viola Schwung, Schulsozialarbeiterin der Stadt Mönchengladbach an der Paul Moor-Schule, und Erika Müller von der Familienpflege des Caritasverbandes leiteten die Betreuungsaktion. Berührungsängste kannten die Kinder nicht. Der 13 Jahre alte Calvin drückte es so aus: „Wir gehen alle wie Brüder und Schwestern miteinander um. Die Kinder mit Behinderung brauchen einfach nur ein bisschen mehr Hilfe.“ Calvin probierte auch einmal aus, wie es ist, in einem Rollstuhl zu sitzen. „Mal für eine Stunde ist das ja ganz witzig, aber für immer – nein, danke“, berichtete er.

Freunde fand während der Aktion auch der 14-jährige Noah. Besonders mit dem elfjährigen Harlin, der nicht sprechen kann, verstand er sich prächtig. „Am Anfang war es ein bisschen ungewohnt, aber wir haben schnell Kontakt geknüpft“, erzählte Noah. Erika Müller und Viola Schwung hatten die Spiele und Aktionen so konzipiert, dass sich alle Mädchen und Jungen daran beteiligen konnten. So spielten die Kinder nicht herkömmlich Fußball, sondern wurden auf dem Mini-Feld von Bändern gehalten und bildeten so einen lebenden Kicker-Tisch. Schiedsrichter war der 14-jährige Janni, der im Rollstuhl sitzt.

Woher der gute Zusammenhalt in der Gruppe kam, wussten die Kinder selbst nicht genau. Aber das war vielleicht auch nicht wichtig. Hauptsache, so die elf Jahre alte Paulina (11): „Er war einfach da.“