Autor: Harald Wendler

  • Gebühren für Abfall, Abwasser und Straßenreinigung bleiben stabil

    Gebühren für Abfall, Abwasser und Straßenreinigung bleiben stabil

    Familie Mustermann zahlt 2016 rund neun Euro weniger

    Sie zahlt – nach den Berechnungsgrundlagen des Bundes der Steuerzahler – im kommenden Jahr 1.212,86 Euro,
    rund 9 Euro weniger als 2015.
    Die entsprechenden Gebührensätze hat der Rat der Stadt Mönchengladbach am Mittwoch beschlossen.

    Darauf muss sich eine vierköpfige Familie nach der Modellrechnung im kommenden Jahr einstellen:

    Für die Abfallgebühr zahlt sie mit einem 35-Liter-Restmülleimer künftig 212,41 Euro im Jahr (2015 = 212,89 Euro).
    Bei den Abwassergebühren wird sie für Schmutzwasser (Verbrauch 200 Kubikmeter) mit 652 Euro belastet (2015 = 654 Euro),
    beim Regenwasser (130 Quadratmeter bebaute und befestigte Fläche) sinkt die Belastung auf 226,20 Euro (2015 = 235,30 Euro).
    Die Straßenreinigung (einmal wöchentlich) kostet für ein Grundstück mit 15 Metern Straßenfront im kommenden Jahr 111,30 Euro (2015 = 109,05).
    Für die Winterwartung (Winterdienstklasse I) zahlt Familie Mustermann 10,95 (2015 = 10,35 Euro).

    Die jährliche Gebühr für die verschieden Systemabfallbehälter beträgt im kommenden Jahr für den 25-Liter-Behälter 151,73 Euro, den 35-Liter-Behälter 212,41 Euro und für die 50-Liter-Tonne 303,46 Euro.

    Mit dem Beschluss der Abfallsatzung 2016 eröffnet der Rat erstmals die Möglichkeit, mehr als eine Biotonne pro Haushalt zu nutzen, sofern für dieses Grundstück auch eine Restmülltonne angemeldet ist.
    Damit kommt der Rat dem Wunsch zahlreicher Bürgerinnen und Bürger nach, die sich im Herbst bei GEM und Stadtverwaltung gemeldet hatten.
    Für jede zusätzlich bereitgestellte 120 oder 240 Liter Biotonne liegt die Jahresgebühr bei 65 Euro. Diese Gebühr deckt in etwa die Logistikkosten der GEM für diesen Zusatzservice.
    Es bleibt aber dabei, dass je angemeldetem Restmüllgefäß auch eine kostenfreie Biotonne genutzt werden kann.

    Eigenkompostierer zahlen weniger als der Musterhaushalt.
    Wer ganz auf die Biotonne verzichtet und die Eigenkompostierung auf seinem Grundstück nachweisen kann, kommt bei den jährlichen Abfallgebühren günstiger weg als der „Musterhaushalt“.
    In diesem Fall sinken die Gebühren für ein 25-Liter-Gefäß auf 102,87 Euro,
    für eine 35-Liter-Tonne auf 144,01 Euro und
    für ein 50-Liter-Gefäß auf 205,73 Euro.

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  • HN: Hans-Hennig von Grünberg als Präsident wiedergewählt

    HN: Hans-Hennig von Grünberg als Präsident wiedergewählt

    Der bisherige Amtsinhaber wurde heute mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt. Die am Donnerstagnachmittag einberufene Wahlversammlung bestätigte von Grünberg damit in seinem Amt.
    Der 50-jährige Physiker ist seit März 2010 Präsident der Hochschule Niederrhein.
    Seine erste Amtszeit endet im März 2016.

    Somit wird von Grünberg mindestens bis ins Jahr 2020 der Hochschule Niederrhein vorstehen.
    Inhaltlich geht es in seiner zweiten Amtszeit nach fünf Jahren starken Wachstums der Hochschule vor allem um Konsolidierung. Aspekte wie demografischer Wandel, Umgang mit Flüchtlingen, Profilbildung und Profilierung in Forschung und Lehre sowie Internationalisierung werden dabei eine wichtige Rolle spielen.

    „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren wirklich etwas bewegt. Transfer von Wissen in die Region und gute Lehre sind unsere Kernleistungen. Damit müssen wir uns weiter profilieren“, sagte Hans-Hennig von Grünberg unmittelbar vor seiner Wiederwahl.
    Das Prozedere für die Wahl des Hochschulpräsidenten ist im Hochschulgesetz des Landes NRW geregelt. Demnach besteht die Wahlversammlung aus den 23 stimmberechtigten Mitgliedern des Senats und den fünf externen Mitgliedern des Hochschulrats. Der Senat besteht aus Professoren der Hochschule Niederrhein, wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern sowie Studierenden. Erstmals in der Geschichte der Hochschule Niederrhein wurde die Wahlversammlung in dieser Form einberufen. Von Grünberg erhielt im Hochschulrat 100 Prozent, im Senat 85 Prozent der Stimmen.
    Einer der ersten Gratulanten des wiedergewählten Präsidenten war Hochschulratsvorsitzender Dr. Dieter Porschen. „Der alte und neue Präsident kombiniert Tatkraft und Erfolg“, sagte Porschen nach der Wahl. Porschen führte zusammen mit Prof. Dr. Dagmar Ackermann, Vorsitzendes des Senats, und Prof. Dr. Sebastian Schmidt, Vorsitzender der Findungskommission, die Wahlversammlung. Schmidt, der ebenfalls Mitglied des Hochschulrates ist, beglückwünschte die Wahlversammlung dazu, „dass Sie so einen tollen Kandidaten haben“.
    Die externen Mitglieder des Hochschulrats kommen aus der regionalen Wirtschaft, anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Die zweite Amtszeit von Hans-Hennig von Grünberg beginnt zum 1. März 2016.

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  • Stadt testet Gesundheitskarte für Flüchtlinge – erst ab 1.7.2016

    Stadt testet Gesundheitskarte für Flüchtlinge – erst ab 1.7.2016

    Rat beschließt zunächst einjährige Pilotphase ab Sommer 2016, obwohl nur eine zweimonatige Vorbereitungszeit notwendig sein soll.

    Ab dem 1. Juli 2016 soll in Mönchengladbach die Gesundheitskarte für Flüchtlinge eingeführt werden.
    Der Rat hat in seiner gestrigen Sitzung den Beitritt der Stadt zur Rahmenvereinbarung der NRW-Landesregierung mit den Krankenkassen für die Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen beschlossen.

    Mit der Gesundheitskarte können Flüchtlinge direkt zum Arzt gehen.
    Der bisherige Verwaltungsaufwand durch die Herausgabe von Behandlungsscheinen entfällt. Nach einer einjährigen Pilotphase findet eine Evaluation statt, in der die aufgewendeten Kosten und die Einsparpotenziale durch Verwaltungsvereinfachung dargestellt werden. Über die weitere Fortsetzung entscheidet die Politik auf Basis der Erkenntnisse aus der Pilotphase.
    CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Günter Krings lehnt die Gesundheitskarte bisher kategorisch ab.
    Die Pilotierung stellt den bestmöglichen Kompromiss innerhalb der GroKo dar.

    Die elektronische Gesundheitskarte soll an alle Flüchtlinge ausgegeben werden, die einer Kommune zugewiesen sind.

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  • Haushaltsrede der PiPA-Gruppe vom 16.12.2015 gehalten im Rat der Stadt Mönchengladbach von Reiner Gutowski

    Haushaltsrede der PiPA-Gruppe vom 16.12.2015 gehalten im Rat der Stadt Mönchengladbach von Reiner Gutowski

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
    liebe Kolleginnen und Kollegen,
    liebe Zuschauer,

    ich möchte auch die Leute begrüßen, die meiner Rede unter dem Hashtag #ReinersHaushaltsrede folgen.
    Auch sie, liebe Zuschauer im Saal, haben die Möglichkeit während meines gesamten Vortrages unter diesem Hashtag ihre Meinung zu posten, denn wir wollen alle interessierten Bürgerinnen und Bürger an der Debatte beteiligen.
    Politik kann nur dann funktionieren, wenn sie die Nähe zu den Menschen in unserer Stadt sucht. Hier sehen wir, die PiPA–Gruppe, noch viele Möglichkeiten, wie das Zusammenwirken von Politik und Internet die Menschen für Politik begeistern kann.
    Darum ist es uns in der vergangenen Amtszeit ein wichtiges Anliegen gewesen, genau auf diesen Punkt im politischen Geschehen Einfluss zu nehmen.
    Wir wollen konstruktiv mit anderen Parteien zusammenarbeiten.
    Eine konstruktive Zusammenarbeit erfordert eine solide Basis und Erfahrung, auf der wir unsere Politik aufbauen wollen.
    Darum mag es die ein oder andere Person im Gremium verwundert haben, dass wir uns im letzten Jahr mit keinem Redebeitrag beteiligt haben.

    Wir wollten uns zuerst einen genauen Überblick verschaffen, wo wir mit unseren Kompetenzen die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Mönchengladbach unterstützen können.
    Heute, zwei Jahre nach unserem Amtsantritt sind wir der Meinung, dass wir als Gruppe bewiesen haben, dass wir es ernst meinen, wenn wir sagen, dass wir eine Politik machen, die sich an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger orientiert.
    Wir mögen nicht immer einer Meinung sein – das muss auch gar nicht so sein – doch wichtig ist, dass wir hinterfragen, welchen Nutzen ziehen wir aus einem gestellten Antrag.
    Wir wollen Partei – Ideologisches Denken überwinden, denn dies ist nicht zielführend, da es meist nur auf dem Rücken der Menschen getragen wird, denen es eigentlich nützen soll.
    Das wir bei diesem Vorgehen nicht mitziehen und eine Gruppe sind, die fernab von Partei – Ideologischen Grundsätzen agiert, haben wir bewiesen indem wir beispielsweise den Antrag der GroKo unterstützt haben, die IT in die ITK Rheinland nach Neuss auszugliedern.
    Einige Zuschauer hier im Saal mögen dies für eine umstrittene Entscheidung halten, aber ich sage ihnen heute, dass dieses Vorgehen richtig ist.
    Wir müssen erkennen, dass die städtischen Aufgaben der IT auf Dauer ein enormer Kostenfaktor gewesen wären.
    Besonders, wenn wir uns dieser Aufgabe als Stadt alleine stellen wollen.
    Mit der ITK Rheinland haben wir einen Partner, mit dem die Landeshauptstadt Düsseldorf bereits gute Erfahrungen gemacht hat.
    Warum sollen wir als Stadt Mönchengladbach nicht von der ITK in doppelter Weise profitieren?
    Es soll doch gespart werden, damit wir Gelder für andere Investitionen nutzen können.
    Die Ausgliederung ist eine Chance Gelder einzusparen, die die PiPA–Gruppe erkannt und genutzt hat.
    Ein noch offenes Potenzial, welches wir erkannt haben, ist das Sparen von Druckkosten.
    Wir haben der Verwaltung eine Anfrage vorgelegt, in der wir deutlich auflisten, wieviel Geld wir nach unserer Einschätzung einsparen können, wenn wir andere Schriftarten verwenden.
    Sieht der Rat der Stadt Mönchengladbach das genau so?
    Das ist die Frage, die uns bewegt.
    Wir wollen, dass die Stadt bis zu 123.000 Euro pro Jahr sparen kann.
    Diese Ersparnisse könnten sie an anderer Stelle ausgeben.
    Von der Summe wäre es beispielsweise problemlos machbar eine Person einzustellen.
    Welche Aufgaben diese Person übernimmt, wäre noch zu diskutieren, aber es gibt genug Aufgaben, denen sich unsere Stadt stellen muss.
    Flüchtlingsarbeit, Obdachlosenangebote, Drogenpolitik, Internetausbau – um nur einige Beispiele zu nennen – wären sicherlich investigative Bereiche, in denen eine Fachkraft mit der genannten Summe beschäftigt werden könnte.
    Doch in dieser Anfrage steckt auch eine klare Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt: Sie sollen sehen, dass sie sich mit innovativen Ideen in die Arbeit der Politik einbringen können.
    Wir zeigen damit, dass wir als kompetenter Ansprechpartner im Bereich der IT unsere Ressourcen nutzen, um unsere Stadt zukunftsorientiert zu gestalten.
    Das ist auch ein Grund, warum wir uns am W – LAN – Antrag der GroKo beteiligt haben.
    Die große Kooperation hat erkannt, dass der freie Zugang zum Internet heutzutage für die Menschen immer wichtiger wird. Auch hier wird wieder erkennbar, dass wir uns nicht von Partei – Ideologie haben leiten lassen.
    Wir sind sehr erfreut darüber, dass die GroKo in dieser Art vorgeht und sich mit uns einen kompetenten Ansprechpartner gesucht hat, der sich seit Jahren mit dem Ausbau des freien W – LANs beschäftigt.
    Sie sehen also, dass die PiPA – Gruppe sowohl an Kostenersparnisse denkt, wenn sie denn sinnvoll sind, als auch an die Interessen der Bürgerinnen und Bürger, diese vertritt und sich mit ihren Kompetenzen in das politische Geschehen einbringt.
    Darum scheuen wir auch nicht davor, unpopuläre Entscheidungen mitzutragen, wenn wir einen Sinn darin sehen. So mag die Steuererhöhung der Grundsteuer B höchst umstritten sein, doch wir sehen darin Vorteile.
    Durch die zehn Millionen Euro Mehreinnahmen können viele Projekte in dieser Stadt unterstützt werden: Kulturvereine, Soziales Engagement, die Instandsetzung von Gebäuden und den Ausbau der Innenstadt Rheydt.
    Doch eines ist uns bei den Ausgaben leider unklar:
    Warum wird die AöR in dieser Aufstellung mit zwei Millionen Euro berücksichtigt? Dafür gibt es keine sachliche Grundlage.
    Der Sinn der AöR ist uns klar: Sie wollen den Müll vermeiden und Mönchengladbach zu einer saubereren Stadt machen. Das ist eine lobenswerte Bemühung.
    Doch sind die Ausgaben der AöR mit insgesamt zehn Millionen Euro viel zu hoch angesetzt.
    Das ist ein Fass ohne Boden.
    Die AöR kann dem Bürger einfach so in die Tasche greifen und sich wie in einem Süsswarenladen bedienen, um ihrer Aufgabe nachzukommen.
    Zwar sehen wir ihre Bemühungen, dass sie mit einer Obergrenze von fünfhunderttausend Euro Mehrausgaben dieser berechtigten Sorge zuvorkommen wollen, doch halten sie das für transparent genug, um dem Bürger zu zeigen, was der Nutzen dieser immensen Mehrausgaben ist?
    Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger bei solchen Entscheidungen mitnehmen und zeigen, warum die Entscheidungen so getroffen wurden.
    Die GroKo hat den Beschluss der AöR im Galopp durchgepeitscht.
    Doch der vom Rat gesuchte Flüchtlingsbeauftragte ist seit Mitte des Jahres beschlossen und immer noch nicht besetzt.
    In Mönchengladbach müssen wir noch Wohnungen finden für die Menschen, die in unsere Stadt kommen.
    Dafür wäre es wichtig die ausgeschriebene Stelle zu besetzen.
    Doch die Prioritäten der GroKo scheinen Andere zu sein.
    Darum ist es notwendig, dass die Angelegenheiten der AöR transparent sind.
    Wir haben verlangt, dass die Sitzungen der AöR öffentlich und somit für die Bürgerinnen und Bürger zugängig sind.
    Außerdem haben wir gefordert, dass die Dokumente, die die AöR betreffen nach dem Open – Data – Prinzip veröffentlicht werden.

    Ich frage die FDP, wo waren sie bei dieser Entscheidung?
    Sie haben sich das ganze Spektakel wie im Kino angeschaut und saßen Popcorn essend daneben, während die Transparenz von der GroKo über Bord geworfen wurde und schneller sank, als die Titanic auf der Leinwand.
    Hier hätten sie zeigen können, dass sie ein echtes Interesse an den Bürgerinnen und Bürgern haben, anstatt blind ihren Partei – Idealen zu folgen.
    So sitzen sie vermutlich auch gerade hier und lauschen teilnahmslos meiner Rede, doch vielleicht konnte ich ihnen den ein oder anderen Denkanstoß für die Zukunft geben.
    Zum Beispiel in Bezug auf den Antrag der Grünen zum Ratsbürgerentscheid.

    Auch wenn wir in den Angelegenheiten der AöR nicht immer der gleichen Meinung waren, so sehen wir doch die positiven Bemühungen der Grünen, die Bürgerinnen und Bürger bei der Entscheidung über öffentliche Gelder mitzunehmen.
    Wir haben erkannt, dass es sich hier nicht um Parteihörige, sondern um ernsthafte Politiker handelt, die konstruktiv zusammenarbeiten wollen.
    Das ist genau das, wofür wir auch einstehen.
    Dafür werden wir im Verwaltungsrat auch werben. Hare-Niemeyer sei Dank.
    Wir wollen die Politik in dieser Stadt konstruktiv mitgestalten, orientiert an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt Mönchengladbach, transparent für alle Leute, fernab jeglicher parteipolitschen Denkweise.
    Darum möchte ich abschließend noch auf einen Punkt eingehen. Derzeit wird diskutiert, ob die zweieinhalb Prozent Klausel eingeführt wird.
    Kleine Parteien, wie wir, die innovative Ideen in das politische Geschehen einbringen, würden dann wegfallen.
    Als Begründung wird genannt, dass eine Sitzung in Duisburg wegen kleiner Parteien bis halb fünf morgens gedauert hat.
    Doch Schuld war eine Partei, die mehr als zweieinhalb Prozent erhalten hat.
    Sie sehen also, dass sie mit solch einer Klausel nicht alle kleinen Parteien fern halten können.
    Auch wenn sie der Meinung sind, dass kleine Parteien ihnen ihre Zeit rauben, hoffe ich, dass ich sie davon überzeugen konnte, dass es auch viele Möglichkeiten und Chancen gibt, mit kleinen Parteien konstruktiv zusammen zu arbeiten.
    Weil wir als kleine innovative Partei ständig online sind, möchte ich auch nochmals auf den Hashtag #ReinersHaushaltsrede aufmerksam machen.
    Unter diesem Hashtag finden sie sofort nach der Rede meinen Beitrag online zum Nachlesen und Mitdiskutieren.
    Ich hoffe, sie haben meine Rede nicht als vergeudete Zeit angesehen.
    Immerhin hatten sie ja genug Popcorn.
    Ich danke ihnen für ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf die Diskussion Off- und Online.
    Sperrklausel bis zum 16.12.2015 bis zum Ende der Rede im Rathaus.
    Es gilt das gesprochene Wort.

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  • Torben Schultz – DIE LINKE: Etatrede zum Haushalt 2016

    Torben Schultz – DIE LINKE: Etatrede zum Haushalt 2016

    Liebe Bürgerinnen und Bürger,

    es ist Weihnachtszeit.
    Die Zeit für Märchen, Wunder und Wunschlisten.

    Und wie Eltern die Wünsche ihrer Kinder kennen, so kennt auch die Verwaltung die Wünsche der GroKo. So ist es kein Wunder, dass Herr Kuckels einen Haushalt einbrachte, der auf die Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD zugeschnitten war.

    Trotzdem war Schwarz-Rot noch nicht vollends zufrieden und hat sich selber noch ein paar Geschenke unter den Weihnachtsbaum gelegt.

    Deswegen stimmen wir heute über ein Werk ab, dass nicht ihre Handschrift – Herr Kuckels – trägt. Es ist auch kein Haushalt, in dem der Oberbürgermeister Richtungsentscheidungen untergebracht hat.
    Deswegen liebe Verwaltung, verzeihen sie, wenn ich mich zwar für ihre intensive Arbeit bedanke, jedoch nicht von ihrem Werk reden werde.

    Was uns – und der Bürgerschaft – heute von der GroKo aufgetischt wird hat etwas von der Geschichte vom „Steuerkasper“, sehr frei nach Heinrich Hoffmann:

    Der Haushalt war nie kerngesund,
    kein dicker Bub, nicht kugelrund.
    Er hatte Löcher rot und groß;
    wurd´ er auch mit Stärkungspakt nicht los.
    Dennoch fing Peter an zu schrein:
    „Steuererhöhung, das lass sein!
    Ich erhöhe diese Steuer nicht!
    Nein Steuer erhöhen mach ich nicht!“

    Im nächsten Jahr – ja sieh nur her!
    Da wollt der Peter plötzlich mehr.
    Da fing er diesmal an zu schrein:
    „Steuererhöhung – dass muss sein!
    Ich erhöhe alle Steuern schlicht!
    Für AöR, der Bürger merkts schon nicht!“

    Und somit sind die zwei alles Dominierenden Bestandteile dieses Haushalts benannt:

    Eine Anstalt öffentlichen Rechts (AöR), die das Märchen der saubersten Stadt in NRW bis 2020 erzählt und eine nie dagewesene Grundsteuererhöhung, die den Hoffnungsschimmer vom Haushaltsausgleich 2018 aufrechterhalten soll.

    Die CDU hat vor einem Jahr nur widerwillig und im letzten Moment die fabelhafte Wortschöpfung der „Konditionierten Eventualsteuererhöhung“ als Platzhalter – als Ultima Ratio wenn der Bund nicht anderweitig zahlt – mitgetragen.
    Es verwundert schon, dass genau diese CDU nun aber aus dem vollen schöpft. Und das auch noch ausgerechnet bei der Grundsteuer B.

    Es mag zwar auf den ersten Blick gerecht erscheinen, dass so Inhaber großer, wertvoller Immobilien mehr beitragen. Doch entspricht das wirklich dem Leitsatz: „Starke Schultern sollen mehr tragen“?

    Nein!

    Denn die starke Schulter misst sich nicht am Brustumfang, sondern an der Kraft die sie Umsetzen kann.

    Da sind die Unternehmen, die viel Fläche benötigen oder aus besseren Zeiten noch eine entsprechende Immobilie besitzen, die aber derzeit nur so gerade über die Runden kommen. Genau diesen Unternehmen ziehen sie nun langsam den Boden unter den Füßen weg.

    Deswegen sagen wir Hände weg von der Grundsteuer!

    Die Gewerbesteuer hingegen ist eine Steuer auf die Gewinne. Investitionen werden vor der Gewinnermittlung abgezogen. Wer gute Geschäfte macht, und diese letztlich auch durch die von der Stadt bereitgestellte Infrastruktur, soll sich auch entsprechend am Gemeinwesen beteiligen.

    Ohne Grund holt die GroKo den „Knüppel-aus-dem-Sack“, statt den „Goldesel“ mäßig zu melken.

    Muss nun ausgerechnet DIE LINKE sich mit der IHK verbünden und ihnen aufzeigen welch schlechte Standortpolitik sie da machen?

    Und – liebe GroKo – schauen sie auch auf die BürgerInnen.
    Durch den Prozess der Rekommunalisierung der GEM sanken die Müllgebühren … leicht.
    Was also auf der einen Seite in die Taschen gesteckt wurde, holen sie sich nun auf der anderen Seite um ein vielfaches zurück.

    Und wofür?

    Um die Rekommunalisierung der GEM – ehe sie vollendet ist – im Konstrukt der AöR vollends zurück zu drehen und etwa 12% der städtischen MitarbeiterInnen auszugliedern.

    Nun ist hier nicht der Platz um unsere AöR Kritik noch mal auszubreiten. Doch sei schon festgehalten, wie unausgegoren ihr Plan ist:

    15 Kalendertage ehe die AöR startet hat sie noch keine eigenen Räume und muss sich mit ihrem Verwaltungsrat bei der Stadt einmieten – so denn die Raumnutzung in Rechnung gestellt wird.

    8 Arbeitstage ehe die AöR loslegen soll, gibt es gerade mal eine „qualifizierte Schätzung“ für den Stellenplan.

    Da gehen jetzt MitarbeiterInnen in den Weihnachtsurlaub und wissen nicht wo sie im neuen Jahr arbeiten werden!
    Ähnlich geht es seit Jahren den MitarbeiterInnen der IT, auch die wissen nicht ab wann sie vielleicht nach Neuss müssen.

    Sie wollen die Zukunft der Stadt gestalten, geben aber nicht mal dem Personal eine Planungssicherheit für die nächsten Wochen.

    Das heißt, wo wir uns Inhaltlich streiten können, ob eine Saubere Stadt das wichtigste ist und somit so viel Geld wert, oder ob es nicht eher ein „nice to have“ ist, da müssen wir Bilanzieren:

    Überhastet und Handwerklich schlecht gemacht! Und vor allem teuer!

    Was wir als Opposition aber akzeptieren müssen ist, dass sie mit dem Thema Sauberkeit der Stadt ihren Stempel aufdrücken wollen. Es ist ihr Weg, den sie als etwas eigenes, etwas besonderes hinstellen.

    Gleichzeitig messen sie sich aber am Mittelmaß, in dem sie die Verträglichkeit ihrer Steuererhöhungen mit Werten finanziell vergleichbar schlecht dastehender Kommunen begründen.

    Das ist nicht unser Weg!
    Und wir glauben nicht, dass dieser Weg der jetzigen Zeit angemessen ist.

    Wie Herr Kuckels richtig im Haushalt nachjustierte, wird die Stadt nicht schrumpfen, sie wird wachsen. Mönchengladbach hat trotz widrigster Startbedingungen bisher die Aufnahme der Flüchtlinge gut bewältigt. Wie in der Einbringungsrede steht: Ganz ohne Steuererhöhungen!

    Und an dieser Stelle möchte ich nicht über die verfehlte Konzeption der Sammelunterkünfte an sich meckern, das haben wir Linke seit 2009 regelmäßig getan.
    Hier sei lieber Herrn Fischer ein Dank ausgesprochen, dass er und die ganze Verwaltung seit 2014 nur im äußersten Notfall auf Zelte und Sporthallen zurück griff.

    Genauso sei hier den vielen Ehrenamtlichen gedankt, die die Flüchtlinge herzlich aufnehmen und ihnen mit Rat und Tat … und einem Offenen Ohr zur Seite stehen.

    Wir erleben Menschen, die mit den Zugezogenen zusammen die Zukunft gestalten wollen.
    Und wir erleben gleichzeitig Menschen, die sich fragen wo ihre Bedürfnisse bleiben.

    Sich diesen Herausforderungen der Zukunft zu stellen müsste der Anspruch an den Haushalt sein.
    Dafür wäre es wichtig die Schwerpunkte auf Bildung, Soziales und günstigen Wohnraum zu legen.

    Leider haben sie es verpasst diesen Schwerpunkt zu setzen.

    Und so bleibt für die Bürgerschaft nur, dass sie neben ihrem Hauptprojekt AöR auch ein wenig mit der Gießkanne für Kita, Radverkehr, Schultoiletten, Kultur und anderes ausschütten.

    In unseren 16 Anträgen hätten sie mit der 7ten Gesamtschule, dem Abenteuerspielplatz und zusätzlicher Straßensozialarbeit einige passende Punkte gefunden es besser zu machen.

    Und auch bei der Finanzierung mit Bettensteuer, SSK-Ausschüttung, Konsolidierungspotential WFMG/MGMG und den Außenprüfungen des Finanzamtes haben wir Angebote gemacht.

    Es nützt doch niemanden etwas, wenn wir 2020 auf einer sauberen grünen Wiese sitzen, umzingelt von hochwertigem Wohnraum, aber selber uns kein Dach über dem Kopf leisten können.

    Deshalb sagen wir:
    Abschied von der „Arroganz der Macht“!

    Das Ziel muss es sein für Mönchengladbach einen „eigenen Weg“ zu finden, abseits von Einzel-Interessen-Geprägten-Rankings. Wir müssen für alle Bevölkerungsgruppen die vorhandenen Herausforderungen, Wünsche und Verpflichtungen erfüllen. Wir wollen für alle eine lebens- und liebenswerte – und auch eine wachsende Stadt!

    Das kann dieser Haushalt nicht bieten, deswegen lehnen wir ab.

    Vielen Dank.

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  • Nicole Finger – FDP: Etatrede zum Haushalt 2016

    Nicole Finger – FDP: Etatrede zum Haushalt 2016

    Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren!
    Im letzten Jahr war es für mich die erste Haushaltsrede, die ich vor diesem Haus halten durfte – ich hatte mich dabei sehr um Sachlichkeit bemüht und war umso erstaunter, dass ich mich samstags drauf in der Kommentierung der
    Presse als eine von zwei Julias wiederfand, die um den Romeo der Christdemokraten buhlte.

    Dem Gebot der Sachlichkeit will ich auch bei meiner heutigen Rede gerne wieder gerecht werden, doch sei es mir nach der Erfahrung des Vorjahres erlaubt, mir meinen Romeo diesmal selbst auszuwählen:
    Bernd Kuckels!

    Meine Damen und Herren, Bernd Kuckels und mich verbindet seit Jahren eine Freundschaft, die weit über eine sogenannte Parteifreundschaft hinausgeht.
    Doch keine Sorge: Haben Sie unser Verhältnis auch meist als liebevoll wahrgenommen, so war es doch nie leidenschaftlich und wird auch nicht tragisch enden. Es lebt vielmehr von einem annähernd gleichen Wertesystem
    und einem recht ähnlichen Humor. Und von etwas, was uns beiden die Zusammenarbeit immer wieder versüßt:
    einer politischen und intellektuellen Auseinandersetzung auf Augenhöhe.
    Doch egal wie gut Bernd Kuckels und ich auch miteinander können, jedes Mal wenn ich in den vergangenen Jahren versucht habe, eins meiner politischen Anliegen auf dem sogenannten kleinen Dienstweg mit einer Haushaltsposition
    zu versehen, gab mir der Kämmerer die gleiche Antwort:
    „Hol Dir erst mal einen Ratsbeschluss“.
    Und zwar selbst dann, wenn es für mein Anliegen schon eine erkennbare Mehrheit gab – sei es der Neubau für die Montessori-Grundschule, die Sanierung der naturwissenschaftlichen Räume in unseren Gymnasien oder die
    Erhöhung des Budgets für die Träger der Ogatas – letzteres war sogar einstimmig – ohne öffentliche Diskussion und formale Mehrheit nahm Bernd Kuckels keine Wünsche der Politik entgegen.

    Umso erstaunter war ich, als ich im Haushaltsentwurf 2016 satte 8 Millionen Euro Ausgaben für die AÖR fand, über die bis dahin niemand öffentlich diskutiert oder gar abgestimmt hatte.
    Vielmehr war der Tenor der GroKo bei den ersten Anträgen Richtung AÖR stets gewesen, dass mit dem gleichen Geld durch das Heben von Synergieeffekten in der neuen Struktur eine deutliche Mehrleistung erreicht werden könnte. Diese Hoffnungen teilte auch die FDP-Fraktion.

    Aber ob dem tatsächlich so ist, meine Damen und Herren, werden wir nach dem heutigen Haushaltsbeschluss wohl nie erfahren, denn mit am Ende 103 Millionen mehr Budget wäre es natürlich auch der Stadtverwaltung möglich
    gewesen, ein Mehr an Sauberkeit zu leisten. Eine Vergleichbarkeit der Struktureffizienz von Verwaltung und AÖR wird die Groko somit heute beerdigen.
    Doch zurück zum Haushaltsentwurf und den darin veranschlagten 8-Millionen AÖR. Sie können sich wohl vorstellen, meine Damen und Herren, dass die FDP-Fraktion den Kämmerer nicht nur einmal gefragt hat, was ihn dazu verleitet hat, diese signifikanten Mehrausgaben einfach so in den Haushaltsentwurf zu schreiben.
    Bernd Kuckels hat lange an der Antwort festgehalten, dass dies eben der erkennbare Wille der politischen Mehrheit
    gewesen sei, was uns mit den Erfahrungen der Vergangenheit aber natürlich wenig überzeugte.

    Erst als die Groko dann in ihrem Haushaltsantrag weitere 2 Millionen Euro für die AÖR einforderte, wurde deutlich, dass die 8 Millionen schon das Ergebnis längerer Verhandlungen waren, da die Groko eigentlich einen noch höheren
    Ansatz angestrebt hatte. Und dass der Haushalt am Ende nicht nur der des Kämmerers, sondern auch der des Oberbürgermeisters ist.
    Wie die weiteren 2 Millionen für die AÖR letztlich finanziert werden, ist auch ganz spannend. Aber eigentlich ganz einfach zu beantworten: Durch eine von der Groko beantragte Erhöhung der von der Verwaltung vorgeschlagenen
    Steuererhöhung. Zwar wollte die Groko mit ihrem Haushaltsantrag zunächst den Eindruck erwecken, es gäbe eine einfache Reduzierung der Grundsteuererhöhung zu Lasten der Gewerbesteuer. Aber wer genau
    hinschaut, sieht schnell, dass mit den vorgeschlagenen Hebesätzen einfach noch mal deutlich mehr Geld beim Bürger eingesammelt wird.
    „Alles eine Investition in die Stadt!“ begründet Hans-Peter Schlegelmilch immer wieder die hohe Mittelbereitstellung für die AÖR, und dass dieser Invest „unternehmerisches Handeln“ sei.

    Lieber Hans-Peter Schlegelmilch, wir als Unternehmer wissen doch am besten, dass der Unternehmer in der Regel sein
    eigenes Geld investiert. Oder mit guten Argumenten und harten Fakten einen Investor für sich gewinnen muss. Bei der Steuererhöhung für die AÖR hingegen herrscht für den Bürger nichts anderes als ein Kaufzwang.
    Solch simpler Instrumente kann sich der Unternehmer in Deutschland aber Gott sei Dank nicht bedienen. Und deshalb hat das Handeln der Groko mit unternehmerischem Handeln auch herzlich wenig zu tun.
    Da wundert es nicht, dass auch die Unterneidenten Heinz Schmidt zu einer „maßvollen finanziellen Ausgestaltung“ der AÖR aufrufen und folgendes Statement abgeben:
    „Wir unterstützen Maßnahmen zur Sauberkeit der Stadt, aber wir sprechen hier von ureigenen städtischen Aufgaben, für die nun die höchste Grundsteuererhöhung in der Geschichte der Vitusstadt beschlossen werden soll“.

    Die IHK bezweifelt, dass sich die Stadt die Erhöhung der Standards angesichts der Risiken im Haushalt leisten kann, und befürchtet, dass die Steuermehreinnahmen langfristig im allgemeinen Haushalt versickern.
    Und was für die IHK ein bedrohliches Szenario ist, ist vermutlich für die Bezirksregierung der einzige Grund, warum sie einer solch überzogenen Finanzausstattung der AÖR zustimmen könnte:

    Denn die heute beschlossenen Steuererhöhungen wird Politik nicht zurück drehen können – die Ausgaben für die AÖR schon.
    Brauchen wir denn überhaupt eine Steuererhöhung, wenn wir das Thema AÖR einfach mal rausrechnen? Diese Frage hat sich die FDP-Fraktion dann im Laufe der Haushaltsberatungen mehr als einmal gestellt.
    Und wäre ich der Meinung, in der Opposition trügen wir nur Verantwortung für das nächste FDP-Wahlergebnis, aber nicht für unsere Stadt, wäre eine schlichte Ablehnung jeglicher Steuererhöhungen vermutlich eine richtig gute
    PR-Strategie gewesen.
    Aber nach wie vor tue ich mich persönlich einfach schwer mit Ignoranz von Fakten und einer damit einhergehenden schlichten Fundamentalopposition und so verhält es sich auch mit der FDP-Fraktion in ihrer Gesamtheit.
    Wir sehen deutlich, dass unsere Verwaltung einen weiteren Personalabbau wie er in den Maßnahmen 006 und 007 vorgesehen ist, nicht mehr verkraftet.
    Das ist überdeutlich, wenn man sich einzelne Maßnahmen anschaut, die im Haushalt lange finanziert sind, aber aufgrund von Personalproblemen einfach nicht abgearbeitet werden können. Die Sanierung der naturwissenschaftlichen
    Räume des Math. Nat. Gymnasiums, mit dem Haushalt 2014 finanziert, wird von Verwaltung auf Nachfrage erst für 2018 avisiert – um nur ein Beispiel zu nennen.
    Und auch ohne dass Verwaltung dem Rat die Liste aller bestehenden Ermächtigungsübertragungen vorgelegt hätte, so wie die FDP-Fraktion es in einer Debatte über Beschlusskontrolle des Rates vor einigen Monaten erbeten
    hat, wissen wir doch, dass sich in der Verwaltung Berge von Ermächtigungsübertragungen stapeln. Denn ein Blick in die Jahresrechnung 2014 zeigt:

    65,3 Millionen investiver Mittel hat die Verwaltung in 2014 nicht ausgeben können, sondern nach 2015 übertragen. Und das ist kein plötzlicher Effekt in 2014 gewesen, diese Summe ist im Laufe der vergangenen Jahre
    kontinuierlich angewachsen.
    Jetzt sehenden Auges in einen weiteren Personalabbau einzutreten, wäre deshalb grob fahrlässig.
    Kompensation für die zu streichenden Maßnahmen der Personalreduzierung hatte die FDP sich im Sozialetat erhofft und dies auch in der letzten Haushaltsberatung deutlich gemacht.

    Und unserer Forderung, einmal den Sozialetat aufgabenkritisch gerade hinsichtlich der dort gesetzten Standards zu betrachten, um hier zu sparen, statt Steuern erhöhen zu müssen, ist Verwaltung nachgekommen. Gleich zu Anfang des Jahres wurde eine Organisationsuntersuchung zu dieser Thematik beauftragt, deren Finanzierung die GPA übernommen hat. Doch leider sieht dieser Prozess erst im Oktober 2016 Beschlussvorschläge an den Rat vor und
    damit kann ein Sparpotential frühestens in 2017 gehoben werden.
    Meine Damen und Herren, damit hat auch die FDP keinen Deckungsvorschlag mehr, um die notwendige Streichung der Personalreduzierungen aufzufangen.
    Und deshalb wäre die FDP-Fraktion auch willens gewesen, die entsprechende Deckung durch eine Steuererhöhung zu erzeugen und den Haushalt 2016 – allerdings dann ohne die unverhältnismäßige Finanzausstattung der AÖR –
    mitzutragen. Dann wäre auch nicht einmal die Hälfte der Grundsteuererhöhung nötig gewesen, die Verwaltung zu Beginn der Beratungen vorgeschlagen hat – von der jetzt angeführten Gewerbesteuererhöhung der Groko ganz zu schweigen.
    Dem Haushalt, wie er hier nun gleich zur Abstimmung gestellt wird, kann die FDP-Fraktion beim besten Willen nicht mehr zustimmen.
    Dennoch gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung unser Dank für die geleistete Mehrarbeit, die der Haushalt Ihnen ein weiteres Mal kurz vor Weihnachten abverlangt hat.

    Ich wünsche Ihnen ebenso wie allen Ratskollegen erholsame Feiertage, einen guten Start und danke für Ihre Aufmerksamkeit!

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  • Karl Sasserath – Bündnis90/Grüne: Etatrede zum Haushalt 2016

    Karl Sasserath – Bündnis90/Grüne: Etatrede zum Haushalt 2016

    Haushaltsreden bieten der Opposition gerne genutzte Möglichkeiten, die Mängel der Regierenden aufzuzeigen. So auch Karl Sasserath für die Grünen in der Stadt. Hier seine Haushaltsrede soeben im Rat der Stadt:

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
    sehr geehrte Damen und Herren,

    Im Namen der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen möchte ich an dieser Stelle zunächst allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, die am Entstehen des vorliegenden Etats mitgewirkt haben, für ihren Einsatz ganz herzlich danken.

    Wenn wir uns jetzt den Haushaltsplanentwurf 2016 betrachten, meine Damen und Herren, dann fällt eines daran besonders auf: Er enthält Vorschläge, den Bürgern dieser Stadt tief in die Tasche zu greifen und die hiesigen Unternehmen stärker zu belasten. Ich frage Sie: Führt das zu einem Standortvorteil für Mönchengladbach? Macht eine Steuererhöhung, die dafür bestimmt ist, die Stadt zur saubersten NRWs zu machen, das Leben hier wirklich besser?

    Dieser Tage haben uns CDU SPD das Projekt „Wachsende Stadt“ präsentiert, es kostet die Bürgerinnen und Bürger bis 2019 sechs Millionen Euro. Die GroKo beabsichtigt damit, Mönchengladbach interessanter zu machen insbesondere für junge Familien und Häuslebauer. Ich frage Sie: Geht dieser Plan auf? Ziehen tatsächlich vermehrt junge Familien in die Stadt, weil die den Anspruch verfolgt, die sauberste in NRW zu werden? Wäre nicht die Vergabe von Grundstücken mit günstigen Baulandpreisen für junge Familien viel verlockender für diese Zielgruppe, dazu niedrige Grundsteuern? Jeder von uns kennt doch junge, gut ausgebildete Eltern mit Kindern, die aus wirtschaftlichen Gründen Mönchengladbach verlassen und sich im Umland ansiedeln. Dort sind die Belastungen einfach niedriger – und das Angebot für Kinder und Jugendliche ist besser.

    Wie sieht es im Bereich Bildung aus? In Mönchengladbach werden seit Jahren mehr Gesamtschulplätze nachgefragt, als wir anbieten können. In der letzten Ratsperiode ist es der „Ampel“ immerhin gelungen, dem Wunsch der Eltern ein wenig entgegenzukommen. Wir haben seinerzeit die 6. Gesamtschule umgesetzt. Doch ist ein Standort verlockend für Eltern, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, keinen Gesamtschulplatz, keinen Platz an einer Schule mit einem Ganztagsangebot oder keinen Kitaplatz für die Kinder zu bekommen?
    Kann Mönchengladbach hier mit den konkurrierenden Umlandgemeinden mithalten?
    Wenn ich bereits an diesem Punkt eins und eins zusammenzähle, meine Damen und Herren, dann komme ich zu dem Ergebnis, dass der Plan von CDU SPD ein „Schuss in den Ofen“ ist, der uns teuer zu stehen kommt. Anstatt notwendige Finanzmittel z.B. in die Verbesserung der Schul- und Betreuungsstrukturen zu investieren, ziehen sie es vor, zuerst einmal die Verwaltungsstrukturen auf den Kopf zu stellen.

    Schauen wir uns die Unternehmen an. Der Plan, die Gewerbesteuer anzuheben, letztlich um ein Wahlversprechen der CDU umzusetzen, ist aus Sicht der Wirtschaft kontraproduktiv. Besonders mittlere und kleine Unternehmen sehen sich großem wirtschaftlichem Druck ausgesetzt. Sie in der jetzigen Phase weiter zu belasten, um die eingenommenen Steuermillionen ausgerechnet in eine personell völlig überdimensionierte Anstalt des öffentlichen Rechts zu investieren, nur damit es in der Stadt kostenintensiv sauberer wird, ist ebenso falsch wie mit höheren Steuern um Neubürger zu werben.
    Nun will die GroKo einen alten Plan der CDU umsetzen und zusätzlich Millionen in die Hand nehmen, um ein neues Rathaus zu bauen. Hurra, was kostet die Welt!, sage ich da nur.

    Eine verantwortungsvolle Ratsmehrheit meine Damen und Herren, muss in weiser Voraussicht planen. Das bedeutet für die Stadt Mönchengladbach: Den Haushaltsjahren 2017 und 2018 ist eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Wer vor diesem Hintergrund politisch verantwortlich handelt, der vergibt nicht leichtfertig die wichtigste verbleibende Option, um den Haushaltausgleich bis Ende 2018 zu erreichen. Doch dann haben Sie, meine Damen und Herren von CDU SPD, das Pulver bereits verschossen.
    Der Bundestagsabgeordnete und CDU-Kreisvorsitzende Dr. Günter Krings hatte vor zwei Jahren nach Abschluss des Koalitionsvertrags von CDU/CSU und SPD auf Bundesebene hervorgehoben, man sei stolz, in den Verhandlungen erreicht zu haben, dass es keine Steuererhöhungen gibt. „Neues Denken, neues Handeln“ – auf lokaler Ebene gilt die Aussage von Herrn Dr. Krings, dass es keine Steuererhöhungen gibt, natürlich nicht!
    Meine Damen und Herren, zum jetzigen Zeitpunkt die Grund- und Gewerbesteuern zu erhöhen für Projekte wie das „Kompetenzzentrum Sauberkeit“ oder den Neubau des Rathauses, allein das sind schon gewichtige Gründe, diesen Haushaltsentwurf in Frage zu stellen.
    Mönchengladbach soll nach den Aussagen von Herrn Dr. Schlegelmilch die sauberste Stadt Nordrhein-Westfalens werden. Mit diesem synthetischen Superlativ reichen wir fast an den ehemaligen Oberstadtdirektor Semmler heran, der ja in Mönchengladbach die modernste Verwaltung Deutschlands schaffen wollte.

    Ich frage Sie, meine Damen und Herren von CDU SPD: Was machen Sie denn in drei Jahren, wenn es hart auf hart kommt? Erneut die Steuern erhöhen? Oder wollen Sie dann, um eine Pleite abzuwenden, soziale Angebote und solche der Daseinsvorsorge kürzen oder einstellen?

    Ihr Haushaltsentwurf 2016 weist im Grundsatz gravierende strukturelle Defizite auf. So blendet er weite Teile der sozialen und ökologischen Lage aus, die unsere Stadt kennzeichnen. Die Wirklichkeit unserer Stadt kann sich nicht ändern, wenn die politische Mehrheit dieses Rates sich der Arbeit an der ökologischen und sozialen Struktur Mönchengladbachs verschließt.
    Ich gebe Ihnen einen dazu kurzen Lagebericht, der Ihnen zeigt, wie es wirklich aussieht in Mönchengladbach:

    Stichwort Demographie / Integration
    Mönchengladbach verzeichnet einen Bevölkerungszuwachs, hinter dem sich zwei gegenläufige Tendenzen verbergen. Während sich in den letzten 10 Jahren die Anzahl der Einwohner mit deutscher Staatsangehörigkeit um 9.000 Personen verringerte, erhöhte sich die Anzahl der Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit um 6.000 Personen. Der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung stieg in diesen zehn Jahren auf 12,6 Prozent. Fast jeder Dritte Mönchengladbacher hat damit einen „Migrationshintergrund.
    Gleichzeitig verzeichnen wir in Mönchengladbach einen deutlichen Wandel in der Altersstruktur: Immer weniger jungen Einwohnern stehen immer mehr ältere gegenüber. In den Stadtteilen von Mönchengladbach ist die demographische Entwicklung deutlich unterschiedlich: Den relativ alten, kinderarmen, einkommensstarken Wohnquartieren in Stadtrandlagen stehen relativ junge, kinderreiche, aber einkommensschwache innerstädtische Wohngebiete gegenüber.
    Wir müssen die Attraktivität als Wohn- und Wirtschaftsstandort stärken und ausbauen, die Kompetenzen der Migrantinnen und Migranten aktiv nutzen und gleichzeitig die Interessen der Einheimischen fördern. Deshalb brauchen wir eine Stabilisierungs- und Aufwertungsstrategie z. B. im Bereich Wohnen, die gemeinsam mit den Menschen in den Quartieren, Ideen entwickelt, wie die Stadt zukünftig aussehen soll. Wir brauchen keine Politik, die die Wohnsituation in den Vierteln verschärft, weil zahlreiche Einheimische zum Auszug gezwungen werden.

    Gesellschaftspolitisch wird es dann bedenklich, wenn eine politische Mehrheit mit ihrem Handeln den Fehlschluss kommuniziert, Mönchengladbach käme zunehmend in die Lage, den Schwachen nicht mehr adäquat helfen zu können. Eine solche politische Haltung opfert die herausragende soziale Tradition unserer Stadt einem überkommenen Neoliberalismus. Meine Damen und Herren von CDU und SPD, die grüne Fraktion spricht sich entschieden gegen die eindimensionale Vorstellung aus, Mönchengladbachs Problem sei der starke Zuzug von Menschen in prekären Lebenslagen bei gleichzeitigem Fortzug von Menschen aus der Mittelklasse, kurz die falschen Menschen würden zuziehen und die richtigen wegziehen. Ein solches Weltbild teilen wir Grünen nicht. Wir werden einem so begründeten politischen Handlungskonzept entschieden entgegentreten. Ressentiments setzen wir gesellschaftlichen Einschluss, Zusammenhalt und Solidarität entgegen.

    Stichwort Soziale Wohnungsbaupolitik
    Richtig ist, meine Damen und Herren, dass in Mönchengladbach die Zahl der Menschen, die im Alter arm sind, beständig zunimmt. Richtig ist auch, dass die Altersarmut die kommunalen Aufwendungen für die Kosten der Unterkunft steigen lässt. Deshalb ist es für die Stadt Mönchengladbach eine existenzielle Frage, über einen ausreichenden Bestand an sozial gebundenen und preisgünstigen Wohnungen zur verfügen. Auf diesem zentralen Feld der Kommunalpolitik muss unbedingt gehandelt werden!
    Hierbei gilt natürlich Innenentwicklung vor Außenentwicklung.

    Betrachten wir das politische Handlungsfeld einer sozialen Wohnungsbaupolitik, die den Anspruch verfolgt, Arbeitern und Angestellten aus der Mittelschicht, Alleinerziehenden oder Schwerbehinderten ebenso wie Migrantenfamilien oder Flüchtlingen zu angemessenen, preisgünstigen Wohnraum zu verhelfen, dann gähnt hier bei der Groko ein immenses Loch auf dem Feld der Erkenntnis.
    Wenn die Herren Fraktionsvorsitzenden der GroKo vielmehr von einem millionenschweren Rathausneubau schwärmen, dann deutet dies auf einen besorgniserregenden Realitätsverlust hin, der die Akteure angesichts ganz anderer finanzpolitischer Notwendigkeiten für diese Stadt zu einer völlig abwegigen Prioritätensetzung führt. Dass die SPD landauf landab für eine Aktivierung des öffentlich geförderten Wohnungsbaus eintritt, die gleiche alte Tante SPD in Mönchengladbach dazu aber in ein beredtes Schweigen verfällt, ist bemerkenswert und zeigt einen besorgniserregenden Anpassungsprozess an die CDU, die wohl glaubt, der Markt werde die nächste Wohnungsnot genauso lösen wie die überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit Mönchengladbachs.
    Mieten und Nebenkosten im Stadtgebiet steigen weiter, erst recht nach der Erhöhung der Grundsteuer durch die Große Koalition. Die LEG, der größte Wohnungseigentümer, verfügt über Tausende von Wohnungen in Mönchengladbach. Zurzeit werden dort flächendeckend Mieterhöhungsschreiben an die Mieter versandt. In den Wohnanlagen leben viele Menschen, die ihren Lebensunterhalt aus Leistungen des Jobcenters bestreiten müssen. Steigende Mieten im Bereich ehemals sozialgebundener Wohnung werden absehbar im städtischen Haushalt bei den Kosten der Unterkunft zu steigenden Kosten führen. Zusätzlich gibt es einen Druck auf den Wohnungsmarkt durch den Zuzug von Flüchtlingen.
    Diese Entwicklung macht zudem ein strukturelles Defizit deutlich: Als Regulativ des Wohnungsmarkts gibt es in Mönchengladbach zu wenig öffentlich gebundene Wohnungen. In Düsseldorf beispielsweise sind viel mehr Wohnungen in der Hand von Genossenschaften und gemeinnützigen Wohnungsunternehmen. Wir brauchen also dringend mehr günstigen Wohnraum. Wir brauchen eine Stadtentwicklung, die architektonische Qualität gewährleistet und Sozialwohnungen, die gut erreichbar und gut ausgestattet sind.

    Es existiert ein großes Investitionsprogramm für den Bau von öffentlich geförderten Wohnungen, das die Stadt zur Verbesserung der Versorgung mit preisgünstigem Wohnraum unbedingt nutzen muss. Auch das ist aktive Haushaltspolitik und ein Mittel, um der Stadtflucht von jungen Familien entgegenzuwirken. Bislang gibt es deutlich zu wenig preislich akzeptable Grundstücke für Familien in der Stadt.

    Dies gibt mir Gelegenheit, das Augenmerk auf die strukturelle Krise Mönchengladbachs zu richten:
    Mönchengladbach kann seine strukturelle Krise nicht aus eigener Kraft meistern. Deshalb hat die politische „Ampel“ unter anderem den Beitrittsbeschluss zum Stärkungspakt NRW der rot/grünen Landesregierung NRW gefasst.

    Die Sanierung der Stadtfinanzen mit den dafür notwendigen unpopulären politischen Beschlüssen überließen Sie, meine Damen und Herren von der CDU, gerne einer anderen politischen Mehrheit. Es entbehrt nicht einer politischen Tragik, dass es der CDU ausgerechnet mit Hilfe der SPD gelang, die politischen Geschicke dieses Rates nach einer kurzen Machtabwesenheit erneut so bestimmen zu dürfen, als wenn es die Zeit zwischen 1949 und 2009 gar nicht gegeben hätte.

    Der Ihnen jetzt vorliegende Haushalt, meine Damen und Herren, ist aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen alles andere als eine solide Fortführung des Haushaltssanierungsplans. Den Beitrittsbeschluss zum Stärkungspakt NRW führt er nicht konsequent fort. Dabei ist der Haushaltssanierungsplan doch das Fundament, auf dem alles fußt. Er hat das ehrgeizige Ziel, den Haushalt der Stadt bis 2018 erstmals nach Jahrzehnten auszugleichen. Dieses Ziel sehen wir durch ihre teuren und überflüssigen Vorhaben gefährdet.

    Meine Damen und Herren der GroKo, kommen Sie zurück auf den Weg der konsequenten Haushaltskonsolidierung! Pflegen Sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem öffentlichen Vermögen!

    Eine Bemerkung am Rande: Ich glaube, es zeigt sich an dieser Stelle immer deutlicher, woran es strukturell gescheitert ist, dass es nach der Kommunalwahl im Oktober 2014 zu keiner schwarz-grünen Mehrheit kommen konnte. Mit den Grünen war für die CDU ein „Weiter so“ wie die 60 Jahre vorher schlichtweg nicht möglich.
    Ja, es ist richtig, mit den Grünen hätten Sie, meine Damen und Herren von der CDU, ihr teures Kompetenzzentrum Sauberkeit in der Organisationsform der Anstalt des Öffentlichen Rechtes nicht gründen können. Mit den Grünen wäre nur ein Städtischer Eigenbetrieb möglich gewesen, der würde bescheidener ausfallen, aber der Verbesserung der Sauberkeit in der Stadt allemal genauso gut gerecht werden, wie die jetzige Lösung, für die sie die Bürger und Gewerbetreibenden über die Erhöhung der Steuern zur Kasse bitten.
    Gewerbliche Verluste dieser Organisationsform müssen aus dem städtischen Haushalt von den Gebührenzahlern ausgeglichen werden. Die neue Gesellschaft schafft im Gegensatz zu einem Eigenbetrieb der Stadt unnötige und teure Doppelstrukturen, die den städtischen Haushalt und die Gebührenzahler zusätzlich belasten werden. Die Bildung eines städtischen Eigenbetriebes innerhalb der Verwaltung für das „Kompetenzzentrum Sauberkeit“ ist klar die bessere Lösung.
    Zusätzlich zu dem bisherigen Ausgabenniveau sind für das kommende Jahr insgesamt 8 Mio. Euro zusätzlich für die Organisation von Sauberkeit eingeplant, jeweils 5 Mio. auch für die kommenden Jahre. Geld kann nur einmal ausgegeben werden, und das bedeutet für viele andere Problemfelder in der Stadt nichts Gutes. Die Groko setzt damit einen falschen Schwerpunkt und entscheidet sich gegen dringend notwendige Maßnahmen in anderen Bereichen.

    Stichwort Umwelt/Klimaschutz
    Mit dem globalen Klimapakt, der am Wochenende nach langen Verhandlungen angenommen wurde, soll die weltweite Erwärmung auf weniger als zwei Grad begrenzt werden. Die weltweiten Erwartungen an uns alle, dass wir in Deutschland bis 2050 einen Rückgang der Treibhausemissionen um den die angekündigten 80 bis 95 Prozent erreichen werden, sind deutlich gestiegen. Das Abkommen soll einen kompletten Umbau der weltweiten Energieversorgung und eine Abkehr von Kohle und Öl einleiten, um den Ausstoß der gefährlichen Treibhausgase zu drosseln. In der Tat bedarf es im Zeichen der Klimawende einer besonderen ökologischen Innovationskraft, meine Damen und Herren. Öffentliche Investitionen in fossile Energien gehören beendet. Kohlekraftwerke gefährden zudem die Gesundheit, weswegen wir den Bau neuer klimaschädlicher Kohlekraftwerke ablehnen. Der Ausstieg aus dem Projekt „Gekko“, dem Steinkohle-Kraftwerk in Hamm, war ein erster, längst überfälliger Schritt in diese Richtung. Die Beteiligung brachte der NEW AG und damit der Stadt Mönchengladbach bisher schon einen ausgebuchten Verlust von 20 Millionen Euro.
    Bei der NEW setzen die Fraktionen der GroKo trotzdem weiterhin auf die Verbrennung der heimischen Braunkohle als wesentliche Stromlieferquelle. Gleichzeitig fordern Sie aber von der Landesregierung Ausgleichszahlungen für die vom Tagebau verursachten Schäden an Umwelt und Infrastruktur. Dass der Klimawandel und die dazu erforderliche Verminderung des klimaschädlichen Kohlendioxids auch etwas mit kommunaler Verantwortung zu tun hat, scheint Ihnen unbekannt zu sein.

    Viele von Ihnen, meine Damen und Herren von der GroKo, haben die entscheidenden Aspekte des Klimaschutzes anscheinend immer noch nicht verstanden. Wie anders lässt sich Ihre Initiative, die möglichen Windkraftstandorte auf dem Gelände des JHQ auf einen Standort zu reduzieren, verstehen? Der Zusammenhang zwischen der Energiewende als Garant für zukunftsfähige Einnahmen für den kommunalen Haushalt und für Beteiligungen wie EWMG und WFMG scheinen Ihnen völlig egal zu sein. Auch Ihnen sind doch die Wirtschaftspläne der NEW bekannt, die zeigen, dass sich in Folge der sogenannten Zinsschmelze die bisherigen Finanzströme von der NEW zur EWMG umkehren. Zukünftig sollen die EWMG und die Stadt die kommunalen Verluste bei der NEW decken.

    Das bedeutet, Sie sind gezwungen, der EWMG immer mehr kommunale Grundstücke zur Veräußerung zu übertragen. Zwang zum Wachstum nennen wir das. Aus der Medizin wissen wir, dass unkontrolliertes Zellwachstum nie etwas Gutes verheißt. Gleichzeitig sind Grund und Boden aber endliche Güter und nicht beliebig vermehrbar.

    Sollte die CDU sich durchsetzen, steht den Kunden der NEW mobil und aktiv eine drastische Verringerung des ohnehin suboptimalen Angebotes ins Haus. Dabei sind die Menschen hier auf ein gutes Angebot im öffentlichen Nahverkehr angewiesen, um den Arbeitsplatz pünktlich zu erreichen oder weil sie auf Grund ihres Alters ein solches Angebot existenziell benötigen. Der derzeitige Nahverkehrsplan wird unter der Prämisse erstellt, darin die 500.000 € zu sparen, deren Einsparung die Grünen in der „Ampel“ noch verhindert hatten. Ist Ihnen eigentlich nicht bewusst, dass Menschen sich für ein Leben in solchen Städten entscheiden, die – Stichwort positiver Standortfaktor – über ein gut funktionierendes Bus- und Bahnangebot mit kurzen Taktzeiten verfügen?
    Anstatt nun aber wegen einer verfehlten Firmenpolitik – ich verweise auf das Projekt „Gekko“ – den Einsatz von Elektrobussen vor Ort zu verstärken, wird das Streckennetz ausgedünnt. Wie will man da Menschen zur Beteiligung an einer kommunalen Verkehrswende motivieren und sie motivieren, auf das Angebot des ÖPNVs zurückzugreifen? Das wäre im Sinne des Klimaschutzes, ebenso, seitens der Stadt höhere Summen in die Hand zu nehmen zum Ausbau des Radwegenetzes. Wie wollen Sie denn eigentlich die zu hohe Lärm- und Staubbelastung der Stadt in den Griff bekommen?

    Sie müssen doch endlich mal beginnen umzudenken, meine Damen und Herren von der Groko! Bestrafen Sie die Menschen nicht, wenn sie sich ökologisch richtig verhalten. Begreifen Sie z.B. Bioabfälle als Wertstoff. Wir müssen die Menschen doch dafür belohnen, dass sie der Gemeinschaft ihre gesammelten Wertstoffe wie Papier und Bioabfälle kostenlos zur Verfügung stellen – und nicht, wie die Groko es stützt, bei der zweiten Tonne auch noch zur Kasse bitten. Wenn die Menschen lieber mit Rad oder Bus durch die Stadt fahren und aufs Auto verzichten wollen, behindern Sie sie dabei nicht! Ergreifen Sie lieber Maßnahmen, die dieses sinnvolle Verhalten stützen!

    Stichwort Inklusion
    Nehmen wir die vorgeschriebenen Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Mönchengladbach. Nach unserer Wahrnehmung hat sich auf dem Feld der Inklusion seit der Kommunalwahl nichts Signifikantes bewegt. War die SPD diesbezüglich noch vollmundig in die Kommunalwahl gestartet, so sind ihre sicherlich gut gemeinten Ansätze der GroKo zum Opfer gefallen. Immer wieder lassen Wortbeiträge aus der CDU die Inklusion als „Teufelszeug“ erscheinen, anstatt endlich im Ansatz die Belange von Menschen mit Behinderungen zu akzeptieren.

    Stichwort Bildung
    Der Anteil junger Menschen in Mönchengladbach, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, ist überdurchschnittlich hoch. Mit mehr als 7 % haben wir hier die höchste Quote an Schulabgängern ohne einen Schulabschluss in ganz NRW! Es ist erschreckend, wenn es für die vielen Seiteneinsteiger, die durch die Freizügigkeit innerhalb der europäischen Union oder die im Zusammenhang mit Flucht und Vertreibung nach Mönchengladbach kommen, immer noch kein überzeugendes Konzept für die Aufnahme und Bildung an unseren Schulen gibt und gerade die Hauptschulen die größte Last dieser Integrations- bzw. Inklusionsarbeit zu leisten haben. Auch dieser Entwicklung steuert die Groko nicht entgegen.
    Jeder, der den absehbaren Arbeitskräftemangel in unserer Gesellschaft ernst nimmt und weiß, dass in Mönchengladbach jeder 3. Jugendliche unter 15 Jahren in einem armen Haushalt lebt, sollte sich mit der hohen Quote von Schülerinnen und Schülern ohne Hauptschul¬abschluss in unserer Stadt auseinandersetzen. Es wäre vorrangig, sich endlich vom dreigliedrigen Schulsystem in der heutigen Form zu verabschieden. Wir brauchen in Mönchengladbach den Ausbau der integrativen Schulform Gesamtschule und ein flächendeckendes System von Ganztags¬schulen, sowohl im Grundschulbereich wie auch im Bereich der Sekundarstufe I. Das hat gravierende Auswirkungen auf den Bereich „Übergang Schule-Beruf“. Eigentlich sollten alle Mitglieder dieses Rates wissen, welche Möglichkeiten sich einem jungen Menschen auf seinem zukünftigen Lebensweg eröffnen, wenn er kaum die Chance auf eine abgeschlossene Berufsausbildung hat. Nach wie vor ist die Zahl derjenigen, die die Schulen der Stadt verlassen und anschließend keinen beruflichen Ausbildungsplatz erhalten, dramatisch hoch. Nein, meine Damen und Herren von der Groko, auch dieses gravierende Strukturproblem unserer Stadt löst der Markt nicht. Aber auch dazu findet sich nichts auf der politischen Agenda der Groko.
    Stichwort Überregionale Zusammenarbeit
    Ich kann mich noch gut erinnern, Herr Dr. Schlegelmilch, dass es noch nicht lange her ist, als Sie die Intensivierung der überregionalen Zusammenarbeit als eines Ihrer großen Themen apostrophierten. Der verbesserte Austausch mit den Nachbarkommunen sollte Synergien heben, aus denen sich Entlastungseffekte für den kommunalen Haushalt gewinnen ließen. Nun ist bekanntlich Politik das Bohren dicker Bretter. Sie sind uns bisher das Ergebnis schuldig geblieben, was aus dieser Ankündigung geworden ist, die Zusammenarbeit in der Region unter Ihrer Führung zu verbessern. Das Anliegen der Stadt Viersen, die S – Bahn 28 über das Mönchengladbacher Stadtgebiet zu führen, das weder CDU noch SPD unterstützt haben, kann ja wohl nicht als Beispiel für eine gelungene regionale Zusammenarbeit gewertet werden. Oder nehmen wir das Beispiel „Eiserner Rhein“. Dieses Thema wird nicht ohne Krefeld und einer Zusammenarbeit mit Venlo, Roermond und dem Raum Limburg zu lösen sein. Ja, hier liegt die große Chance, sich endlich neben dem Ruhrgebiet und dem Rheinland als Region Niederrhein zu positionieren. Es wäre ein lohnenswertes Ziel, wenn sich der Niederrhein als gemeinsamer Raum verstehen und die politische Zusammenarbeit innerhalb dieses Raumes intensivieren würde.

    Stichwort Soziales
    Beim Thema Sozialgesetzbuch II sind wir in Mönchengladbach auf dem Höchststand, seit es hierzu statistische Erhebungen gibt. 38.000 Personen beziehen Leistungen des Jobcenters, davon sind 28.000 erwerbsfähig. 97 Mio. € sind alleine im Haushalt für die Unterkunftskosten veranschlagt. Dazu nimmt die Altersarmut im Sozialgesetzbuch XII weiter stetig zu. Auf dem vorletzten Städtetag NRW war eines der Schwerpunktthemen die in der Berliner Regierungskoalition vereinbarte Entlastung der Kommunen in der Regierungsperiode bis 2018. Jetzt wollen CDU SPD auf die zugesagte dauerhafte Übernahme der Kosten für die Eingliederungshilfe in Höhe von fünf Milliarden € erst im Jahre 2018 zurückkommen. Hier, meine Damen und Herren der GroKo in Mönchengladbach, sollten Sie deutliche Signale aussenden an die Kollegen in Berlin, dass dies so nicht geht. Die Bundesregierung darf die Kommunen hier nicht im Regen stehen lassen!

    Stichwort Kinder/Jugend/Schule
    Wie der Personalrat der Stadt feststellte, ist bei den Kitas eine personelle Mindestbesetzung nicht gewährleistet, der tagtägliche Betrieb kann nur mühsam aufrechterhalten werden. Die Kitas sind eher ein Notstandsgebiet. Das darf nicht so bleiben. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, meine Damen und Herren, gerät in Gefahr, sobald die Kinder in ein schulfähiges Alter kommen, denn es gibt keine gut ausgebaute Betreuungsstruktur in Mönchengladbach. Zu wenig OGATA- und Ganztagsplätze machen es den Eltern schwer, einer vernünftigen Beschäftigung nachzugehen. In einer Studie der Wirtschaftswoche liegt Mönchengladbach mit dem Angebot auf Platz 60 von 69. Hier müssen wir mehr Nachhaltigkeit anstreben.

    Resümee
    Wenn ich das Gesagte nun zusammenfasse, kann ich zum Haushaltsplanentwurf 2016 nur den Kopf schütteln. Sie, meine Damen und Herren der Groko, haben die Weichen völlig falsch gestellt. Hören Sie endlich auf damit, die Stadt als Gemeinwesen so zu betrachten wie eine Firma! Ein Unternehmen ist dazu da, fortlaufend Profit zu erwirtschaften, eine Stadt aber nicht. Sie betreiben hier einen Ausverkauf! Wenn es nichts mehr zu verkaufen gibt, dann erhöhen Sie Steuern und Abgaben, kürzen Standards oder stellen Dienstleitungen ein. Und wenn das alles nicht mehr reicht, werfen sie die letzten Reste des kommunalen Tafelsilbers auf den Markt. Mönchengladbach muss auch künftig eine lebenswerte Stadt bleiben, die auf die vielfältigen Herausforderungen der Zukunft gut eingestellt ist. Dazu bedarf es mehr als Investitionen in saubere Straßen, die Installation weiterer städtischer Gesellschaften mit hoch dotierten Vorständen und Aufsichtsräten oder das Errichten von Prestigegebäuden.

    Meine Damen und Herren von CDU SPD: Wir können Ihrem Haushaltplanentwurf 2016 unter keinen Umständen zustimmen, er geht in die völlig falsche Richtung! Sie verharren nach wie vor bei den falschen Ansätzen, die von vorgestern sind. Die von Ihnen für Ihr Arbeiten und Ihr Selbstverständnis ausgerufene Losung „Neues Denken, Neues Handeln“ ist vor diesem Hintergrund schlicht und ergreifend Kabarett. „Zurück in die 80er“ wäre treffender und ehrlicher gewesen. Diesen Haushalt, meine Damen und Herren, können wir als Grüne nur ablehnen!
    Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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  • Felix Heinrichs, SPD: Etatrede zum Haushalt für das Jahr 2016

    Felix Heinrichs, SPD: Etatrede zum Haushalt für das Jahr 2016

    Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Kolleginnen und Kollegen,

    zu meinen absoluten Lieblingszitaten gehört das Wort von Goethe: „Entscheide lieber ungefähr richtig, als genau falsch.“ Jetzt mögen Sie an dieser Stelle vielleicht schmunzeln. Aber lassen Sie mich erklären, warum das Zitat auch auf die Mönchengladbacher Kommunalpolitik zutrifft.

    Ich weiß nicht, ob Seasons wirklich realisiert werden kann. Ich weiß nicht, ob wir endlich beim Raumkonzept weiter kommen und unsinnige Kosten für Klein- und Fremdstandorte reduzieren. Ich weiß nicht, ob wir alle Flüchtlinge dauerhaft integrieren können. Ich weiß nicht, ob der Stadtbetrieb Mönchengladbach ein Erfolg wird. Ich weiß nicht, ob Mönchengladbach wirklich weiter wächst. Ich weiß nicht, ob unsere Kooperation in Mönchengladbach den richtigen Kurs hält.

    Aber liebe Kolleginnen und Kollegen, ich weiß eines mit absoluter Sicherheit: All diejenigen, die sich gegen jede Veränderung stellen und die kleingeistig nach dem alten Schema F verfahren, entscheiden genau falsch!

    Politik braucht Mut und den Willen zur steten Veränderung. Wir haben diesen Willen! Sehr geehrte Damen und Herren,
    lassen Sie mich etwas genauer in den Haushalt 2016 schauen. Welche Perspektiven bietet der Plan für die zukünftige Entwicklung unserer Stadt? Zählt man die Mittel für bürgerschaftliches Engagement, die Förderung von kulturellem und sozialem Engagement zusammen, kommt die stolze Summe von 500.000 Euro zusammen.
    Wir geben eine halbe Millionen Euro aus, um die Initiativen der Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt mitzufinanzieren. 500.000 Euro sind dabei nur ein Anschub und die realisierte Summe folglich wesentlich größer. Das ist einmalig in der Geschichte Mönchengladbachs!

    Die Mittel für den Radwegeausbau verdoppeln wir annähernd auf insgesamt 350.000
    Euro. Und wenn an dieser Stelle immer die Kritik kommt, es sei zu wenig, muss man bitte auch genau hinschauen. Alleine für einen neuen Radweg auf der Hohenzollernstraße stehen 320.000 Euro im Haushalt. Wird eine Straße geplant oder überplant, stehen Radwege natürlich mit auf der Agenda. Wir investieren in eine
    neue Radstation, die 2016 ans Netz gehen soll. Wir haben den Masterplan Nahmobilität auf den Weg gebracht. Auch hier gilt: Noch nie wurde für den Radverkehr so viel in unserer Stadt bewegt.

    Mit dem Masterplan Nahmobilität und der Erarbeitung des Nahverkehrsplans haben wir zwei große Bausteine eines Mobilitätskonzepts geschaffen. Wir haben im Juni Maßstäbe für die Schienenverkehrsanbindung im Rat beschlossen und beraten die weiteren Stufen des LKW-Routenkonzepts. Die Strategie der SPD-Fraktion aus dem
    Jahr 2013 geht damit voll auf. Nicht ein großer Verkehrsentwicklungsplan ist der Weg, sondern die schrittweise Erarbeitung von Teilplänen, die nachher ein Gesamtkonzept ergeben. Das Vorrangstraßennetz und das Parkkonzept sind weitere Elemente, die jetzt zügig folgen müssen.

    Die Soziale Stadt Rheydt hat sich als absoluter Glücksfall für Rheydt und für die ganze Stadt entwickelt. Wir untermauern das nicht nur mit warmen Worten, sondern mit weiteren knapp 200.000 Euro für soziale Projekte. Dazu kommen alleine 2016 eine Millionen Euro für Quartiersmanagement und weitere bauliche Maßnahmen. Das ist wichtig für Rheydt und wichtig für die soziale Entwicklung eines zentralen Innenstadtbereichs. Den Bürgerdialog lassen wir nicht ins Leere laufen, sondern packen aktiv mit an. Die gleiche Chance für einen notwendigen Stadtumbau wollen wir dem Gladbacher Norden ebenfalls eröffnen.

    Ich könnte noch viele Punkte mehr nennen: Von der Ortskerngestaltung in Rheindahlen, dem Umbau des Schillerplatzes, der Sanierung des städtischen Wohnungsbestandes, der Sanierung der Schultoiletten bis zu Maßnahmen der Barrierefreiheit und Stärkung des Nahverkehrs – wir stellen mehr Geld ein, um unsere Stadtteile lebenswert zu erhalten. Dabei ist das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz eine zusätzliche Finanzspritze, die wir dringend brauchen können.

    Bei allem gilt das Wort des Kämmerers: Wir brauchen nicht nur Geld für Investitionen, wir brauchen auch die Mitarbeiter in der Verwaltung, die dieses Programm umsetzen können. Da haben Sie Recht Herr Kuckels. Und genau deshalb stellen wir 2016 und 2017 jeweils eine Millionen Euro in den Haushalt, um genau dafür Spielräume zu schaffen.

    Meine Damen und Herren,

    ich bin heute in einer seltenen, besonders freudigen Situation. Ich weiß nicht wie lange es her ist, dass ein Fraktionsvorsitzender in diesem Rat so viele positive Nachrichten in einer Haushaltsrede verkünden konnte. Seit Mitte der 1990er Jahre wurden die Reden immer dunkler, die Perspektiven immer schwieriger und die Spielräume immer enger. Warum aber kann ich heute über einen Haushalt mit einem Volumen von fast einer Milliarden Euro sprechen, in dem wir 10 Millionen Euro für eine lebenswertere Stadt mit gepflegten Plätzen und einladenden Grünanlagen bereit stellen? In dem wir 500.000 Euro für die Förderung von bürgerschaftlichem Engagement vorhalten? In dem wir Millionen in Stadtteile und die Innenstädte investieren?

    Wir können das, weil wir 2012 eine entscheidende Kehrtwende geschafft haben: Den Beitritt zum Stärkungspakt. Der Haushaltssanierungsplan ist kein Blut-, Schweiß- und Tränenbuch, sondern der Plan zur Modernisierung unserer Stadt. Nicht mehr und nicht weniger schaffen wir seit 2012 und mit frischem Wind seit der letzten Kommunalwahl.

    Durch schrittweise Veränderungen in der Verwaltung, einer hohen Disziplin in der Politik und einem deutlichen Beitrag der Wirtschaft und der Bürgerinnen und Bürger ist es uns gelungen, Luft zum Atmen und Raum für Gestaltung zu schaffen. Dafür gilt mein ausdrücklicher Dank den Verantwortlichen in Rat und Verwaltung, die sich 2012
    auf den Weg gemacht haben und alle diejenigen, die seit dem mit vollem Elan für das Ziel arbeiten. 2012 wurde aber nicht nur der Konsolidierungskurs beschlossen, sondern auch die Grundlage für die vielen Kräne in der Stadt als sichtbares Zeichen des Aufbruchs gelegt.

    Wie bei jedem Plan muss man irgendwann Korrekturen vornehmen. Man erkennt, welche Maßnahmen doch nicht umsetzbar sind und wo sogar noch mehr zu erlösen ist. Die wohl bedeutendste Korrektur ist die Umwandlung der Ziele zur Personaleinsparung. Wir sagen nicht, dass jetzt wieder die Zeit der munteren Stellenmehrung beginnt. Aber wir legen aufgabenkritische Maßstäbe an und verabschieden uns von Pauschalzielen. Wir erkennen unsere Verantwortung für eine leistungsfähige Kommunalverwaltung an und wollen, dass die Stadt ein guter Arbeitgeber ist. Der Dialog mit dem Personalrat ist uns dabei besonders wichtig und ein ernstes Anliegen. An dieser Stelle vielen Dank an Peter Heller und seine Mannschaft!

    Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

    Sie leisten einen großartigen Job! Was Sie möglich machen bei der Flüchtlingsfrage, ist mit Worten alleine kaum zu honorieren. Wir setzen heute ein Zeichen der Wertschätzung. Dankeschön!

    Zum guten politischen Stil gehört es, die eigenen Planungen transparent zu gestalten. Wir halten uns an diesen Grundsatz und haben unseren Haushaltsantrag pünktlich zu Beginn der Beratungen in den Bezirken vorgelegt. Wir sagen, woher das Geld kommen soll, dass wir mehr ausgeben. Deshalb ist es kein Geheimnis, wenn
    ich heute davon spreche, dass wir durch Steuererhöhungen auch notwendige Mehrausgaben finanzieren wollen. 100 Punkte in der Grundsteuer B und 15 Punkte in der Gewerbesteuer machen Investitionen in die Zukunft möglich. Gleichzeitig können wir die Müllgebühren stabil halten. Eine gute Nachricht für alle Haushalte!

    Ein Teil der rund 14 Millionen Euro mehr – das macht übrigens weniger als 1,5
    Prozent des gesamten Haushaltes aus – wird gebraucht, um Risiken aus dem Stärkungspakt abzufedern. Der darüber hinausgehende Teil wird gebraucht, um Mönchengladbach lebenswert zu gestalten. Die Investitionen in Grünflächen, in Straßen und Plätze sind keine Luxusausgaben, sondern nach Jahrzehnten des Sanierungsstaus und des Substanzverzehrs dringend notwendig. Und zur Kritik der IHK an unserer Planung: Wir geben keinesfalls die Konsolidierungsziele auf! Wir durchforsten nach wie vor unsere Verwaltung nach Einsparpotentialen. Wir gehen aufgabenkritisch an Stellen heran. Wir arbeiten intensiv an einer Trendwende in der Sozialkostenentwicklung. Wir müssen aber das eine tun, ohne das andere zu lassen, wenn wir das Versprechen halten wollen, dass wir 2012 gegeben haben: Wir sparen die Stadt nicht kaputt, wir machen sie nachhaltig fit für die Zukunft!

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    man kann dieser Tage keine Rede halten, ohne auf die große Aufgabe der Flüchtlingsunterbringung und -integration einzugehen. Rund 2.500 Menschen, die vor den Zuständen in ihrer Heimat, vor Armut, vor Terror, Krieg, Verfolgung und Gewalt zu uns fliehen, haben in den Mauern der Stadt Mönchengladbach einen sicheren Hafen gefunden. Die Kanzlerin sagt: „Wir schaffen das!“ Als
    Mönchengladbacher Kommunalpolitiker sage ich: „Ja, wir schaffen und wir machen das!“

    Kein Flüchtling in Mönchengladbach muss unter freiem Himmel schlafen. Im Gegenteil, wir schaffen immer mehr ordentliche Unterkünfte. Wir mieten mehr und mehr Wohnungen an. Wir verbessern die Gesundheitsversorgung und die Selbständigkeit durch die Einführung der Gesundheitskarte, wir stärken die Ehrenamtlichen, wir öffnen den Arbeitsmarkt, wir bringen die Integration voran. Es ist noch viel zu tun, aber ich kann nirgendwo erkennen, dass wir in Mönchengladbach mit der Situation nicht fertig würden.

    Ich will nicht blauäugig sein und weise daher auch auf große Aufgaben hin: Flüchtlingskinder müssen wir frühzeitig in die Schulen integrieren und können sie nicht alle dauerhaft an Hauptschulen bündeln. Wir müssen die Integration in den Arbeitsmarkt stärken, wir müssen neuen Wohnraum verteilt in der Stadt schaffen.

    Hier zeigt sich erneut, dass das Land die Kommunen nicht alleine lässt. Gemeinsam haben Land und Bund es möglich gemacht, dass wir ab 2016 pro Flüchtling 10.000
    Euro erhalten, um unsere Aufgaben zu finanzieren. Die Absenkung der
    Härtefallregelung für die Gesundheitskosten von Flüchtlingen von 70.000 auf 35.000
    Euro sind ein weiterer Fortschritt für uns.

    Bei allen Aufgaben die noch vor uns liegen, will ich jetzt schon an die Adresse von Ehrenamtlern und auch an die Adresse der Verantwortlichen in der Verwaltung, hier stellvertretend Frau Schall und Herrn Dr. Fischer sagen: Danke und Respekt für Ihre Leistung!

    Meine Damen und Herren,

    wir haben uns in diesem Jahr viel mit Steinen, Beton und Grünflächen beschäftigt – das stimmt. Wir haben die Organisation der Stadt verändert und damit Grundlagen geschaffen, um nachhaltig besser arbeiten zu können.

    Was ist das Ziel für 2016? Die Menschen, die in den neuen Häusern leben sollen, die Kinder, die hier aufwachsen sollen, die jungen Menschen, die hier studieren oder ihre Ausbildung machen sollen, die Älteren, die sich hier wohlfühlen sollen – sie alle und ihre Bedürfnisse bilden den Schwerpunkt unserer Politik für das Jahr 2016.

    Wir stellen nicht zufällig mehr Geld für soziales Engagement und Quartiersarbeit zur Verfügung. Wir investieren nicht zufällig in die Stadtteile. Eine wachsende Stadt definiert sich nicht nur über neue Gebäude und eine größere Zahl von Einwohnern. Eine wachsende Stadt definiert sich auch über ein gutes Schulangebot, über den sozialen Zusammenhalt und über funktionierende Nachbarschaften und Quartiere. Gerade für uns Sozialdemokraten spielt die Bildungsfrage eine entscheidende Rolle.

    Immer noch werden hunderte Schülerinnen und Schüler von den Gesamtschulen abgewiesen. Immer noch verlassen sieben Prozent der Kinder die Schule ohne Abschluss. Immer noch ist der Lebensweg eines Menschen stark abhängig von der sozialen und wirtschaftlichen Situation der Eltern. 38.000 Leistungsbezieher von Sozialleistungen in der Stadt, darunter alleine ca. 10.000 Kinder, über 100 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft, über 55 Mio. Euro für Hilfen zur Erziehung, diese
    Zahlen und Fakten stehen nicht unverbunden oder zufällig nebeneinander. Sie bedingen sich vielmehr gegenseitig.

    Wenn wir wollen, dass Mönchengladbach eine prosperierende Stadt wird, eine Stadt mit Zukunft, eine Stadt, die den vorsichtigen Wachstumstrend der letzten beiden Jahre verstetigt; wenn wir das wollen, müssen wir bei unserer Jugend anfangen.

    Die Lösung liegt dabei leider nicht ganz so einfach auf der Hand, wie wir es gerne hätten und wie es viele auch propagieren. Eine siebte Gesamtschule wird die Probleme nicht lösen können. Wir wollen vielmehr im System zu schrittweisen Veränderungen kommen, um Kindern gute Bildungschancen zu eröffnen und damit zur qualitativ wachsenden Stadt Mönchengladbach beitragen. Im Kooperationsvertrag haben wir vereinbart, im Dialog mit den Betroffenen – hier denken wir an Schulen, IHK, Kreishandwerkerschaft und viele andere – auf der Grundlage des NRW-Schulkonsens eine zukunftssichere Schulstruktur
    mit Blick auf den Elternwillen in Mönchengladbach zu entwickeln. Wir wollen darauf achten, dass auch außerhalb der Zentren ein angemessenes Angebot an weiterführenden Schulen vorhanden ist. Wir brauchen mehr integrierte Angebote und mehr Ganztag.

    Der Schlüssel liegt nicht in großen Umwälzungen. Der Schlüssel ist die schrittweise Weiterentwicklung hin zu einem Zwei-Säulen-Modell, in dem jedes Kind die bestmöglichen Chancen erhält und nicht nach der vierten Klasse eine Entscheidung über den Lebensweg fällt. Gymnasien auf der einen und integrierte Schulformen auf der anderen Seite bilden zusammen ein attraktives Bildungsangebot, das tragfähig für die Zukunft ist. Wir müssen jetzt definieren, wie die zweite Säule, die integrierten Schulformen miteinander vernetzt und weiterentwickelt werden können. Die Bildungsszene erwartet zu Recht von uns endlich Antworten. Wir werden sie geben.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    wir brauchen eine Strategie für Bildung und Wachstum für Mönchengladbach. Beides ist eng miteinander verbunden. Beides bedingt sich gegenseitig. Und beides werden wir engagiert, offensiv und innovativ gestalten. 2016 werden wir den Worten konkrete Taten folgen lassen.

    Eine moderne Bildungslandschaft ist auch ein Teil dessen, was wir unter Demografie verstehen. Wenn wir über die wachsende Stadt Mönchengladbach sprechen, wollen wir bauliche und soziale Stadtentwicklung zusammenbringen, wie es in Rheydt bereits praktiziert worden ist. Mit dem hier und heute vorgelegten Antrag wollen wir die Verwaltung in ihrem Anliegen unterstützen, dezernatsübergreifend an dem Themenkomplex zu arbeiten. Wir dürfen dabei eben nicht nur die steingewordenen Wohnträume sehen, sondern müssen uns auf die Menschen konzentrieren, die bereits hier leben und die noch hierhin ziehen sollen. Wir sprechen über Kinderbetreuung, über Freizeitangebote, über intakte Innenstädte, über den sozialen
    Zusammenhalt, über Prävention, über Quartiersentwicklung und über Barrierefreiheit. Deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass die beiden Fachleute im
    Verwaltungsvorstand, Frau Schall und Herr Dr. Bonin, hier an einem Strang ziehen. Beide sind auf die eine oder andere Weise neu in Mönchengladbach und beide verbindet dasselbe Ziel.
    Meine Damen und Herren,

    Das Jahr 2015 war politisch ein entscheidendes. Mit der Gründung des Stadtbetriebs Mönchengladbach AöR haben wir einen weitreichenden Beschluss gefasst. Wir verbinden damit die feste Überzeugung, in dieser Organisationsform
    Standortfaktoren wie den Zustand unserer Straßen, wie die Pflege unserer Parks und die Attraktivität unserer Plätze positiv beeinflussen zu können. Und damit das gelingen kann, haben wir intensive Gespräche mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geführt, viel über Strukturen gesprochen und Regeln überlegt. 2016 wird das Projekt endlich an den Start gehen. Die Grundlagen sind gelegt, die Mittel stehen bereit und die Mitarbeiter sind motiviert.

    Sie haben alle sicher Verständnis dafür, dass ich einem hier im Raum besonders viel Erfolg für das nächste Jahr wünsche. Lieber Hans-Jürgen Schnaß, du hast in deiner zweieinhalbjährigen Amtszeit als Beigeordneter hier in dieser Stadtverwaltung einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Du hast wichtige Zukunftsthemen wie die innere Organisation der Verwaltung, die Zukunft unserer IT und die Struktur unseres Bürgerservice in kurzer Zeit neu aufgestellt. Dafür gilt dir der ausdrückliche Dank meiner Fraktion. Das wir dich nun an die Spitze der SBMG berufen, zeugt von großem Vertrauen und großem Zutrauen. Mach was draus im Interesse der ganzen Stadt!

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    zum Abschluss will ich mich bei der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr bedanken. Ich will Danke sagen an die Kämmerei und Herrn Kuckels, an die Mitglieder des Verwaltungsvorstandes, an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ich danke den Kollegen der CDU für die konstruktive Zusammenarbeit. Und ich will ganz besonders meiner Fraktion danken. Wir bewältigen gemeinsam ein immenses Pensum in kurzer Zeit und das alles als Ehrenamtler. Umso wichtiger ist es, sich aufeinander verlassen zu können und eine gute Mannschaft im Rücken zu haben. Unser Kurs ist erfolgreich und die Arbeit mit euch macht einfach nur Spaß!

    Vielen Dank, frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr!

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  • Dr. Schlegelmilch – CDU: Etatrede zum Haushalt 2016

    Dr. Schlegelmilch – CDU: Etatrede zum Haushalt 2016

    Eigentlich …sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
    eigentlich sind die politischen Rahmenbedingungen, die unser aller Leben beeinflussen, in diesen Monaten schwierig.

    Militärische Spannungen an den Grenzen Europas, die Bedrohung durch den Terrorismus, die ein wenig in Vergessenheit geratene aber immer noch vorhandene europäische Finanzkrise und nicht zuletzt die Herausforderungen, vor die uns das Flüchtlingsdrama stellt und die ihm folgenden Verwerfungen am schmutzigen Rand des politischen Spektrums – all das bereitet Sorgen. Das ist eine Zusammenballung von Problemen, wie wir Westeuropäer sie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr erlebt haben.

    Alle diese Dinge betreffen natürlich auch unsere Stadt – einige direkt, andere indirekt. In diesem unruhiger werdenden Umfeld handelt die Stadtverwaltung unter unserem Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners mit Augenmaß. Die ihr gestellten Aufgaben bewältigt sie trotz knapper Ressourcen erfolgreich. Das gilt nicht nur für die Dinge, die heute im Mittelpunkt stehen – den städtischen Haushalt – sondern auch für alle anderen Handlungsfelder. Dafür gebührt Ihnen, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Hawi, dafür gebührt Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren von der Verwaltung, der Dank der Bürgerschaft. Ich statte ihn gerne ab!

    Ja, wir leben in unruhigen Zeiten! Aber es gilt auch das, was an zentraler Stelle im Wahlprogramm 2014 der CDU Mönchengladbach gestanden hat: Mönchengladbach ist eine Stadt der Chancen! Dass diese Aussage nicht nur eine fromme Hoffnung ist, sondern, dass sie viel mit der Realität zu tun hat, kann jeder sehen, der mit offenen Augen durch unsere Stadt geht, der mit den Menschen spricht, die hier leben.
    Worin liegen diese Chancen? Die Antwort wird manchmal mit dem Schlagwort „demographische Entwicklung“ verkürzt. Und das ist auch verständlich, denn dort, wo uns die Auguren vor wenigen Jahren noch das Bild einer sterbenden Stadt Schwarz in Schwarz gepinselt haben, dort können wir heute sagen, dass Mönchengladbach wächst – nicht rasant, aber in einem ansonsten eher stagnierenden Land doch erfreulich. Dieses Wachstum ist zunächst einmal nicht das Verdienst der politisch Handelnden, sondern es ist das Resultat unserer Lage in unmittelbarer Nachbarschaft der nach wie vor wirtschaftlich starken Zentren am Rhein. Was wir uns aber – nicht zuletzt als CDU – auf die Fahnen schreiben dürfen, ist, dass wir diese Chancen rechtzeitig erkannt und die Weichen entsprechend gestellt haben: Die Umgestaltung und Qualifizierung der Rheydter Innenstadt, die Wiederbelebung des Einkaufszentrums Mönchengladbach durch das Minto, der Masterplan, der nicht nur Plan geblieben ist, sondern der zu konkreten städtebaulichen Entwicklungen führt, das Wachstum der Hochschule, das Aufblühen des bürgerschaftlichen Engagements – das ist nur eine Auswahl, aber es sind die wesentlichen Beispiele, die zeigen, dass die Menschen in Mönchengladbach willens und in der Lage sind, ihre Chancen zu ergreifen.
    All das hat – ich wiederhole es gerne – zu einer Aufbruchstimmung in unserer Stadt geführt. Und hier nun, liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Rat, sind wir gefordert: wir müssen diese überaus positiven Ansätze – egal, ob sie auf Initiativen der Bürgerschaft, egal, ob sie auf äußeren Faktoren, egal, ob sie auf Entscheidungen des Rates zurückgehen – wir müssen diese Entwicklung zum Fundament unseres Handelns machen, müssen sie verstärken und dürfen sie nicht durch Kleinmut und unnötiges Zögern bremsen.
    Der Haushalt, dessen Annahme Ihnen CDU und SPD heute empfehlen, tut genau das. Die Schwerpunktsetzungen, die wir vorgenommen haben, finden Sie bereits im Kommunalwahlprogramm 2014 der CDU und in der Kooperationsvereinbarung, die wir nach der Wahl geschlossen haben: Da sind keine Prestigeprojekte, sondern Sie sehen uns vom unbedingten Willen getragen, Nachhaltigkeit, Sicherheit und Sauberkeit in unserer Stadt voranzubringen. Mit diesem Programm sind wir nicht nur zur letzten Kommunalwahl angetreten, sondern wir erkennen darin auch die Dinge, die den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt besonders wichtig sind. Alle, die ein solches Programm mittragen, können sich nicht nur sicher sein, dass sie das umsetzen, was die Bürgerinnen und Bürger wollen, sie können sich auch darin sicher sein, dass jeder Euro, der an dieser Stelle investiert wird, unserer Stadt Rendite bringen wird: Ganz am Ende wird diese Rendite auch eine wirtschaftliche sein, zunächst aber besteht sie darin, dass sie unsere Stadt im Wettbewerb mit anderen Kommunen voranbringt. Denn nur, wenn wir als eine Stadt wahrgenommen werden, in der man sicher über die Straße gehen kann, die aufgeräumt ist, die ihr Geld nicht für irgendetwas heraus haut, sondern für Dinge investiert, die morgen auch noch einen Wert haben, nur dann werden die Menschen hier wohnen, von denen alles andere abhängt: die Unternehmen, in denen sie arbeiten, die Wohnungen und Häuser, in denen sie leben, und am Ende auch der städtische Haushalt, der ihre Steuern benötigt. Nur eine Stadt, die sich nicht selber kaputtspart, nur eine Stadt mit Lebensqualität kann diesen Weg gehen. Wir haben diesen Weg identifiziert, wir sind erste Schritte gegangen, aber jetzt müssen wir mutig und zügig weitergehen.
    Ich bin kürzlich erst dazu gefragt worden, wie wir die Investitionen der Bürgerschaft in ihre Stadt lenken wollen. Ich habe geantwortet: 2020 wollen und werden unsere Bürger in der saubersten Großstadt in NRW wohnen, sie werden 2020 mehr Baukräne sehen als heute und mit Stolz werden sie ihren Verwandten und Gästen zeigen können, auf welchen Plätzen Mönchengladbach bei Städterankings abschneidet, meine Damen und Herren.
    Dass wir auf diesem Weg unsere Schritte klug setzen müssen, ist durch die Eckdaten des Haushalts einer Stadt im Haushaltssanierungsplan erzwungen. Wir bleiben der Sparsamkeit, der Kosten- und Ausgabenkritik verpflichtet, vor allem dort, wo es diejenigen, die täglich in ihre Stadt investieren, nicht trifft, die Bürger nämlich. Denn nur so können wir überhaupt in den nächsten Jahren Bewegungsfreiheit und Gestaltungsfreiräume erreichen: aufgabenkritische Betrachtung von Verwaltungs- und Politikabläufen, kostengünstigere Unterbringung der Stadtverwaltung – also mit mehr Standardisierung und Zentralisierung – und taktische Synchronisierung der Konzernbeteiligungen auf eine Kernstrategie sind deshalb für uns weder Lippenbekenntnis noch Schreckgespenst.
    Manches, was die Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt zu Recht als Zumutung empfinden, ist ein Preis, den uns das Land abpresst, damit wir Gelder bekommen, die uns helfen können, den Haushalt auszugleichen – im Fachjargon auch Haushaltssanierungsplan genannt. Meine Damen und Herren, anders ausgedrückt: Auch Land und Kommunalaufsicht müssen erkennen, dass der Beitritt Mönchengladbachs zum Haushaltssanierungsplan nicht das Gelübte der Bürgerschaft auf ewige Armut gewesen sein kann.
    Ich denke, dass der von uns vorgeschlagene Haushalt zeigt – dass auch die Konsolidierung des Haushaltes auf der Agenda von CDU und SPD stehen bleibt. Wir gehen hier aber differenzierter vor, als manche das in der Vergangenheit getan haben. Rasenmäher an! Leistung runter! So durfte das nicht weitergehen. Für das, was sie in den städtischen Haushalt einzahlen, müssen die Menschen einen seriösen Gegenwert bekommen. Die CDU definiert diesen Gegenwert als eine lebenswerte, saubere und sichere Stadt. Dieses Ziel werden wir mit der von uns angestoßenen Qualitätsoffensive erreichen.
    Wir sind uns allerdings auch sehr bewusst, dass wir unsere Ziele nicht – und ich sage das jetzt zum dritten Mal – nicht ohne bürgerschaftliches Engagement schaffen können. Wir müssen und wollen die Initiativen konstruktiv begleiten, die jenseits von Rat und Verwaltung Ideen entwickeln und oft genug auch Ressourcen investieren, um unsere Stadt weiter zu bringen. Die Vereine, die bürgerschaftlichen Zusammenschlüsse in den Honschaften, diejenigen, die sich für ihr Quartier engagieren, die Macher des Masterplans 3.0, die Mönchengladbacher Kreativszene, die lokale Wirtschaft und viele viele andere – sie müssen unsere Partner bleiben. Entsprechend stellen wir an verschiedenen Stellen im Haushalt auch Geld bereit, um Ansätze zu fördern, die aus der Bürgerschaft kommen. Und dieses Geld wird einen doppelten Nutzen haben: Zum einen werden gute Projekte ermöglicht, zum anderen – und das ist fast noch wichtiger – motiviert es Menschen, sich für ihre Stadt zu engagieren. Und genau das gehört zu einer qualitätsvollen, lebenswerten – wachsenden – Stadt. Nur eine Stadt, in der ein solcher Geist herrscht, ist auch attraktiv für Neubürger, die gerne Verantwortung tragen. Von der Art dieser Menschen – von dieser Qualität Menschen – brauchen wir mehr. Und unsere besten Botschafter sind diejenigen, die eben diese Verantwortung schon heute tragen. Lassen Sie uns immer wieder die Hand ergreifen, die sie uns reichen.
    Der Weg, den wir mit diesem Haushalt gehen, ist im Kommunalwahlprogramm der Mönchengladbacher CDU vorgezeichnet. Und ich bin froh und dankbar, dass wir mit der SPD einen Partner haben, der diesen Weg verlässlich mitgeht. Dafür möchte ich dem Koalitionspartner und auch ausdrücklich Dir, Felix (Heinrichs), danken, weil durch unsere Koalitionsqualität eben bisher mehr möglich wurde als nach der üblichen anspruchslosen Koalitionsformel „Eins plus Eins macht gerade einmal zwei“!
    Es hat mir auch gut gefallen, dass die Initiativen von CDU und SPD in den Beratungen der Fachausschüsse oft genug die Zustimmung der Fraktionen gefunden haben, die am Ende diesen Haushalt vielleicht doch nicht mittragen werden. Die FDP hat sich oft positiv geäußert, die Pipa immer öfter, und erstaunlicherweise gab es hin und wieder sogar Zuspruch von der Linken. Einzig die Grünen stehen mit heruntergezogenen Mundwinkeln dauernd in der Schmollecke – fest im Gestern und blind für die Möglichkeiten von morgen, die unsere Stadt hat. Aber wahrscheinlich sind das ja gar nicht die Grünen in ihrer Gänze in Mönchengladbach, sondern nur vereinzelte Intendanten und Treuhänder der eigenen Befindlichkeiten und ewig gestrigen Vorurteile. Ihnen allen, liebe Kolleginnen und Kollegen, rufe ich zu: „Nutzen Sie zusammen mit CDU und SPD gemeinsam die Chance, unsere Stadt voranzubringen. Gehen Sie gemeinsam mit uns den Weg, den Ihnen dieser Haushalt vorzeichnet – mit einer klugen und präzisen Schwerpunktsetzung in Richtung der Dinge, die den Bürgerinnen und Bürgern wichtig sind und die uns im Wettbewerb der Kommunen gut tun werden.“
    Bei Shakespeare finden Sie die Erkenntnis, dass es auch im Leben der Menschen Gezeiten gibt – Ebbe und Flut. Und es folgt der Rat, dass wenn die Flut aufsteigt, wir gut beraten sind, uns ihr Momentum nutzbar zu machen. Gerade jetzt gibt es eine solche positive Strömung in unserer Stadt. Sie kann uns nach oben tragen. Jeder, der diese Chance nicht ergreift, schadet Mönchengladbach.
    Ich danke Ihnen!

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  • Janina Seifarth und Cindy Panter erhielten Preis der Wohlfahrtsverbände

    Janina Seifarth und Cindy Panter erhielten Preis der Wohlfahrtsverbände

    Cindy Panter ging in ihrer Masterarbeit am Beispiel frei gemeinnütziger Träger in der stationären Jugendhilfe der Frage nach, inwieweit Leistungsanreize für Beschäftigte in der Sozialwirtschaft angewendet werden können.
    Das Instrument werde in sozialen Unternehmen viel weniger genutzt, als möglich wäre, sagte der Dekan der Hochschule Niederrhein, Prof. Dr. Michael Borg-Laufs, in seiner Laudatio.
    „Da werden Möglichkeiten verschenkt, die Mitarbeitenden zu motivieren“, resümierte er.

    Janina Seifahrt beschäftigte sich in ihrer Bachelorarbeit damit, wie zweijährige Kinder in einem Waldkindergarten aufgehoben sind. „Diese Frage hatte sich vor ihr noch niemand gestellt“, betonte ihre Laudatorin Prof. Dr. Christina Jasmund. Der Wald sei eine besondere Kita, fügte sie hinzu. Er könne sehr spannend und herausfordernd sein, aber kleinere Kinder auch überfordern. „Das müssen pädagogische Fachkräfte ausgleichen. Wenn das gut gelingt, kann ein Waldkindergarten eine tolle Sache sein“, sagte Jasmund.

    Frank Polixa, Vorsitzender der örtlichen Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände, überreichte den mit jeweils 500 Euro dotierten Preis während einer Feierstunde in der Geschäftsstelle des Caritasverbandes.
    Er beglückwünschte die beiden Preisträgerinnen zu ihrer „herausragenden Leistung“.
    Zu den ersten Gratulanten gehörten Bürgermeisterin Petra Heinen-Dauber und Sozialdezernentin Dörte Schall.

    „Sie haben neue Ideen, beweisen Mut und schauen in die Zukunft“, sagte Schall.

    Damit würdigten die Wohlfahrtsverbände in Mönchengladbach die Abschlussarbeiten der beiden Absolventinnen des Fachbereichs Sozialwesen an der Hochschule Niederrhein.

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  • Jetzt die Weichen in der Schulpolitik richtig stellen –  Jugendliche eignen sich nicht als Sparposition im Stadt-Haushalt

    Jetzt die Weichen in der Schulpolitik richtig stellen –
    Jugendliche eignen sich nicht als Sparposition im Stadt-Haushalt

    „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird die Zahl der Jugendlichen ohne ordentlichen Schulabschuss weiter steigen“, befürchtet die schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Monika Schuster.
    Erst vor kurzem hat eine Studie erneut dargestellt, dass Mönchengladbach zu den Großstädten mit der höchsten Quote von Schulabgängern ohne Abschluss in NRW zählt. „Wenn wir jetzt nicht handeln, um die Inklusion gelingend zu gestalten und die Integration der zunehmenden Anzahl von Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien erfolgreich zu gestalten, dann wiederholen wir die Fehler der Vergangenheit. Die Aufgabe können aber trotz engagierter Lehrerinnen und Lehrer nicht alleine die Hauptschulen leisten. Sprachunterricht ist der erste elementare Schritt, um Barrieren abzubauen und den Kindern gute Bildungsmöglichkeiten zu eröffnen“, so Schuster.

    „In Mönchengladbach gibt es eine Vielzahl von Schulgebäuden, die entweder zu groß für die Zahl der Schüler geworden sind oder sogar komplett leer gezogen wurden. Wir sehen Veränderungsmöglichkeiten im vorhandenen Bestand, die nicht zwingend mit Millioneninvestitionen verbunden sein müssen. So können wir aber auf veränderte Bedarfe und Anforderungen reagieren“, so Schuster weiter.

    „Es kann nicht sein, dass sich der weitere Schicksalsweg mit Abschluss der vierten Klasse quasi unwiderruflich entscheidet. Dies kann nur im Dialog mit den Experten und Beteiligten gelingen. Genau diesen Weg gehen wir im kommenden Jahr konsequent weiter und werden gemeinsam mit unserem Kooperationspartner Anfang des Jahres konkrete Anträge formulieren“, sagt der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Felix Heinrichs.

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  • GroKo will für den Ortskern Rheindahlen neue Akzente setzen

    Die Wiederaufnahme einer städtebaulichen Idee für den Marktplatz und der Verkehrsführung im Ortskern von Rheindahlen wird jetzt konkret.
    Die Bezirksfraktionen von CDU und SPD haben gemeinsam mit den planungspolitischen Sprechern und dem Bezirksvorsteher Arno Oellers die Siegerentwürfe aus dem Jahr 2000 analysiert und haben eine Entscheidung getroffen.

    Die beiden Fraktionsvorsitzenden in der BV-West, Helmut Gils (SPD) und Heinz Theißen (CDU), sind sich einig: „Es soll auf Grundlage des städtebaulichen Konzepts des Mönchengladbachers Architekten Stefan Schumacher ein Impuls für die Mitte von Rheindahlen gesetzt werden. Die Idee überzeugt durch eine verträgliche Einbindung in das vorhandene Umfeld und setzt insbesondere für den Marktplatz den richtigen Akzent. Zugleich sieht die Idee ein durchdachtes Verkehrskonzept für Rheindahlens Mitte vor. Denn ohne eine vernünftige Verkehrsführung lässt sich das Konzept am Marktplatz nicht umsetzen.“

    Auf Grundlage eines gemeinsamen Antrags von CDU und SPD soll die Bezirksvertretung West am 26.01.2016 diese Richtungsentscheidung für Rheindahlen beschließen.

    Bezirksvorsteher Arno Oellers: „In dieser Sitzung stellt Herr Schumacher seine Planungen aus dem städtebaulichen Wettbewerb von 2000 vor und anschließend soll die Verwaltung als Arbeitsauftrag die mögliche Realisierung der städtebaulichen und verkehrlichen Konzeption gemeinsam mit dem Architekturbüro Schumacher weiter verfolgen. Das Thema wird auch in den kommenden Monaten die Bezirksvertretung und die Öffentlichkeit beschäftigen, denn ein Bebauungsplanverfahren ist notwendig. Dieses wurde in 2001 zwar begonnen – aber nicht weiter behandelt.“
    Wann an eine Umsetzung der Ideen zu denken ist, ist aktuell nicht erkennbar, auch aufgrund der desolaten Haushaltslage der Stadt.

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  • NEW-Kunden-Center an der Odenkirchener Straße schließt zum Jahresende

    NEW-Kunden-Center an der Odenkirchener Straße schließt zum Jahresende

    „Die Ansprüche unserer Kunden und deren Verhalten haben sich verändert“, sagt Ralf Poll, Geschäftsführer der NEW Niederrhein Energie und Wasser GmbH, der Vertriebstochter der NEW AG.
    „Die persönlichen Kundenkontakte in allen NEW-Kunden-Centern sind um rund 25 Prozent zurückgegangen.“

    Standardprozesse – zum Beispiel die An- und Abmeldung, die Änderung des Abschlages, Mitteilung des Zählerstands oder der Wechsel eines Tarifs – werden immer häufiger telefonisch oder über das Internet erledigt.
    Für die Kunden ist der Griff zum Hörer oder der Mausklick wesentlich einfacher und spart Zeit.

    Die kostenlose InfoLine der NEW ist unter 0800 6 886881 erreichbar. Hier können sich Kunden zu den Tarifen der NEW beraten lassen oder sich über Energiedienstleistungen informieren.
    Für konkrete Fragen zur Abrechnung oder zu eventuellen Mahnungen gibt es die separate Rufnummer 02166 685-4854 zum Ortstarif.
    Für das Online-Kunden-Center klicken Kunden auf www.new.de/okc. Hier ist der Zugang nach einer einmaligen Registrierung möglich.

    Die NEW betreibt in ihrem gesamten Versorgungsgebiet sieben Kunden-Center – neben dem neu eröffneten Kunden-Center im NEW-Blauhaus auch in Erkelenz, Geilenkirchen, Grevenbroich, Heinsberg, Viersen und Tönisvorst. Das KundenCenter im NEW-Blauhaus bietet ausführliche Informationen zum Thema Energie und den entsprechenden Serviceangeboten der NEW. „Viele unserer Kunden wünschen heute eine qualifizierte Fachberatung rund um das Thema Energie. Hier helfen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den KundenCentern gerne weiter“, so Ralf Poll.

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  • Publikumsmagnet zum Jahreswechsel: 33. Hallenfußball-Stadtmeisterschaften

    Publikumsmagnet zum Jahreswechsel: 33. Hallenfußball-Stadtmeisterschaften

    Zum Jahreswechsel rollt wieder die gelbe Filzkugel in der Jahnhalle.

    Bei der 33. Auflage der Hallenfußball-Stadtmeisterschaften treten diesmal 30 Seniorenteams, 11 Frauenmannschaften sowie 139 Jugendmannschaften zum Turnier um die begehrten Stadtmeistertitel an. Sie machen damit die Hallenfußball-Stadtmeisterschaften zur größten Amateursportveranstaltung der Vitusstadt.

    Die Vorrunde beginnt nach Weihnachten mit sechs Gruppen am 27. Dezember und geht bis zum 2. Januar. Die Gruppenzweiten treffen am 6. Januar in der Zwischenrunde aufeinander. Die Endrunde ist am 9. Januar.

    Eingebettet in das Turnier ist die Frauenrunde am 3. Januar. Hier spielen elf Damen-Teams ihren Stadtmeister aus.

    Neben den Senioren, kämpfen auch die Junioren um die Stadtmeisterschaft in ihren jeweiligen Altersklassen. Das Jugendturnier startet bereits am 20. Dezember. Im Jugendbereich wird in der Halle Mülfort und in der Jahnhalle gespielt.
    Zeitplan der Senioren – Jahnhalle

    Sonntag 27.12.15 11:00 Uhr Gruppe 1
    Sonntag 27.12.15 15:30 Uhr Gruppe 2
    Montag 28.12.15 17:30 Uhr Gruppe 3
    Dienstag 29.12.15 17:30 Uhr Gruppe 4
    Mittwoch 30.12.15 17:30 Uhr Gruppe 5
    Samstag 02.01.16 17:30 Uhr Gruppe 6
    Sonntag 03.01.16 11:00 Uhr Frauenrunde
    Mittwoch 06.01.16 17:30 Uhr Zwischenrunde
    Samstag 09.01.16 14:00 Uhr Endrunde

    Die Spielpläne mit Ergebnissen und Livestreams gibt es unter www.mg-sport.de in der Rubrik „SSB informiert/Kalender 2015 und 2016“.

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  • Mayersche Buchhandlung spendet Deutschlern- und -übungsbuch an Flüchtlingsorganisationen

    Mayersche Buchhandlung spendet Deutschlern- und -übungsbuch an Flüchtlingsorganisationen

    Die Mayersche Buchhandlung hat zusammen mit dem Buch Verlag Kempen das Buch „Deutsch lernen von Anfang an – Lern- und Übungsbuch“ konzipiert, das Migranten aller Altersstufen und Herkunftsländer helfen soll, die deutsche Sprache zu erlernen.
    Das von H.-J. van der Gieth verfasste Buch wird von der Mayerschen an all ihren Standorten verschiedenen Flüchtlingsorganisationen gespendet.
    Rund 10.000 Exemplare werden derzeit über die Stadtverwaltungen an verschiedene Hilfestellen verteilt.
    Darüber hinaus können weitere Exemplare zum Preis von 8,90 Euro in allen Mayerschen Buchhandlungen erworben werden.
    „Der Mayerschen liegt die Flüchtlingshilfe sehr am Herzen, sagt Helmut Falter, Senior-Chef der Mayerschen Buchhandlung und Initiator des Projekts. „Wir hoffen, mit dem Buch eine sinnvolle Hilfestellung zur Bewältigung des Alltags in einer für viele Flüchtlinge fremden Sprache bieten zu können.“

    Nach einem Vorwort in deutscher, englischer und französischer Sprache zeigt das Inhaltsverzeichnis in neun Kapiteln, wie das Buch strukturiert ist. Die Kapitel tragen Überschriften wie „1.) Das bin ich“, „2.) Meine Familie“ […] „5.) Beim Einkaufen“ […] „8.) Beim Arzt“, die einen direkten Einsatz im Alltag ermöglichen sollen.
    Anhand von Bildern kann der Nutzer den deutschen Begriff kennenlernen und selbstständig die Übersetzung in seiner Sprache eintragen.
    Weiterhin bietet das Buch nützliche Informationen über Deutschland sowie eine CD, um die Aussprache erlernen und überprüfen zu können.
    Das Buch soll vor allen Dingen die oft lang andauernde Zeit in den Flüchtlingsunterkünften überbrücken und in gewisser Weise Vorarbeit für den späteren, strukturierten Deutschunterricht mit entsprechender fachlicher Anleitung leisten.

    Informationen zum Buch:
    Titel: „Deutsch lernen von Anfang an – Lern und Übungsbuch“
    ISBN: 978-3-86740-658-1
    Preis: 8,90€

    Europa-Puzzle:
    Um die Langeweile in den Erstaufnahmestellen bei Kindern – aber auch bei Erwachsenen – zu überbrücken, haben der Buch Verlag Kempen und die Mayersche Buchhandlung auch ein Europa-Puzzle, bestehend aus 160 Teilen, aufgelegt. Das abgebildete Gebiet erstreckt sich vom Irak bis Schweden.
    Aus ihrer eigenen Erfahrung bei der Betreuung von Flüchtlingen haben die Macher des Puzzles festgestellt, dass einige Migranten über wenige Kenntnisse bezüglich des europäischen Kontinents verfügen.
    Dieses Puzzle ermöglicht spielerisch, die neue Heimat kennenzulernen und leistet damit einen wichtigen Integrationsbeitrag.
    Von diesem Puzzle werden den unterstützenden Organisationen ebenfalls insgesamt fast 1000 Exemplare kostenlos zur Verfügung gestellt.
    Das Europa-Puzzle kann auch in den Buchhandlungen der Mayerschen käuflich erworben werden.
    Europa-Puzzle
    EAN: 42-6013377-990-7
    Preis: 8,90€

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  • Sechs Wohnungseinbrüche am Wochenende

    Sechs Wohnungseinbrüche am Wochenende

    Am Samstag in der Zeit von 14:30 und 19:40 Uhr hebelten Unbekannte die Terrassentür eines Mehrfamilienhauses auf der Straße Blaffert in Giesenkirchen auf. Sie durchsuchten die gesamte Wohnung.

    In der Zeit von 16:00 und 20:00 Uhr hebelten Unbekannte ebenfalls in Giesenkirchen ein Terrassenfenster eines Mehrfamilienhauses am Ahrener Feld auf. Hier waren sie zunächst an der Tür gescheitert. Sie entwendeten aus der Wohnung im Erdgeschoss Schmuck und Bargeld.

    Ebenso während der Tagesstunden kamen Unbekannte auf dem Lilienweg in Wickrath. Zwischen 11:55 und 19:50 Uhr gelangten sie von der Gartenseite her an ein Einfamilienreihenhaus. Hier hebelten sie zunächst die Schiebetür zum Wintergarten und anschließend die Tür zum Wohnzimmer auf. Die Täter durchsuchten das Haus und flohen mit Schmuck und Bargeld.

    In einem Mehrfamilienhaus auf der Talstraße in Odenkirchen scheiterten Unbekannte in der Zeit von 17:30 und 21:00 Uhr zunächst an der Terrassentür. Ihnen gelang es aber ein Badezimmerfenster aufzuhebeln. Aus der Wohnung entwendeten sie Bargeld und entkamen unerkannt.

    Ebenfalls von der Gartenseite drangen bislang noch unbekannte Täter auf das Grundstück eines Einfamilienhauses auf dem Schillingstaler Weg in Wickrath ein. In der Zeit von 17:00 bis 22:45 hebelten sie von dort die Terrassentür auf. Im Haus fanden sie Bargeld und flohen.

    Kletterkünstler waren am Samstag zwischen 16:30 und 21:30 Uhr auf der Hardter Straße in Rheindahlen am Werk. Sie kletterten zunächst über eine Regentonne und einem Fallrohr auf das Flachdach eines Anbaus. Im ersten Obergeschoss des Einfamilienhauses versuchten sie zunächst ein Fenster aufzuhebeln. Als sie dort scheiterten, kletterten sie bis zum Dachgeschoss. Hier gelang es ihnen ein Fenster aufzuhebeln. Sie durchsuchten die Wohnung und entkamen mit Schmuck und Bargeld.

    Zu allen Fällen sucht die Kriminalpolizei Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise an Telefon 02161-290.

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  • Studentinnen luden Bewohner des Caritaszentrums Holt zum „Erzählcafé“ ein

    Studentinnen luden Bewohner des Caritaszentrums Holt zum „Erzählcafé“ ein

    Selbst gepilgert ist Maria Kremer nie. „Aber Bekannte von mir sind jedes Jahr nach Trier gegangen“, sagt die 82-Jährige, die seit drei Jahren im Caritaszentrum Holt lebt. Schon deshalb hat sie einen Bezug zum Thema des Erzählcafés, das Studentinnen der Hochschule Niederrhein an diesem Nachmittag in der Einrichtung des Caritasverbandes gestalten.

    Anders als Maria Kremer sind viele andere Bewohner des Altenheims früher auf Pilgerreise gegangen. Sie nicken wissend, als Gabriele Steffens vom Pilgern berichtet. Die ehrenamtliche Erzählerin war schon in Lourdes, in Santiago de Compostela und in Jerusalem. „Eine Pilgerwanderung ist wie das Leben“, erklärt sie den Senioren. Manchmal sei der Weg steil und steinig, manchmal werde er gesäumt von Blumen und Wiesen.

    „Wir möchten die alten Menschen unterhalten, anregen und ihnen Impulse für Erinnerungen geben“, sagt Heike Lindt, die an der Hochschule Niederrhein Soziale Arbeit studiert.
    Sie hat das Erzählcafé in Holt gemeinsam mit Ina-Simone Bertram-Thiel, Laura Crynen und Gasthörerin Elisabeth Mertens-Hesper vorbereitet, es ist Teil des einjährigen Projektseminars „Entfalten statt liften“, in dem es um Bildungs- und Kulturarbeit mit älteren Menschen geht.

    „Die Studierenden haben in den vergangenen Wochen in jedem der vier Mönchengladbacher Caritaszentren ein Erzählcafé entweder zum Pilgern oder rund um das Thema Märchen durchgeführt“, berichtet Tanja Kulig, die gemeinsam mit Sigrid Verleysdonk-Simons das Projektseminar leitet.

    Der mit Geschichten und gemeinsam gesungenen Liedern stimmungsvoll gestaltete Nachmittag ist für alle Beteiligten eine lehrreiche Erfahrung. Als Gabriele Steffens von ihren Erlebnissen beim Pilgern erzählt, meldet sich eine der Seniorinnen. Wenn sie das höre, werde sie traurig, weil sie inzwischen solche Reisen nicht mehr unternehmen könne, bekennt sie. „Das hat mich sehr beeindruckt und nachdenklich gemacht“, sagt Heike Lindt.

    Aber vielleicht kann die alte Frau demnächst ja in einem kleineren Rahmen pilgern.
    Sigrid Cloerkes, Leiterin des Sozialen Dienstes im Caritaszentrum, plant für das kommende Jahr ein neues Angebot. „Unter dem Titel ,Pilgern durch die Natur’ möchten wir es den Bewohnern ermöglichen, innezuhalten und Wald, Felder und Wiesen zu genießen“, kündigt sie an.

    Nicht nur wegen dieser Aussicht ist das Erzählcafé ein voller Erfolg. Am Ende erkundigen sich die Studentinnen bei den Bewohnern des Caritaszentrums, wie es ihnen gefallen habe und ob sie sich ein weiteres Erzählcafé wünschen.
    Maria Kremer muss da nicht überlegen: „Ja, aber bitte“, antwortet sie prompt.

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  • OB H. W. Reiners beeindruckt vom Engagement der Dohrer Bürger

    OB H. W. Reiners beeindruckt vom Engagement der Dohrer Bürger

    In einem persönlichen Gespräch zeigte sich der Oberbürgermeister Hans-Wilhelm Reiners beeindruckt vom Engagement der Dohrer Bürger im Umgang mit den Flüchtlingen in der ehemaligen Förderschule Am Torfbend.

    Ch. Sandner

    Das Lob gilt dem Forum Flüchtlingshilfe Dohr, unter der Leitung der ev. Kirche Rheydt, Pfarrer Christian Sandner, die den Migranten Angebote in Deutsch als Fremdsprache, Sportangebote und Hilfe bei Arzt- und Behördengängen bietet.

    Das Forum Flüchtlingshilfe Dohr reiht sich damit in die Gilde der hilfsbereiten Mönchengladbacher ein, die in allen  Flüchtlingseinrichtungen in unserer Stadt ein beeindruckendes Engagement und ein Zeichen von Menschlichkeit setzen.

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