MG-Heute

Mönchengladbacher Zeitung

Kategorie: Lese-Ecke

Peter Josef Dickers

  • Gegen den Status quo

    Gegen den Status quo

    Ich muss nicht den Zwiespalt ertragen zwischen persönlichen Vorstellungen hinsichtlich der Gestaltung von Liturgie und Seelsorge sowie organisatorischen, administrativen Zwängen, mit denen Priester und Gemeinden konfrontiert werden. Nach wie vor stößt man auf verschiedene Strömungen zwischen Wandel und Bewahrung: Für die Nostalgie-Vertreter muss alles bleiben, wie es ist. Sie klammern sich an ein „Es war…

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  • Die Trägheit der Institutionen

    Die Trägheit der Institutionen

    Es überrascht nicht, dass das Thema „Priesterweihe der Frau“ nach wie vor tabu ist. Papst Benedikt beklagte den „Aufruf zum Ungehorsam“ einer Gruppe von Priestern „in einem europäischen Land“, gemeint war Österreich, die sich hinwegsetzten über „endgültige Entscheidungen des kirchlichen Lehramts“, u. a. in der Frage der Frauen-Priesterweihe. Der Papst vermied eine Verurteilung. Kein Scheiterhaufen.…

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  • Fachkräftemangel

    Fachkräftemangel

    Vergessen zu sein scheint die Sorge um eine Über-Dosis Laien-Engagement in der Kirche. Die Vatikanische Kongregation für den Gottesdienst hatte bestimmt, was gelten solle beim „Sonntäglichen Gemeindegottesdienst ohne Priester“: Laien dürften die ihnen anvertraute Aufgabe nur unter  Leitung eines Pfarrers wahrnehmen. Es handele sich nicht um eine den Laien eigene Aufgabe, sondern um eine Vertretung…

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  • Fragwürdige Kirchengebote

    Fragwürdige Kirchengebote

    Ich stehe nicht mehr in Diensten der Kirche, aber ihren Boden habe ich nicht unter den Füßen verloren. Ich bin zu neuen Ufern aufgebrochen, habe aber nicht meine Heimat aufgegeben. Zusammen mit meiner Frau beteilige ich mich am kirchlichen Leben, ergreife aber nicht ungefragt Initiativen. Der Priestermangel und das daraus resultierende Zusammenlegen bisher eigenständiger Pfarren…

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  • Bodenpersonal

    Bodenpersonal

    Die Laisierung sollte keinen Schlusspunkt unter mein Engagement in der Kirche setzen. Ein Pfarrer lud mich  zur Mitarbeit in seiner Gemeinde ein. Ich bat darum, die bischöfliche Behörde über meine Bereitschaft zu informieren. Überraschend schnell kam ein Gesprächs-Termin zustande. Der Bischof war ein gütiger Mensch – verbindlich,  mit allen guten Gaben des Hl. Geistes ausgestattet.…

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  • Erwiderung auf einen Leserbrief

    Erwiderung auf einen Leserbrief

    In einer Tageszeitung entdeckte ich einen Leserbrief zum „Papstbesuch“. Papst Johannes Paul II. plante einen mehrtägigen Aufenthalt in Deutschland. Das nahm ein Schreiber zum Anlass, sich kritisch dazu zu äußern. „Der Besuch des Papstes in Deutschland scheint unvermeidbar“, begann er. „Zu teuer werden das Triumph-Gebaren und die Demonstrationen des Glanzes und der Stärke erkauft. Schauspielerische…

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  • Keine Ermüdungserscheinungen

    Keine Ermüdungserscheinungen

    Von der Vergangenheit allein kann ich nicht leben. Nicht hinter mir Liegendes habe ich zu bewältigen, sondern Gegenwart und Zukunft. Die Bereitschaft, Neues zu wagen, ist geblieben. Ich bin nicht nur mit Zuhören beschäftigt und ziehe mich nicht in einen Elfenbeinturm zurück. Ich sehne mich nicht nach neuen Aufgaben; jedoch begnüge ich mich nicht damit,…

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  • Erinnerungswürdige Jahre

    Erinnerungswürdige Jahre

    Dem Vernehmen nach gibt es laisierte Priester, die wieder im Amt sind, weil sie um Rücknahme ihrer Laisierung gebeten haben. Für mich ist das nicht nachvollziehbar, vor allem dann nicht, wenn die Betreffenden Frau und Kinder haben. Ob diese dann nach mittelalterlicher Gepflogenheit ins Kloster verbannt werden? Meine Laisierung ist irreversibel. Es gibt kein Vorwärts…

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  • Kein ambitioniertes Nichtstun

    Kein ambitioniertes Nichtstun

    Dass ich nicht wieder aktiv priesterlich tätig sein werde, schließt nicht aus, meinen Dienst und meine Hilfe denen anzubieten bzw. nicht zu versagen, die mich aus besonderem Anlass darum bitten. Ausnahmen werden jedoch Ausnahmen bleiben. Ich lasse mich nicht entmündigen oder unter Hausarrest stellen. Auch falle ich nicht der Selbstzensur zum Opfer. Niemand wird mir…

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  • Was ich nicht vergessen werde

    Was ich nicht vergessen werde

    Eine nicht zu benennende Anzahl von Personen und Familien habe ich während meiner Dienstjahre besucht. Menschen habe ich zugehört, mir Ratschläge von ihnen erteilen lassen. Mit Vergnügen ist mir mein Spürsinn in Erinnerung geblieben, wenn es bei einer bestimmten Familie Reibekuchen zu essen gab. Zufällig stattete ich dann einen überfällig erscheinenden Besuch ab. Die Hausfrau…

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  • Tempi passati – Vorbei

    Tempi passati – Vorbei

    Ein kurzzeitiges Gefühl der Ausweglosigkeit habe ich überwunden. Meine Orientierung, die eine Weile aus dem Ruder gelaufen war, ist zurückgekehrt. Meine Konturen habe ich wieder gewonnen. Ich lebe anders, ich glaube anders als vor Jahren. Durch die Laisierung bin ich formal in den Laienstand versetzt worden. Im Notfall darf ich jedoch priesterliche Dienste verrichten, da…

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  • Vergessene Umfrage

    Vergessene Umfrage

    Den Verantwortungsträgern im Bistum wird entgangen sein, dass sich einige Jahre zuvor der Vorgänger des Kardinals im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz an seine „lieben Mitbrüder im priesterlichen Dienst“ wandte. Er legte ihnen die Beantwortung einer „Umfrage unter allen katholischen Priestern in der Bundesrepublik“ ans Herz. Gemeinsam mit den anderen Bischöfen hielt er es für nützlich…

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  • Ein Kardinal in Sorge

    Ein Kardinal in Sorge

    Einige Zeit später dachte man im Bistum darüber nach, wie es mit der konkreten Seelsorge weitergehen sollte. Strukturen müssten vereinfacht werden, hieß es. War es ein Fortschritt, wenn Strukturen überarbeitet und optimiert würden, aber grundsätzlich erhalten blieben? Ich bezog nicht Stellung und behielt meine Argumente für mich. Priester sollten von Aufgaben entpflichtet werden, die nichts…

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  • Damnatur – Verdammt

    Damnatur – Verdammt

    Die kirchlichen Instanzen werden sich beim Durchforsten gängiger Empörungs-Rituale an den alten, kirchlichen Bannstrahl erinnert haben – eine Sanktions-Maßnahme in der Kirchengeschichte gegen Gläubige, die sich schwerer Vergehen schuldig gemacht hatten: Ausschluss vom Gottesdienst und vom kirchlichen Begräbnis trafen die Sünder sowie das Verbot, eine Kirche zu betreten oder Umgang mit anderen Christen zu pflegen.…

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  • Sie dürfen nicht

    Sie dürfen nicht

    Ein neuer Erzbischof stand an der Spitze des Erzbistums, der bald den Kardinalshut empfing. Er  initiierte für das Bistum ein Pastoral-Gespräch, das die Erneuerung von Seelsorge und Gemeinde zum Ziel hatte. Ich wurde hellhörig und registrierte einen Passus, in dem sich der Kardinal Meinungsbilder über die „Pastorale Tätigkeit für aus dem Amt ausgeschiedene Priester“ erbat.…

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  • Dialogfähigkeit

    Dialogfähigkeit

    Wie wurde die Nachricht von meiner Laisierung von denen aufgenommen, die mit mir geweiht worden waren? Von ihrer Reaktion habe ich nichts erfahren. Über gemeinsame Begegnungen und Veranstaltungen wurde ich nicht mehr informiert. Vor fünfzig Jahren wurden wir zusammen zu Priestern geweiht. Heute leben wir aneinander vorbei, nicht in unterschiedlichen Welten, sondern in der gleichen…

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  • Kommen und Gehen

    Kommen und Gehen

    „Abschied nehmen von Zurückbleibenden ist das Los derer, die vorangehen wollen“, tröstet eine chinesische Lebensweisheit. „An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser“, ergänzt Charly Chaplin. Es gibt Beziehungen und Kontakte, die sich selbst beenden. Man braucht sie nicht für beendet erklären, wenn der gegenseitige Respekt verloren gegangen ist. wenn Widersprüche Gemeinsamkeiten überwuchert haben. Nicht…

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  • Bruchlinien

    Bruchlinien

    Wahrheit ist obdachlos, beklagt ein dänisches Sprichwort und widerspricht der biblischen Erfahrung, Wahrheit mache frei. Wahrheit sei dem Menschen zumutbar, betont die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Dann schränkt sie ein, man könne an der Wahrheit auch verzweifeln. „Wer sagt, was wahr ist, muss damit rechnen, im Regen zu stehen“, warnt eine Volksweisheit. Welche Interpretation kommt…

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  • Neuigkeit!

    Neuigkeit!

    Wir müssen sparen. ALLE! Haben wir begriffen, weil es ja auch alle sagen, voran die, die es am Ehesten könnten. Aber lassen wir die Kleinteiligkeit. Um die Frau Warken geht es auch, weil auch sie sich in den Chor derer…

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