MG-Heute

Mönchengladbacher Zeitung

Kategorie: Die Pendeluhr

P J Dickers

  • Leben wie man kann

    Leben wie man kann

    Ich lebe nicht nach „Cosi fan tutte – So machen es alle“. Mit der Rückversetzung in den Laienstand bin ich kein anderer geworden. Ich habe mir keine Tarn-Identität zugelegt. Es ist mein Leben – mit meiner Handschrift, meiner Identität, meinen Konturen, meiner Geschichte, meinen Träumen. Mein Leben verläuft nicht in gesichtslosen Parallelwelten. Ich halte mich…

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  • Gewinner und Verlierer

    Gewinner und Verlierer

    Neue Erfahrungen sammelte ich, laute und leise. Neue musste ich den alten nicht unterordnen; ich konnte sie einbeziehen oder ihnen einen eigenen Platz einräumen. Manche Erfahrungen verliefen so lautlos oder indirekt, dass ich sie kaum wahrnahm. Jede war auf ihre Art bedeutend. Der bekannte Vergleich mit dem Glas Wasser, das man halb leer oder halb…

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  • Gelingendes Leben

    Gelingendes Leben

    Ich habe einen anderen Weg gewählt als den vorhin beschriebenen. Meine Beheimatung in der Kirche werde ich nicht aufgeben. Auch andere Beziehungen sind nicht völlig erkaltet, sondern rücken neu ins Blickfeld. Zeiten, die geprägt waren von Anschuldigungen und Klagen, scheinen der Vergangenheit anzugehören. Feindbilder sind nicht verblasst, aber es deuten sich Kompromissbereitschaft, Friedenssignale und versöhnliche…

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  • Ein leeres Bücherregal

    Ein leeres Bücherregal

    Vor meinem Antrag auf Laisierung suchte ich einen priesterlichen Freund auf, der ebenfalls den Dienst aufgegeben und geheiratet hatte. Alle Spuren vergangener Jahre schienen beseitigt. In seinem Bücherregal entdeckte ich nichts, was auf seine Beziehung zu Kirche und Glauben schließen ließ. Kein Hinweis auf den theologischen Überbau jener Jahre, in denen er seine Glaubensüberzeugung und…

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  • Versöhnliche Zeichen

    Versöhnliche Zeichen

    Der Bischof, in dessen Diözese ich seit der Laisierung wohne, schickte mir und meiner Frau Grüße zum Weihnachtsfest. Wir existierten für ihn, wenn es auch zum persönlichen Dialog zwischen uns nicht kam. Er nahm zur Kenntnis, dass es Priesterfamilien gibt, und missverstand sie nicht als Komplott Unzufriedener. Insofern rüttelte er, wenn auch verhalten, an einem…

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  • Nein-Sager

    Nein-Sager

    Braucht die Kirche eine Neuorientierung hinsichtlich des Priestermangels? Nein, sagt ein Kardinal. Das Thema sei so oft diskutiert worden, dass alte Argumente nicht wiederholt werden müssten. Nein, sagt ein Generalvikar. Kontraproduktiv sei der Aufruf dazu. Nein, sagt ein Abgeordneter. Er entdeckt plötzlich Nichteinmischungsklauseln und plädiert für das Prinzip, sich aus innerkirchlichen Angelegenheiten herauszuhalten. Welcher Geist…

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  • Oberhirtliche Vertröster

    Oberhirtliche Vertröster

    Priester gesucht. Die Katholische Kirche hat ein Problem. Zu dem Problem habe ich beigetragen mit meiner Laisierung. Gestandenen, verheirateten Männern, „viri probati“, soll der Weg zum Priestertum geebnet werden. Die Idee ist nicht neu. Sie wurde neu belebt durch Politiker, die ihrer Kirche ins Gewissen redeten. Machbares in die Wege zu leiten, forderten die Politiker…

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  • Service gefragt

    Service gefragt

    „Fast-Food-Ketten auf der Suche nach neuen Ideen“ las ich in einer Pressenotiz. Alte Geschäftsmodelle müssten geändert werden, um am Fast-Food-Markt auf Dauer bestehen zu können – so die Begründung. Kirchliche Zukunftsplaner werden das lesen und zur Tagesordnung übergehen. Andere Geschäftsmodelle sind es nicht, die den Fortbestand von Kirchen garantieren. Aber besagte Schnell-Restaurants konkretisieren ihre Überlegungen…

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  • Schiffe versenken

    Schiffe versenken

    Das Umfunktionieren von Kirchen bietet sich an als lukratives Geschäftsmodell. Über Abrissprämien wird spekuliert. Indien und Pakistan bieten Abwrackstrände auf den Weltmeeren für nicht mehr verwendungsfähige Schiffe an. Die Gunst der Stunde könnte man nutzen. Es werden nicht nur Kirchen, sondern auch Einkaufszentren, Postämter, Krankenhäuser und Schulen überflüssig. Das Jedermann-Spiel vom Sterben des reichen Mannes…

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  • Im Kletterparadies

    Im Kletterparadies

    Eine Kirche, in der kein Gottesdienst mehr gefeiert wird und keine Gemeindearbeit stattfindet, wurde zur Kletterkirche umfunktioniert. Der Sakralbau sollte nicht zur Investitionsruine verkommen und zum Überbleibsel einer vergangenen Epoche werden. Wo Vaterunser zum Himmel geschickt wurden, können sich jetzt geübte und neugierig gewordene Kletterer an der Vaterunser-Route versuchen. „Vater unser im Himmel“ Die Route…

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  • O Franziskus

    O Franziskus

    Der sparsame Applaus deiner Mitbrüder und ihr gequältes Lächeln werden dir nicht entgangen sein, Heiliger Vater. Ein Wohlfühl-Programm und gute Wünsche hatten sie erwartet, als sie sich um dich geschart hatten und nicht nur an die Zukunft der Kirche, sondern auch ein wenig ans eigene Frohlocken dachten. Es ist noch nicht lange her, dass dich…

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  • Gegen den Status quo

    Gegen den Status quo

    Ich muss nicht den Zwiespalt ertragen zwischen persönlichen Vorstellungen hinsichtlich der Gestaltung von Liturgie und Seelsorge sowie organisatorischen, administrativen Zwängen, mit denen Priester und Gemeinden konfrontiert werden. Nach wie vor stößt man auf verschiedene Strömungen zwischen Wandel und Bewahrung: Für die Nostalgie-Vertreter muss alles bleiben, wie es ist. Sie klammern sich an ein „Es war…

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  • Die Trägheit der Institutionen

    Die Trägheit der Institutionen

    Es überrascht nicht, dass das Thema „Priesterweihe der Frau“ nach wie vor tabu ist. Papst Benedikt beklagte den „Aufruf zum Ungehorsam“ einer Gruppe von Priestern „in einem europäischen Land“, gemeint war Österreich, die sich hinwegsetzten über „endgültige Entscheidungen des kirchlichen Lehramts“, u. a. in der Frage der Frauen-Priesterweihe. Der Papst vermied eine Verurteilung. Kein Scheiterhaufen.…

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  • Fachkräftemangel

    Fachkräftemangel

    Vergessen zu sein scheint die Sorge um eine Über-Dosis Laien-Engagement in der Kirche. Die Vatikanische Kongregation für den Gottesdienst hatte bestimmt, was gelten solle beim „Sonntäglichen Gemeindegottesdienst ohne Priester“: Laien dürften die ihnen anvertraute Aufgabe nur unter  Leitung eines Pfarrers wahrnehmen. Es handele sich nicht um eine den Laien eigene Aufgabe, sondern um eine Vertretung…

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  • Fragwürdige Kirchengebote

    Fragwürdige Kirchengebote

    Ich stehe nicht mehr in Diensten der Kirche, aber ihren Boden habe ich nicht unter den Füßen verloren. Ich bin zu neuen Ufern aufgebrochen, habe aber nicht meine Heimat aufgegeben. Zusammen mit meiner Frau beteilige ich mich am kirchlichen Leben, ergreife aber nicht ungefragt Initiativen. Der Priestermangel und das daraus resultierende Zusammenlegen bisher eigenständiger Pfarren…

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  • Bodenpersonal

    Bodenpersonal

    Die Laisierung sollte keinen Schlusspunkt unter mein Engagement in der Kirche setzen. Ein Pfarrer lud mich  zur Mitarbeit in seiner Gemeinde ein. Ich bat darum, die bischöfliche Behörde über meine Bereitschaft zu informieren. Überraschend schnell kam ein Gesprächs-Termin zustande. Der Bischof war ein gütiger Mensch – verbindlich,  mit allen guten Gaben des Hl. Geistes ausgestattet.…

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  • Erwiderung auf einen Leserbrief

    Erwiderung auf einen Leserbrief

    In einer Tageszeitung entdeckte ich einen Leserbrief zum „Papstbesuch“. Papst Johannes Paul II. plante einen mehrtägigen Aufenthalt in Deutschland. Das nahm ein Schreiber zum Anlass, sich kritisch dazu zu äußern. „Der Besuch des Papstes in Deutschland scheint unvermeidbar“, begann er. „Zu teuer werden das Triumph-Gebaren und die Demonstrationen des Glanzes und der Stärke erkauft. Schauspielerische…

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  • Keine Ermüdungserscheinungen

    Keine Ermüdungserscheinungen

    Von der Vergangenheit allein kann ich nicht leben. Nicht hinter mir Liegendes habe ich zu bewältigen, sondern Gegenwart und Zukunft. Die Bereitschaft, Neues zu wagen, ist geblieben. Ich bin nicht nur mit Zuhören beschäftigt und ziehe mich nicht in einen Elfenbeinturm zurück. Ich sehne mich nicht nach neuen Aufgaben; jedoch begnüge ich mich nicht damit,…

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  • Neuigkeit!

    Neuigkeit!

    Wir müssen sparen. ALLE! Haben wir begriffen, weil es ja auch alle sagen, voran die, die es am Ehesten könnten. Aber lassen wir die Kleinteiligkeit. Um die Frau Warken geht es auch, weil auch sie sich in den Chor derer…

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