MG-Heute

Mönchengladbacher Zeitung

Kategorie: Die Pendeluhr

P J Dickers

  • Erinnerungswürdige Jahre

    Erinnerungswürdige Jahre

    Dem Vernehmen nach gibt es laisierte Priester, die wieder im Amt sind, weil sie um Rücknahme ihrer Laisierung gebeten haben. Für mich ist das nicht nachvollziehbar, vor allem dann nicht, wenn die Betreffenden Frau und Kinder haben. Ob diese dann nach mittelalterlicher Gepflogenheit ins Kloster verbannt werden? Meine Laisierung ist irreversibel. Es gibt kein Vorwärts…

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  • Kein ambitioniertes Nichtstun

    Kein ambitioniertes Nichtstun

    Dass ich nicht wieder aktiv priesterlich tätig sein werde, schließt nicht aus, meinen Dienst und meine Hilfe denen anzubieten bzw. nicht zu versagen, die mich aus besonderem Anlass darum bitten. Ausnahmen werden jedoch Ausnahmen bleiben. Ich lasse mich nicht entmündigen oder unter Hausarrest stellen. Auch falle ich nicht der Selbstzensur zum Opfer. Niemand wird mir…

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  • Was ich nicht vergessen werde

    Was ich nicht vergessen werde

    Eine nicht zu benennende Anzahl von Personen und Familien habe ich während meiner Dienstjahre besucht. Menschen habe ich zugehört, mir Ratschläge von ihnen erteilen lassen. Mit Vergnügen ist mir mein Spürsinn in Erinnerung geblieben, wenn es bei einer bestimmten Familie Reibekuchen zu essen gab. Zufällig stattete ich dann einen überfällig erscheinenden Besuch ab. Die Hausfrau…

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  • Tempi passati – Vorbei

    Tempi passati – Vorbei

    Ein kurzzeitiges Gefühl der Ausweglosigkeit habe ich überwunden. Meine Orientierung, die eine Weile aus dem Ruder gelaufen war, ist zurückgekehrt. Meine Konturen habe ich wieder gewonnen. Ich lebe anders, ich glaube anders als vor Jahren. Durch die Laisierung bin ich formal in den Laienstand versetzt worden. Im Notfall darf ich jedoch priesterliche Dienste verrichten, da…

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  • Vergessene Umfrage

    Vergessene Umfrage

    Den Verantwortungsträgern im Bistum wird entgangen sein, dass sich einige Jahre zuvor der Vorgänger des Kardinals im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz an seine „lieben Mitbrüder im priesterlichen Dienst“ wandte. Er legte ihnen die Beantwortung einer „Umfrage unter allen katholischen Priestern in der Bundesrepublik“ ans Herz. Gemeinsam mit den anderen Bischöfen hielt er es für nützlich…

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  • Ein Kardinal in Sorge

    Ein Kardinal in Sorge

    Einige Zeit später dachte man im Bistum darüber nach, wie es mit der konkreten Seelsorge weitergehen sollte. Strukturen müssten vereinfacht werden, hieß es. War es ein Fortschritt, wenn Strukturen überarbeitet und optimiert würden, aber grundsätzlich erhalten blieben? Ich bezog nicht Stellung und behielt meine Argumente für mich. Priester sollten von Aufgaben entpflichtet werden, die nichts…

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  • Damnatur – Verdammt

    Damnatur – Verdammt

    Die kirchlichen Instanzen werden sich beim Durchforsten gängiger Empörungs-Rituale an den alten, kirchlichen Bannstrahl erinnert haben – eine Sanktions-Maßnahme in der Kirchengeschichte gegen Gläubige, die sich schwerer Vergehen schuldig gemacht hatten: Ausschluss vom Gottesdienst und vom kirchlichen Begräbnis trafen die Sünder sowie das Verbot, eine Kirche zu betreten oder Umgang mit anderen Christen zu pflegen.…

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  • Sie dürfen nicht

    Sie dürfen nicht

    Ein neuer Erzbischof stand an der Spitze des Erzbistums, der bald den Kardinalshut empfing. Er  initiierte für das Bistum ein Pastoral-Gespräch, das die Erneuerung von Seelsorge und Gemeinde zum Ziel hatte. Ich wurde hellhörig und registrierte einen Passus, in dem sich der Kardinal Meinungsbilder über die „Pastorale Tätigkeit für aus dem Amt ausgeschiedene Priester“ erbat.…

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  • Dialogfähigkeit

    Dialogfähigkeit

    Wie wurde die Nachricht von meiner Laisierung von denen aufgenommen, die mit mir geweiht worden waren? Von ihrer Reaktion habe ich nichts erfahren. Über gemeinsame Begegnungen und Veranstaltungen wurde ich nicht mehr informiert. Vor fünfzig Jahren wurden wir zusammen zu Priestern geweiht. Heute leben wir aneinander vorbei, nicht in unterschiedlichen Welten, sondern in der gleichen…

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  • Kommen und Gehen

    Kommen und Gehen

    „Abschied nehmen von Zurückbleibenden ist das Los derer, die vorangehen wollen“, tröstet eine chinesische Lebensweisheit. „An den Scheidewegen des Lebens stehen keine Wegweiser“, ergänzt Charly Chaplin. Es gibt Beziehungen und Kontakte, die sich selbst beenden. Man braucht sie nicht für beendet erklären, wenn der gegenseitige Respekt verloren gegangen ist. wenn Widersprüche Gemeinsamkeiten überwuchert haben. Nicht…

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  • Bruchlinien

    Bruchlinien

    Wahrheit ist obdachlos, beklagt ein dänisches Sprichwort und widerspricht der biblischen Erfahrung, Wahrheit mache frei. Wahrheit sei dem Menschen zumutbar, betont die österreichische Schriftstellerin Ingeborg Bachmann. Dann schränkt sie ein, man könne an der Wahrheit auch verzweifeln. „Wer sagt, was wahr ist, muss damit rechnen, im Regen zu stehen“, warnt eine Volksweisheit. Welche Interpretation kommt…

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  • Beredtes Schweigen

    Beredtes Schweigen

    Fast vierzig Jahre sind vergangen, seit ich Verwandte, Bekannte und Freunde wissen ließ: „Unser Erzbischof wird mich in diesen Tagen von den Aufgaben des priesterlichen Dienstes entpflichten. Ich teile es mit, ehe es offiziell verlautet. Meine Bitte ist es, mein Ausscheiden aus dem Amt als Gewissensentscheidung zu akzeptieren.“ Ich wollte sie informieren, wenn auch nur…

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  • Das  musst du wissen

    Das musst du wissen

    Wenn man eine Entscheidung treffen will und sie dann nicht trifft, hat man sich auch entschieden. So ging ich nicht vor. Ich wollte mich nicht dispensieren von meinem Handeln-Müssen. Meine priesterliche Tätigkeit, die ich zwölf Jahre lang ausgeübt hatte, wollte und konnte ich nicht fortsetzen. Ich war jedoch bestrebt, das Heft des Handelns in der…

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  • Katholisches Profil

    Katholisches Profil

    Wie kam die Nachricht bei denen an, die sich im Laufe meiner Dienstjahre gelegentlich kritisch geäußert hatten? „Ich möchte heute auf die hl. Messe zurückkommen, die Sie mit uns feierten.“ Ich hatte mit jungen Ehepaaren ein Wochenende verbracht und Gottesdienst mit ihnen gefeiert. Der Briefschreiber gehörte mit seiner Familie dazu. Er wolle mich nicht verletzen…

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  • Verwirrung

    Verwirrung

    Die Gemeinde, in der ich aufgewachsen war, und die Familie, die meinen Weg zum Priestertum unterstützt hatte, schwebten nicht im siebten Himmel, als die Nachricht von meiner Laisierung von Mund zu Mund durch das Dorf gereicht wurde. Das durfte nicht wahr sein. Ein Ereignis, mit dem nicht zu rechnen war. Eine Enttäuschung, auf die man…

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  • Verständnis

    Verständnis

    Es würden sich keine Abgründe auftun, wenn ich den priesterlichen Dienst quittierte. Ich vertraute darauf, auf meinem künftigen Weg Begleiter zu haben. Ein Kreis junger Familien gehörte dazu. Da wir uns seit vielen Jahren in einer Gesprächsrunde trafen, wussten wir voneinander, vertrauten einander. Ihre Briefe, ihre Worte machten mir Mut: „Der von Ihnen gefasste Entschluss…

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  • Fliegen

    Fliegen

    An den Felswänden des Westufers der Insel Helgoland vollzieht sich einmal im Jahr ein dramatischer Vorgang. Drei Wochen lang haben Lummen-Meeresvögel ihr Junges aufgezogen. Wenn es groß genug ist, verlocken die Eltern es, sich aus der sicheren Nische an der Steilküste dreißig bis vierzig Meter tief ins Wasser zu stürzen. Einige kommen dabei um. Aber…

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  • Im Einvernehmen mit der Kirche

    Im Einvernehmen mit der Kirche

    Ich hätte die Laisierung ablehnen und zivilrechtlich heiraten können. Laut Kirchenrecht hätte ich damit meine priesterlichen Funktionen aufgegeben. Andere handelten oder handeln so. In eine nicht nach kanonischem Recht geschlossene, klandestine Ehe zu flüchten, kam nicht in Frage. Verlegenheits-, Verlogenheits-Lösungen lehnten wir ab. Wir wollten nicht in luftleeren, kirchenfernen Räumen leben. Unser Leben sollte von…

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  • Neuigkeit!

    Neuigkeit!

    Wir müssen sparen. ALLE! Haben wir begriffen, weil es ja auch alle sagen, voran die, die es am Ehesten könnten. Aber lassen wir die Kleinteiligkeit. Um die Frau Warken geht es auch, weil auch sie sich in den Chor derer…

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