Autor: Redaktion

  • Vietnamesische Flüchtlinge spenden 7.000 Euro für Ukraine-Nothilfe

    Vietnamesische Flüchtlinge spenden 7.000 Euro für Ukraine-Nothilfe

    Van Ri Nguyen weiß, was Krieg und Flucht bedeuten. Vor über 40 Jahren ist er mit seiner Familie aus Vietnam geflüchtet – er kann sich vorstellen, was Menschen in und aus der Ukraine seit Monaten durchmachen. Für sie hat er jetzt unter den in Deutschland lebenden Vietnamesen erneut viel Geld gesammelt.

    7.080,00 Euro sind bei der jüngsten Spendenaktion zusammengekommen, die Van Ri Nguyen in seiner Eigenschaft als stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes vietnamesischer Flüchtlinge in der Bundesrepublik Deutschland gestartet hat. Einmal mehr hatte der 69-Jährige die in Mönchengladbach und Umgebung, Berlin, Hamburg, Frankfurt und anderswo in Deutschland lebenden Vietnamesen nicht nur aufgerufen, sondern auch viele persönlich angerufen oder ihnen geschrieben. So konnte er zahlreiche Einzelspenden in Höhe von 30, 40 oder 50 Euro verbuchen. Auch bei Gottesdiensten wurde für die Ukraine-Nothilfe gesammelt.

    Einen symbolischen Spendenscheck überreichte Van Ri Nguyen jetzt gemeinsam mit dem pensionierten Mönchengladbacher Pfarrer Johannes van der Vorst an Frank Polixa, Geschäftsführer des Caritasverbandes Region Mönchengladbach, der das Geld an Caritas international weiterleitete. „Ich möchte mich bedanken, denn ich habe hier in Deutschland Heimat und Freiheit gefunden“, sagte Van Ri Nguyen, der sich seit Jahrzehnten für Menschen in Not einsetzt. Er selbst flüchtete 1981 mit seiner Familie vor den kommunistischen Machthabern in Vietnam. Mit 95 anderen Flüchtlingen trieben sie sechs Tage in einem Boot im südchinesischen Meer. In höchster Not wurden die Flüchtlinge vom deutschen Rettungsschiff „Cap Anamur“ an Bord genommen.

    Als sogenannte „Boat People“ kamen sie nach Deutschland. Van Ri Nguyen ließ sich mit seiner Familie in Mönchengladbach nieder. Hier besuchte er eine Sprachschule, machte eine Ausbildung zum Schlosser und arbeitete rund 34 Jahre beim Unternehmen Voith Paper Krieger, bis er 2019 in den Ruhestand ging. Etwa 1.500 Vietnamesen leben in der Region Mönchengladbach, Viersen, Nettetal, sagt der achtfache Vater, der seit 1991 deutscher Staatsbürger ist. Seit vielen Jahren engagiert er sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich, unter anderem im Verein der vietnamesischen Flüchtlinge, bei den vietnamesischen Katholiken in Mönchengladbach und auf Bundesebene. Van Ri Nguyen wurde mehrfach ausgezeichnet, erst im vergangenen Jahr verlieh ihm Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für sein außerordentliches Engagement und seine beeindruckende Lebensleistung das Bundesverdienstkreuz am Bande.

    „Es macht in dieser schwierigen Zeit einfach Mut, dass es Menschen wie Van Ri Nguyen und die vielen Spenderinnen und Spender aus der vietnamesischen Gemeinschaft gibt, die für andere da sind“, sagte Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa während des Treffens mit Van Ri Nguyen und Pfarrer van der Vorst. Die mehr als 7.000 Euro leisteten einen wertvollen Beitrag, um die Not von Menschen in und aus der Ukraine zu lindern.

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  • Kalesnikova, Tichanowskaja und Tsepkalo: Belarussisches Frauen-Trio mit dem Karlspreis zu Aachen ausgezeichnet

    Kalesnikova, Tichanowskaja und Tsepkalo: Belarussisches Frauen-Trio mit dem Karlspreis zu Aachen ausgezeichnet

    Keine Sekunde ließ sie an diesem besonderen Tag das Plakat mit dem großen Foto aus den Fingern und hielt es stets demonstrativ vor ihrer Brust. Das Bild zeigte Maria Kalesnikova, die gemeinsam mit Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo am heutigen Himmelfahrtstag (26. Mai) mit dem Internationalen Karlspreis zu Aachen ausgezeichnet worden ist. Doch Kalesnikava sitzt in Belarus in Haft – unter schweren Bedingungen. In Aachen nahm daher stellvertretend ihre Schwester Tatsiana Khomich den Preis mit entgegen – das Bild von Maria immer ganz nah am Herzen tragend. Unter dem Konterfei prangte die deutliche Aufforderung: #freekalesnikava.

    Freiheit, Friede, Gerechtigkeit. Danach sehnen sich unzählige Belarussinen und Belarussen, die seit vielen Jahren unter einer brutalen Diktatur leiden. Doch der Widerstand gegen das Regime wächst. Seit 2020 sind die belarussischen führenden politischen Aktivistinnen Kalesnikova, Tichanowskaja und Tsepkalo die Gallionsfiguren dieser Bewegung. Sie rütteln auf. Sie erzählen eine Geschichte, die Menschen auf der ganzen Welt bewegt und inspiriert – so auch an diesen denkwürdigen Tagen in Aachen.

    Swetlana Tichanowskaja, Veronica Tsepkalo und – stellvertretend für ihre inhaftierte Schwester Maria Kalesnikova – Tatsiana Khomich bedankten sich vor gut 600 Gästen im Krönungssaal des Aachener Rathauses für die Auszeichnung, die sie von Jürgen Linden, dem Vorsitzenden des Karlspreisdirektoriums, und Aachens Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, überreicht bekamen. Vom Publikum gab es Standing Ovations. Zuvor hatte Annalena Baerbock, Außenministerin der Bundesrepublik Deutschland, eine beeindruckende Ansprache gehalten.

    Tichanowskaja: „Der Karlspreis geht an alle Belarussen!“

    Swetlana Tichanowskaja übernahm 2020 für ihren inhaftierten Gatten dessen Kandidatur und trat zur Präsidentschaftswahl an. Sie forderte Machthaber Alexander Lukaschenko heraus. In einer manipulierten Wahl verlor sie und musste aus dem Land fliehen. Ähnlich oder sogar schlimmer erging es ihren Mitstreiterinnen und vielen tausend Belaruss*innen. In Aachen sagte Tichanowskaja: „Lassen Sie mich klarstellen: Der Karlspreis gehört nicht mir, und auch nicht uns als Trio. Er geht an alle Belarussen. An die, die in ihrem friedlichen, gewaltfreien Kampf gegen die Tyrannei enorme Anstrengungen und Hingabe gezeigt haben. Der Preis gehört den belarussischen Frauen, Journalisten und furchtlosen Freiwilligen. Er gehört auch jedem Kind, das auf seine Mutter oder seinen Vater wartet, die ihm Gefängnis sitzen. Er gehört all denjenigen, die ihre Lieben nie mehr sehen werden.“

    Tsepkalo: „Die hässliche Fratze der Diktatur“

    Beeindruckend und bedrückend, rührend und persönlich: Das belarussische Trio zog die Gäste im Krönungssaal des Aachener Rathauses mit ihren Beiträgen völlig in ihren Bann. Als Veronica Tsepkalo – ohne Redemanuskript – frei und sehr privat vom Schicksal ihrer Familie berichtete, wie ihre sterbenskranke Mutter unter menschenunwürdigen Bedingungen in einem Minsker Krankenhaus an ein Bett gefesselt wurde, wie sie wenige Wochen später starb, da stockte vielen Zuhörer*innen der Atem. „In dem Moment, als ich meine Mutter so erleben musste, wurden mir die Augen geöffnet. Das war die hässliche Fratze der Diktatur.“ Im Krönungssaal berichtete Tspekalo von ihren lange geheim gehaltenen Familienwurzeln, die zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland führten. Ihr Großvater war Deutscher. Sie hat ihn nie kennengelernt. „Ich glaube fest daran, könnte er mich heute hier in Aachen erleben, würde er sagen: Ich bin sehr stolz auf meine Enkelin.“

    Khomich: „Das diktatorische Regime wird bald Vergangenheit sein.“

    Was alle drei Frauen eint, ist der hoffnungsvolle Blick in Richtung einer besseren Zukunft. Tatsiana Khomich sagte in ihrem Redebeitrag: „Im Moment schreiben die Belarussen nicht nur einzelne Seiten, sondern ganze Kapitel in der Geschichte über die Wiederherstellung von Demokratie und Freiheit in ganz Europa. Wir glauben, dass dieses Kapitel bald abgeschlossen sein wird und die diktatorischen Regime der Vergangenheit angehören werden. Einer Vergangenheit, die sich dieses Mal wirklich nie mehr wiederholen wird.“ Dafür benötige es weiterhin der uneingeschränkten Hilfe der internationalen Gemeinschaft, der europäischen Partner, betonte Khomich auch im Namen ihrer inhaftierten Schwester. Diese sitzt derzeit, wie rund 1300 andere politische Gefangene, unter unwürdigen Bedingungen in Belarus in Haft. Vor wenigen Tagen erst ist Kalesnikova vom Lukaschenko-Regime als Terroristin eingestuft worden.

    Außenministerin Baerbock: „Die mutigsten Frauen in ganz Europa“

    Doch die vielen politischen Gefangenen wie Maria Kalesnikova sind nicht allein, versicherte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock in ihrer vorangehenden Festrede. „Wir kämpfen mit euch gemeinsam! Für ein freies Belarus und eine gemeinsame europäische Friedensordnung“, versicherte Deutschlands oberste Diplomatin. Mehrfach drehte sich Baerbock vom Rednerpult direkt zu den drei Preisträgerinnen um, sprach sie herzlich und persönlich an. „Ich weiß, ihr seid für Millionen von Frauen in ganz Europa ein Vorbild!“ Da brandete langer Applaus auf, wie so häufig im Rahmen der Zeremonie. Baerbock zeichnete das Bild von drei jungen Frauen, die niemals vorhatten, politisch aktiv zu werden. Doch das Schicksal führte sie zusammen. Das brutale Vorgehen des Regimes in Belarus ließ ihnen keine andere Wahl. Seitdem stellen sie sich dem friedlichen Kampf gegen Gegner, die keine Skrupel kennen. „Es ist mir eine persönliche und außergewöhnliche Ehre, auf die mutigsten Frauen in ganz Europa die Laudatio halten zu dürfen“, so Baerbock. Und weiter sagte sie mit Blick zu Tichanowskaja, Tsepkalo und Khomich: „Euer Mut lässt sich nicht wegsperren. Eure Idee der Freiheit lässt sich nicht ins Exil vertreiben.“

    Sibylle Keupen: „Ein Licht in dunklen Zeiten“

    Die diesjährige Verleihung des Internationalen Karlspreises fand im Schatten des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine statt. Diese besonderen Umstände betonte Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen in ihrer Rede. Zugleich lenkte sie den Blick auf die mutige Entscheidung des Karlspreis-Direktoriums, mit den diesjährigen Preisträgerinnen neue Wege zu beschreiten – und das zehn Wochen, bevor Russlands Präsident Wladimir Putin seine Armee in die Ukraine einmarschieren ließ und großes Leid über Millionen Menschen brachte. Gerade diese Menschen, ob nun in der Ukraine oder zuvor schon seit vielen Jahren in Belarus, sind es, die für ein freies und selbstbestimmtes Leben stehen. „Das Bewahren der europäischen Idee steht im Mittelpunkt der diesjährigen Verleihung, die gleichzeitig eine Zäsur für den internationalen Karlspreis an sich darstellt. Denn zum ersten Mal in seiner Geschichte wurde eine europäische Bewegung aus dem Volk ausgezeichnet, die Widerstand gegen ein autokratisches System leistet“, sagte Keupen und führte weiter aus: „Mit der mutigen und politischen Entscheidung, die belarussische Opposition auszuzeichnen, mischt das Direktorium sich ein und ergreift eindeutig Partei: Für ein Europa der Freiheit und der Demokratie.“ Maria Kalesnikova, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo seien dabei ein Licht in dunklen Zeiten. „Ihre Gesichter und ihre Namen stehen für zahllose Menschen, die in vielen Ländern dieser Welt auch gerade in diesem Moment um ihre Werte, ihr Leben und ihre Zukunft kämpfen und unvorstellbaren staatlichen Repressionen unterworfen sind. Diese Menschen brauchen unsere Unterstützung. Mehr denn je!“, so Keupen.

    Begründung des Karlspreisdirektoriums

    Das Direktorium begründet die Wahl der Preisträgerinnen unter anderem wie folgt: „Während sich innerhalb der EU eine zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber der politischen Dimension des europäischen Projekts Bahn gebrochen hat, tritt gerade an den Außengrenzen der Union die brüchige Kostbarkeit unserer Friedens- und Freiheitsordnung zutage.“ Und: „Seit dem vergangenen Jahr sind auch in Belarus die Stimmen der Demokratie, der Freiheit und des Rechts immer vernehmbarer geworden: erst einige, dann tausende, dann zehn-, dann hunderttausende. Und es sind vor allem drei mutige Frauen, die der Verfolgung und den Repressionen zum Trotz diesen Stimmen Gesicht gegeben haben und geben.“ Im Rahmen der Präsidentschaftswahlen 2020 gelingt, so die Begründung des Karlspreisdirektoriums, Swetlana Tichanowskaja gemeinsam mit Maria Kalesnikova und Veronica Tsepkalo, was der belarussischen Opposition über Jahrzehnte gefehlt hat: eine Bündelung der Kräfte. „Unter Hintanstellung vorangegangener Rivalitäten und politischer Unterschiede und unter Einbeziehung auch kleinerer Parteien und Gewerkschaften, die ihre Expertise und Ressourcen einbringen, bilden die drei so unterschiedlichen Frauen ein Bündnis, das vor allem ein großes Ziel eint: die Überwindung von Diktatur und Totalitarismus und ein demokratischer Aufbruch in Belarus.“

    Friedenskundgebung auf dem Katschhof

    Im Anschluss an die Zeremonie kamen die Preisträgerinnen mit vielen Gästen aus dem Krönungssaal und hunderten Besucher*innen auf dem Katschhof zu einer Friedenskundgebung zusammen – eine Premiere für den Aachener Karlspreis. Sie startete mit engagierten und mitreißenden Beiträgen von EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola, Bundestagspräsidentin Bärbel Bas, Annalena Baerbock, dem früheren Karlspreisträger Martin Schulz, Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen und den drei Preisträgerinnen.

    Den öffentlichen Schlusspunkt setzte das gemeinsam gesungene Lied „We shall overcome“. Dabei bildeten zahlreiche Menschen gemeinsam ein überdimensionales „Peace“-Zeichen auf dem Platz. Dieses eindrucksvolle Symbol sendet Aachen nach einem außergewöhnlichen und bewegenden Karlspreis-Tag in die Welt, die in diesen Zeiten an so vielen unterschiedlichen Orten unter Krieg, Unterdrückung und Gewalt leidet. Doch die Hoffnung auf bessere und gerechtere Zeiten lebt. Dafür stehen drei mutige belarussische Frauen, die mit ihren Worten, Gesten und Taten in Aachen berührt und die Menschen nachhaltig geprägt haben.

    Infos zum Karlspreis:

    Maria Kalesnikova, Swetlana Tichanowskaja und Veronica Tsepkalo sind die 63. Trägerinnen des Internationalen Karlspreises zu Aachen. Die belarussischen Aktivistinnen folgen auf den rumänischen Staatspräsidenten Klaus Iohannis, der mit dem Karlspreis 2020/21 ausgezeichnet worden ist.

    Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als einer der bedeutendsten europäischen Preise. Seit 1950 wird er an Personen und Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern in Aachen gehörten u.a. Konrad Adenauer (1954), die Europäische Kommission (1969), der spanische König Juan Carlos I. (1982), Francois Mitterand und Helmut Kohl (1988), Václav Havel (1991), Königin Beatrix der Niederlande (1996), der amerikanische Präsident Bill Clinton (2000), der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker (2006), der Spanier Javier Solana (2007), Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), Jean-Claude Trichet (2011), der damalige Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (2015), Papst Franziskus (2016), Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron (2018) und António Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen. Im März 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen außerordentlichen Karlspreis.

    Verliehen wird im Rahmen der feierlichen Zeremonie im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses neben einer Urkunde auch eine Medaille, die auf der Vorderseite das älteste Aachener Stadtsiegel aus dem 12. Jahrhundert mit thronendem Karl dem Großen und auf der Rückseite eine Inschrift für den jeweiligen Preisträger zeigt.

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  • Klerikalistische Rückwärtsrolle oder demokratische Zukunft?

    Klerikalistische Rückwärtsrolle oder demokratische Zukunft?

    Aachener Katholikenräte kritisieren Strukturbeschlüsse im Bistum Aachen. Sie fordern präzise Bestimmungen, die einen Aufbruch vor Ort absichern.

    Viereinhalb Jahre lang hat der Prozess „Heute bei dir“ viel Zeit und Kraft im Bistum Aachen gebunden. Heute hat die Bistumsleitung die Synodalkreisbeschlüsse veröffentlicht. In vielen Feldern wird dort eine neue Haltung und Herangehensweise der Kirche angestrebt, etwa in der Frage des Umgangs mit der Frage der Geschlechtergerechtigkeit. Dies findet große Unterstützung seitens der Aachener Katholikenräte, sie fordern eine solche Entwicklung seit vielen Jahren.

    Zugleich verkündet die Bistumsleitung heute eine Strukturreform: Es sollen acht bis 13 Großpfarreien auf dem Gebiet der Diözese errichtet werden. Für die Aachener Katholikenräte liegt auf der Hand, dass das Engagement vieler Menschen im Prozess diesem Strukturbeschluss den Glanz einer gemeinschaftlich getroffenen Entscheidung geben soll. Doch immer wieder mussten Beteiligte feststellen, wie stark und tief die Einflussnahme der Bistumsleitung in die Beratungen reichte. Themen wurden von ihr tabuisiert, Kommunikation stark reglementiert.

    Viele Argumente, die zum Thema ausgetauscht wurden, haben nicht gefruchtet, sondern wurden immer wieder als erwartbare Reflexe entwertet. Zur Moderation des Austausches wurden selten offene Formate gewählt, Plenumsaussprachen mussten zeitweise erkämpft werden, um überhaupt in einer direkten Weise voneinander hören und lernen zu können. Zur Verdichtung und Aushandlung der Ergebnisse wählte die Bistumsleitung mit „KonsenT“ eine Methode, die ihre Interessen wahrte.
    Die Katholikenräte haben viele kritische Anfragen an den Prozess. Als demokratisch verfasste Räte, die sich aus Delegierten der Gemeinden bilden, beschäftigt sie aber vor allem die Frage, wie das kirchliche Leben vor Ort künftig geprägt und gestaltet wird. Ist hier eine klerikalistische Rückwärtsrolle zu erwarten oder gibt es, wie angekündigt, einen Aufbruch vor Ort?

    Solange die Aussagen zur gemeinsamen Leitung und multiprofessionellen Teams in den XXL-Pfarreien so vage bleiben, die Aufsicht und Ausstattung der Pfarreien über die so genannten „pastoralen Räume“ so unklar definiert sind, sehen die Katholikenräte große Risiken zu einem Rückschritt. Die Bildung riesiger Pfarreien und der Rückbau demokratischer Strukturen vergrößern den Machtraum einzelner Pfarrer. Das ist genau das Gegenteil davon, was zu tun ist, um Missbrauch abzuwenden.
    Die Katholikenräte wünschen sich keine zentralisierte Kirche, sondern eine Stärkung des Gemeindelebens vor Ort. Mit Herzblut möchten sie helfen, die Begeisterung für die Sache Jesu wachzuhalten und zu wecken. Sie sehen klar und deutlich, was auch das Bistum Aachen hinter sich lassen muss: die verkrusteten Strukturen des Klerikalismus. In diesem Sinne sind die Beschlüsse des Bistums zu konkretisieren und zu qualifizieren, damit daraus ein gemeinsamer Aufbruch wird. Und die Landschaft der Pfarreien ist kleinteiliger zu gestalten. Sie sind die wahren „pastoralen Räume“.

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  • Förderkreis „Geistliche Musik in St. Helena“

    Förderkreis „Geistliche Musik in St. Helena“

    Der Förderkreis „Geistliche Musik in St. Helena“ lädt herzlich ein:
    Pfarrkirche St. Helena, Mönchengladbach-Rheindahlen
    Sonntag, 12. Juni 2022 um 17.00 Uhr

    KONZERT FÜR GESANG UND ORGEL
    „…. MIT ENGELSZUNGEN“
    mit
    Franziska Gottwald | Mezzosopran
    Reinhold Richter | Orgel

    Das Programm dieses besonderen Konzertnachmittages beinhaltet Werke des Barock, der Romantik, Spätromantik und der frühen Moderne.
    Die Lieder stammen aus den Federn so großer Komponisten wie Alessandro Grandi (Cantabo Domino), Frank Martin (Pater noster) und Louis Vierne („Les Angelus“ aus dem Jahre 1929 für Gesang und Orgel). Eine Besonderheit in diesem Programm ist das ganz selten aufgeführte Werk „Der 70. Und 86. Psalm“ des Schweizer Komponisten Heinrich Sutermeister für tiefe Stimme und Orgel.

    Franziska Gottwald
    Foto: Studio Rimbach

    Zu Gast in St. Helena ist die international bekannte Mezzosopranistin Franziska Gottwald.
    Bekannt wurde sie mit vielen Mozartpartien wie Cherubino und Sesto, Händels Ariodante und Ruggiero, Glucks Orfeo, Humperdincks Hänsel oder Strauss’ Prinz Orlofsky und viele andere führten die Mezzosopranistin an die Opernhäuser in Seoul, Toulouse, Tokio, Venedig, Ferrara, Bilbao, Basel, Köln, Stuttgart, Hannover, Wiesbaden, an die Komische Oper Berlin und die Semperoper in Dresden.
    Parallel begann mit dem Gewinn des Leipziger Bachwettbewerbs ihre sehr erfolgreiche Konzertkarriere, so arbeitete sie mit Orchestern wie dem Gewandhaus Orchester Leipzig, dem Venice Baroque Orchestra, dem Amsterdam Baroque Orchestra, Musica Antiqua Köln, Concerto Köln, den Bamberger Symphonikern, der Akademie für Alte Musik Berlin sowie dem NDR und MDR Sinfonieorchester und vielen anderen.
    Ebenso kann Franziska Gottwald durch die langjährige Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Reinhard Goebel, Ton Koopman, Andrea Marcon, Fabio Biondi, Konrad Junghändel, Christoph Spering und vielen anderen auf einen reichen Erfahrungsschatz im Bereich der historischen Aufführungspraxis verweisen.
    Franziska Gottwald ist Solistin in zahlreichen Radio, DVD und CD- Produktionen.
    www.franziskagottwald.de

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  • Friedhelm Lange wird neuer Geschäftsführer der MGMG und WFMG

    Friedhelm Lange wird neuer Geschäftsführer der MGMG und WFMG

    Der 48-Jährige Friedhelm Lange wird als Nachfolger von Peter Schlipköter neuer Geschäftsführer der städtischen Marketinggesellschaft MGMG. Zugleich wird er Mitgeschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFMG. Lange wird seine Tätigkeit in Mönchengladbach zum 1. September aufnehmen.

    „Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung sind zwei Seiten derselben Medaille. Wir wollen die Vorzüge von Mönchengladbach klar herausarbeiten und den Standort entwickeln. Diese Kombination bietet enorme Chancen für Mönchengladbach“, sagt Oberbürgermeister Felix Heinrichs. Lange setzte sich gegen starke Konkurrenz durch: Es gab rund 45 Bewerbungen sowie zusätzlich Kandidat*innen, die aufgrund ihres Profils gezielt angesprochen wurden. Für den Auswahlprozess hatte die Stadt das Unternehmen „headsahead“ engagiert. Die Headhunter sprachen Friedhelm Lange wegen seiner Qualifikationen aktiv auf die Position in Mönchengladbach an.

    Das Auswahlgremium mit dem designierten MGMG-Geschäftsführer Friedhelm Lange (Mitte) von links nach rechts: Jürgen Steinmetz (IHK Geschäftsführer), Natascha Stephan (Vorsitzende des Aufsichtsrats der MGMG), OB Felix Heinrichs, Dr. Ulrich Schückhaus (Geschäftsführer der WFMG) und Peter Schlipköter (Geschäftsführer der MGMG). Foto: MGMG

    Das Auswahlgremium, zu dem neben dem Oberbürgermeister auch Peter Schlipköter, Geschäftsführer der MGMG, Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der WFMG, Jürgen Steinmetz, IHK-Geschäftsführer, und Natascha Stephan, Vorsitzende des Aufsichtsrats der MGMG, gehörten, entschied sich einmütig für Lange. Die Aufsichtsräte von MGMG und WFMG folgten dem Votum am Samstag (21. Mai) einstimmig.

    Friedhelm Lange bringt von seinen bisherigen Stationen vielfältige Erfahrungen in verschiedenen Bereichen des Marketings mit. Zuletzt verantwortete er bei der Sportmarketingagentur Sportfive als Senior Director den Bereich Intelligence, Concepts & Creation. Zu seinen Aufgaben gehörte in diesem Unternehmen auch die internationale Vermarktung des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund sowie das Knüpfen neuer globaler Partnerschaften. Vor seinem Wechsel zu Sportfive war Lange Senior Director Business Relations beim Marktforschungsunternehmen Nielsen.

    Von März 2003 bis März 2011 war er für den Vermarkter des Nürburgrings, die Nürburgring Automotive GmbH tätig, zunächst als Project Manager und später als Head of Sales sowie als Head of Eventmanagement. Lange ist Lehrbeauftragter an der IST-Hochschule für Management in Düsseldorf und lebt seit vielen Jahren in Geldern am Niederrhein. „Mönchengladbach ist eine Stadt, die sich seit einigen Jahren auf den Weg in eine spannende Zukunft gemacht hat. Ich nehme Innovation, spannende Projekte und viele Mitmacher*innen wahr und freue mich, für diese Entwicklung bald Impulse geben zu können“, sagt Lange. Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der WFMG: „Ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit und bin überzeugt, dass der Standort von der noch engeren Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften profitieren wird.“

    Der bisherige Geschäftsführer der Marketinggesellschaft Peter Schlipköter scheidet zum 31. Dezember nach 20 Jahren auf eigenen Wunsch altersbedingt aus. Natascha Stephan sagt: „Peter Schlipköter hat das Marketing in der Stadt auf ein neues Niveau gehoben und mit seinem Team für Leuchttürme in der Stadt gesorgt. Dafür bin ich ihm sehr dankbar und wünsche ihm im Namen des Aufsichtsrats für seine Zukunft alles erdenklich Gute und weiter viel Anlass, zu Veranstaltungen nach Mönchengladbach zu kommen – ab dem kommenden Jahr als interessierter und stets willkommener Gast.“

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  • 27-Jähriger in Hardterbroich-Pesch mutmaßlich von Personengruppe lebensgefährlich verletzt

    27-Jähriger in Hardterbroich-Pesch mutmaßlich von Personengruppe lebensgefährlich verletzt

    Die Polizei sucht Zeugen eines mutmaßlichen Gewaltverbrechens, das sich am frühen Sonntagmorgen, 22. Mai, in der Zeit zwischen 2 Uhr und 6 Uhr in der Parkanlage an der Karl-Kämpf-Allee im Stadtteil Hardterbroich-Pesch zugetragen hat. Nach derzeitigem Erkenntnisstand der Polizei sollen dort drei noch unbekannte Personen einem 27-Jährigen zunächst lebensgefährliche Verletzungen zugefügt haben. Er wird derzeit in einer Spezialklinik intensivmedizinisch behandelt.

    Der 27-Jährige befand sich nach bisherigen Informationen der Polizei zu Fuß auf dem Weg aus der Mönchengladbacher Innenstadt nach Hause. Dabei soll er über die Fußgängerbrücke gegangen sein, die aus Richtung Platz der Republik/ Lürriper Straße über die Korschenbroicher Straße nach Hardterbroich-Pesch zur Pescher Straße führt. An den Abgang der Brücke schließt sich eine Grünanlage an, die parallel zur Straße Karl-Kämpf-Allee verläuft. Dort soll der 27-Jährige von drei noch nicht identifizierten Personen angegriffen worden sein. Diese haben ihm so schwere Verletzungen zugefügt, dass er kurzzeitig in Lebensgefahr schwebte.

    Dem 27-Jährigen gelang es, telefonisch eine Freundin zu Hilfe zu rufen, die ihn abholte. Der Verletzte begab sich anschließend in ein Krankenhaus, wo Ärzte eine lebensbedrohliche Kopfverletzung bei ihm feststellten. Sie verlegten ihn deshalb in eine Spezialklinik, in der man ihn notoperierte. Der 27-Jährige ist mittlerweile außer Lebensgefahr.

    Die Polizei hat eine Mordkommission eingerichtet. Genauere Informationen zu der unbekannten Personengruppe liegen derzeit nicht vor. Die Ermittler bitten Zeugen, die im betreffenden Zeitraum rund um die genannten Orte – Platz der Republik, Fußgängerbrücke, Karl-Kämpf-Allee – Personengruppe oder eine Auseinandersetzung bemerkt haben, sich zu melden. Die Telefonnummer für Hinweise lautet 02161-290. (jn)

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  • Rücktritt des Vorsitzenden des Integrationsrates, Nasser Zeaiter, von seinem Amt

    Rücktritt des Vorsitzenden des Integrationsrates, Nasser Zeaiter, von seinem Amt

    Die Integrationsräte sind die politischen Repräsentationsgremien der Migrantinnen und Migranten in NRW auf kommunaler Ebene und werden von ihnen gewählt.

    So die offizielle Lesart.
    In Mönchengladbach ist das grundsätzlich anders.
    Die im Stadtrat vertretenen Parteien dominieren den Integrationsrat, die Satzung wurde durch die Politik entsprechend angelegt.
    Ergebnis: Ohne Zustimmung der Parteien wird nichts aus dem Integrationsrat in den Stadtrat zur Entscheidung gebracht.

    Am Freitag, 20. Mai 2022, hat Nasser Zeaiter seinen Rücktritt als Vorsitzender Oberbürgermeister Felix Heinrichs mitgeteilt. (E-Mail liegt der Redaktion vor) Zeaiter begründet seinen Schritt mit: „Aus gesundheitlichen Gründen werde ich in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein mein Amt mit der nötigen Kraft auszuüben.“

    Dieser Schritt hat jedoch seine ganz eigene Geschichte:
    Bereits in 2021 wurde die Abwahl des Vorsitzenden durch die Politik betrieben. Zu den Vorwürfen gegen Zeaiter lesen Sie bitte die nachfolgenden Dokumente:

    13.3.2021: https://mg-heute.de/nichts-als-vorwuerfe/

    16.3.2021: https://mg-heute.de/integrationsratsvorsitzender-nasser-zeaiter-erklaert-sich-dem-gremium-in-oeffentlicher-sitzung/

    16.3.2021: https://mg-heute.de/cdu-vergisst-eigene-verfehlungen-und-sieht-politische-dimension/

    19.3.2021: https://mg-heute.de/das-kommt-einer-hetzjagd-gleich-die-ich-in-diesem-land-nicht-erwartet-haette-mit-o-ton/

    27.4.2021 https://mg-heute.de/sondersitzung-integrationsrat-ziel-ist-die-abwahl-des-vorsitzenden/

    19.5.2021: https://mg-heute.de/gemeinsam-fuer-eine-gewaltfreie-zukunft-plaediert-der-vorsitzende-des-integrationsrates-nasser-zeaiter/

    In 2021 wurde die Abwahl des Vorsitzenden Nasser Zeaiter mit Mehrheit abgelehnt.

    Foto: Privat

    Nun zeigt sich, diese Niederlage bei der Abwahl kann Politik in Mönchengladbach nicht akzeptieren. Die gleichen Akteure unternehmen einen weiteren Versuch, einen eigenen Favoriten zum Vorsitzenden zu erklären. Dazu nutzen sie die gesundheitlich bedingte Abwesenheit des Vorsitzenden Nasser Zeaiter.
    Nasser Zeaiter wartet auf eine neue Lunge. Er liegt im Krankenhaus und kann nicht an der nächsten Sitzung des Integrationsrates am 31. Mai 2022 teilnehmen.
    In seiner Abwesenheit wurde die erneute Abwahl auf die Tagesordnung der Sitzung gesetzt.
    Die Aufschiebung dieser Abwahl und der Antrag auf Verschiebung durch Zeaiter und Mitglieder des Integrationsrates wurde abgelehnt.
    Alle Mitglieder des Integrationsrates sind durch Herrn Zeaiter schriftlich über seinen Gesundheitszustand informiert worden. (Schreiben liegt der Redaktion vor)
    Die politischen Akteure zeigen an dieser Stelle wenig Menschlichkeit.

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  • Bushaltestelle Altmülfort braucht einen Regenschutz

    Bushaltestelle Altmülfort braucht einen Regenschutz

    Die Interessengemeinschaft Mülfort-Dohr bittet die Politik, sich dafür einzusetzen, dass die Schüler der angrenzenden Gesamtschule Mülfort und der Realschule an der Niers an der ÖPNV-Haltestelle „Altmülfort“ einen Unterstellplatz bekommen. Immer wieder ist zu beobachten, dass die Schüler bei Regen keine Möglichkeit habe, sich schützend unterzustellen.  

    „Lasst unsere Schüler nicht im Regen stehen!“, so Henning Haupts.

    „Einen Regenschutz gibt es auf keiner der Seiten, so dass die wartenden Schüler im Regen stehen.
    Aus Sicht der IG Mülfort-Dohr ist es ein Muss, wenn man den Öffentlichen Personennahverkehr attraktiver machen will, dann auch vernünftige Standards an den Haltestellen, erst recht, wenn diese stark frequentiert werden, zu bieten. Dabei bietet es sich an, auch auf vorhandene, nicht mehr genutzte Wartehäuschen zurückzugreifen!“, so Haupts weiter.

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  • Kunst in der Schriefersmühle

    Kunst in der Schriefersmühle

    Die Schriefersmühle an der B 57 zwischen Rheindahlen, Wegberg und Erkelenz ist frisch saniert – und wird immer mehr zum kulturellen Treffpunkt für Stadt und Region:

    Ab dem 4. Juni stellen in dem 1747 erbauten Denkmal Künstlerinnen und Künstler des Mönchengladbacher Vereins spektrum88 ihre Werke aus – von Prozessmalerei bis Neo-Pop-Art.
    Die Austellungseröffnung ist am 4. Juni um 11 Uhr.-

    Über Jahrhunderte wurde in der Schriefersmühle das Getreide der Bauern aus der Umgebung gemahlen. Als der Wind für die das Mahlen der Körner nicht mehr gefragt war, diente die Mühle als Lagerraum, später dann als Tankstelle. 1945 brannte die Mühle vollständig aus und wurde erst in den 70er Jahren wieder mit einem Dach bedeckt. 1986 unter Denkmalschutz gestellt, nagte der Zahn der Zeit immer weiter an dem imposanten Mühlenturm, bis sich vor 11 Jahr 2011 der Förderverein Schriefersmühle gründete, um das Baudenkmal vor dem Verfall zu retten und wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

    Zehn Jahre dauerten die Sanierung und der Umbau – der von der Stadt Mönchengladbach, NRW-Stiftung, LVR Rheinland, Stadtsparkasse Mönchengladbach, der NEW AG sowie privaten Spendern großzügig unterstützt wurde.
    Nun lebt die Schriefersmühle wieder auf: Sie ist zu einem kulturellen Treffpunkt geworden, an dem Konzerte stattfinden, aber auch Liederabende, Lesungen, Vorträge, Ausstellungen, Puppentheater und andere Veranstaltungen.

    Ab Anfang Juni nun zeigen elf Künstler des Mönchengladbacher Vereins spektrum88 ihre Werke auf drei Etagen. „Es ist sehr beeindruckend, wenn man sieht, was aus diesem fast verfallenen Bauwerk heute geworden ist“, sagt Vereinsvorsitzender Jürgen Kronen. „Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit unseren Kunstwerken dazu beitragen können, neues Leben in die alte Mühle zu bringen.“

    Ähnlich wie die Schriefersmühle, verbindet auch spektrum88 eine ereignisreiche Geschichte mit einem vielversprechenden Aufbruch in die Zukunft. 1988 gegründet, zählt spektrum88 zu den ältesten Kunstvereinen der Stadt, deren kulturelles Leben er mit zahlreichen Ausstellungen und Aktionen über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Fünf Gründungsmitglieder sind noch aktiv dabei, drei von ihnen stellen in der Schriefersmühle aus – ebenso wie vier Künstlerinnen und Künstler, die erst im vergangenen Jahr dem Verein beigetreten sind. Mit neuem Vorstand, neuer Website, neuen Mitgliedern und neuen Ideen will spektrum88 auch in Zukunft die Kunstszene Mönchengladbachs beleben – so wie die Schriefersmühle als Ausstellungsort.

    Ausstellen werden Barbara Lenders  (abstrakte Acrylmalerei), Bernadette Zuhl (Acrylmalerei und Aquarell), Dagmar Stücher (Prozessmalerei), Helga und Günter Allwicher (Bilder und Objekte), Gert Paulußen (Glaskunst), Monika Boncuk (Aquarelle), Frollein Suomi (Concept Art), Klaus Angeli (abstrakte Acrylmalerei), Malte Sonnenfeld (Neo-Pop-Art) und Peter Hurtmann (Acrylmalerei).

    Öffnungszeiten:
    Ausstellungseröffnung: Samstag, 4.Juni, 11 Uhr.

    Weitere Öffnungszeiten:
    Vom 4. Juni bis 3. Juli, nur an den Wochenenden und Feiertagen, von 11 bis 17 Uhr.

    Am 5. Juni, sowie 19. Juni jeweils 14 bis 17 Uhr.

    Adresse:
    Schriefersmühle 24, 41179 Mönchengladbach (Rheindahlen)

    Webseiten:
    www.schriefersmuehle.de
    www.spektrum88.de

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  • Die Gladbacher Kulturszene präsentiert sich einen ganzen Tag lang im Theater und im Theaterpark.

    Die Gladbacher Kulturszene präsentiert sich einen ganzen Tag lang im Theater und im Theaterpark.

    Die Bandbreite der Mönchengladbacher Kulturszene ist riesengroß!

    Um diese Vielfalt und Stärke zu zeigen, feiert das Theater am 29. Mai 2022 wieder mit Künstlern, Vereinen und Institutionen aus Mönchengladbach ein großes Fest: den 4. Kulturmarkt.

    Schirmherr ist Oberbürgermeister Felix Heinrichs.
    Seit 2015 wird der Kulturmarkt abwechselnd mit nachtaktiv veranstaltet und bietet den ganzen Tag über ein vielfältiges, bunt gemischtes Programm in den Räumen des Theaters Mönchengladbach und open air im angrenzenden, inzwischen neu gestalteten Theaterpark.

    Auf der großen Außenbühne wird unter dem Motto #MGheroes Mönchengladbacher Musik präsentiert. Um 11 Uhr und um 12.30 Uhr sind Kiko und die Niederrheinischen Sinfoniker mit dem Kinderkonzert auf der großen Bühne zu erleben. Es gibt einen Kindertrödelmarkt, Musiktheater für Kinder, zahlreiche Mitmachaktionen, „Tanzen für Alle“ mit Ballettdirektor Robert North, Jazz, Musical Dance, Puppentheater, ein exklusives Kulturmarkt-Eis, den Abo-Cocktail zur Vorstellung der neuen Spielzeit und vieles mehr.
    Mehr zum Kulturmarkt auf www.theater-kr-mg.de

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  • Waffenverbotszonen: Mehrheit in der BV Süd lehnt CDU-Vorstoß ab

    Waffenverbotszonen: Mehrheit in der BV Süd lehnt CDU-Vorstoß ab

    Marcel Klotz ist für ein Waffenverbot, am liebsten überall und weltweit.

    Nur, fragte sich der Sprecher der Grünen in der BV Süd, wie sei der Begriff „Waffen“ eigentlich genau zu definieren – und reichte in der letzten Sitzung der BV Süd die Frage an die CDU-Vertreter weiter.
    Die nämlich hatten den Lokalpolitikern einen Antrag vorgelegt, wonach die Verwaltung prüfen sollte, ob in besonderen Bereichen der Stadt wie am Rheydter Marienplatz, aber auch am Alten Markt und am Platz der Republik Waffenverbotszonen eingerichtet werden könnten.

    Am Ende beantwortete Marcel Klotz die Frage selbst: „Waffen müssen gar nicht wie Waffen aussehen; zu Waffen können auch Alltagsgegen­stände werden“, sagte der Grünen-Ratsherr. Der Besitz von Waffen sei in Deutschland doch längst reglementiert. Dafür brauche es keine Verbotszonen. „Was ist, wenn es eben Dinge des Alltages sind, die als Waffen eingesetzt werden?“, fragte Klotz weiter. Die CDU spreche in ihrem Antrag pauschal von „Waffen“ und lasse damit an „richtige Waffen“ denken und an extreme Gewalt. Am Ende könnten es einfach Fäuste und Fußtritte – und sogar Worte sein, mit denen Gewalt ausgeübt werden könne.

    Die Rahmenbedingungen ließen ein solches Waffenverbot durch die Stadtverwaltung gar nicht zu, stellte Marcel Klotz fest, denn dafür sei das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste in Abstimmung mit den zuständigen Kreispolizeibehörden zuständig. Weiter hätte die Stadt, würde sie denn Kontrollen ausüben, auch gar nicht das Personal dafür.

    Bei der Abstimmung für die Bereitstellung von Finanzen für die Aufstockung des KOS im letzten Ratszug habe sich die CDU im Übrigen enthalten. Schon an dieser Stelle passen für den Grünenpolitiker Reden und Tun nicht zusammen.

    Dann stellte sich die Frage, wer denn kontrolliert werden sollte. Mit dem behördendeutschen Begriff „Nicht-anlassbezogene Kontrollen“ verbunden sind Kontrollen von Personen „einfach so“, ohne jeglichen Anlass. So etwas, meinte Marcel Klotz, wolle doch eigentlich keiner, auch nicht die CDU-Vertreter. Er warf den Christdemokraten vor, eine ganz bestimmte Zielgruppe vor Augen zu haben, die anhand von Zeitungsberichten selektiert würde. Die in Rede stehenden Jugendlichen würden aber längst unter ständiger Beobachtung der Polizei und des KOS stehen. Ob der Zielgruppe mit einem Waffenverbot beizukommen wäre, das zweifelte Klotz stark an.
    Die Polizei habe gegenüber der CDU mehrfach erklärt, dass eine Kameraüberwachung am Marienplatz keinen Sinn habe.
    Nun präsentiere die CDU das nächste Einfach-Rezept: ein Waffenverbot. Auch hierin sehe die Polizei kein hilfreiches Mittel. Die CDU biete am Ende Scheinlösungen an, die weder machbar seien noch helfen würden.

    Fazit des grünen BV-Sprechers: „Was die CDU hier vorlegt, ist Populismus in Reinkultur. Der Antrag ist das Zeugnis einer populistischen – und daher sehr beschämenden Denke der CDU im Rahmen des Wahlkampfes in NRW.“

    Das sah auch die Mehrheit der Politiker in der BV Süd so, die den Antrag der CDU ablehnte.

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  • Yüksel: „BAföG-Reform schafft mehr Bildungsgerechtigkeit.“

    Yüksel: „BAföG-Reform schafft mehr Bildungsgerechtigkeit.“

    Mehr BAföG für noch mehr Menschen – das ist das Ziel der Bundesregierung.

    „In einem entsprechenden Gesetzentwurf, den wir in dieser Woche im Bundestag debattiert haben, werden die Einkommensfreibeträge um 20 Prozent angehoben. Außerdem steigen die Bedarfssätze um fünf Prozent und der Förderhöchstbetrag wächst auf 931 Euro“, informiert die heimische Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel (SPD). Die Sozialdemokratin sieht in der Reform einen wichtigen Schritt hin zu mehr Bildungsgerechtigkeit. „Eine gute Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Wir weiten deshalb die Freibeträge so stark aus wie seit Jahren nicht mehr. Zudem erhalten Studierende, aber auch Schülerinnen und Schüler mehr Unterstützung bei steigenden Kosten und hohen Mieten“, so Yüksel.
    Konkret soll der Wohnzuschlag laut Gesetzentwurf auf 360 Euro steigen. Wer eigene Kinder betreut, erhält künftig 160 Euro pro Kind unter 14 Jahren. Auch die Altersgrenze wird vereinheitlicht und steigt auf 45 Jahre, sodass länger ein BAföG-Anspruch besteht. Damit einher erhöht sich der Vermögensfreibetrag auf 45.000 Euro. Auch wird der BAföG-Antrag digitaler und damit auch einfacher. Die Änderungen sollen ab dem Wintersemester 2022/23 gelten beziehungsweise dem Beginn des neuen Schuljahres. Der Bundestag muss dem Gesetz noch zustimmen.
    Über die nun debattierten Änderungen hinaus plant die Ampelkoalition in dieser Wahlperiode eine grundlegende Erneuerung des BAföGs. „Als SPD-Bundestagsfraktion wollen wir die Ausbildungsförderung weiter entscheidend verbessern. Wir wollen dazu insbesondere den Kreditanteil senken und damit der Verschuldungsangst entgegenwirken“, so Yüksel abschließend.

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  • Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller zu Gast in Mönchengladbach

    Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller zu Gast in Mönchengladbach

    Um die rettende Macht der Worte und Rituale in ausweglos scheinenden Situationen geht es im Werk der Rumänin, die seit über 30 Jahren in Deutschland lebt. Sie liest am kommenden Dienstag, 17. Mai ab 20 Uhr in der Kaiser-Friedrich-Halle aus ihren Werken.

    Von besonderer Aktualität ist die Lesung der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller am 17. Mai 2022. Müller hat ihr ganzes Leben lang gegen die grausamen, menschenverachtenden Seiten des Kommunismus angeschrieben.
    Wer ihre Bücher liest, sieht nicht nur das Ceausescu-Regime, sondern jeden Überwachungsstaat mit anderen Augen. Im Interview mit der österreichischen Zeitung „Standard“ sagte sie kürzlich angesichts des Ukraine-Krieges: „Ich muss davon erzählen, was ich erlebt habe. Dass Diktaturen ein Muster haben, das sich immer wiederholt, dass sie den Menschen kaputt machen. Dass es eine totale Willkür gibt und dass man zerbricht.
    Ich habe viele Menschen zerbrechen sehen. Das Individuum gibt es in der Diktatur nur als Feind.“
    Müller hat ihr ganzes Leben lang gegen die grausamen, menschenverachtenden Seiten des Kommunismus angeschrieben. Wer ihre Bücher liest, sieht nicht nur das Ceausescu-Regime, sondern jeden Überwachungsstaat mit anderen Augen.

    Geboren wurde Herta Müller 1953 im rumänischen Banat. Aufgrund ihrer Weigerung mit der Geheimpolizei Securitate zusammenzuarbeiten, verlor sie ihre Arbeit. Als sie die Diktatur in ihren ersten Büchern öffentlich kritisierte, kam ein Publikationsverbot dazu. Sie wurde bespitzelt, bedroht und verhört. 1987 reiste sie nach West-Berlin aus. Seit 1995 ist Müller Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Herta Müllers Bücher handeln immer auch von Misstrauen, Einsamkeit und der rettenden Macht der Worte und kleinen Rituale. Eines davon ist das Taschentuch, das ihre Mutter ihr jeden Morgen mit auf den Weg gab.
    Es half ihr, als sie in ihrer Heimat von den Schergen Ceausescus schikaniert wurde – als gebügeltes, gefaltetes Symbol für mütterliche Geborgenheit.
    Man nahm ihr in ihrem Beruf als Übersetzerin den Schreibtisch weg. Da setzte sie sich draußen auf einer Treppe auf ein weißes Taschentuch. Es gab ihr in dieser demütigenden Situation die Würde zurück.
    „Ich hatte zehn Jahre Zeit zu üben, wie es sich lebt, wenn der eigene Tod vielleicht schon längst als staatliche Maßnahme auf ein Stück Papier geschrieben ist“, sagt Herta Müller. Sie hat Unterdrückung, Qualen und Todesandrohungen erlebt. Davon legen ihre Bücher, Aufsätze und Reden Zeugnis ab. Für ihr literarisches Werk bekam sie zahlreiche Ehrungen.
    Doch all das kann nie wiedergutmachen, was sie und mit ihr viele andere unter Ceausescu erlebt haben. Wie diese Autorin darauf beharrt, dass sich manche Geschehnisse eben nicht literarisch verarbeiten lassen – das macht ihr Werk und sie selbst als Person so glaubwürdig. „Ihre poetische Sprache ist mit Todesangst erkauft“, formulierte es der Politikwissenschaftler Günther Rüther. Müllers Wörterwelt ist bildreich und spröde, schön und hart zugleich.
    Bei ihrer Lesung in Mönchengladbach wird sie einen Einblick in zwei ihrer Werke geben. In „Mein Vaterland war ein Apfelkern“ erzählt Müller im Gespräch mit der Journalistin Angelika Klammer ihre Lebensgeschichte. In „Atemschaukel“ schreibt sie über den jungen Hermannstädter Leopold Auberger, der 1945 mit 17 Jahren in ein sowjetisches Arbeitslager deportiert wurde, über Hunger, Kälte und Einsamkeit. Mit diesem erschütternden Hauptwerk hat Herta Müller all denen ein Denkmal gesetzt, die als
    Zwangsarbeiter in sowjetischen Lagern für die Verbrechen der Nationalsozialisten büßen sollten.
    „Ein atemberaubendes Meisterwerk“, schrieb die ZEIT. „Ein kühnes Sprachkunstwerk, das seinesgleichen sucht“, befand die Süddeutsche Zeitung.
    Tickets für die Lesung gibt es noch unter www.ik-mg.de

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  • Mönchengladbach: Im Herzen Europas!-Europa im Herzen?

    Mönchengladbach: Im Herzen Europas!
    -Europa im Herzen?

    Europa-Veranstaltung am 8. Mai 2022 in der Ev. Hauptkirche Rheydt

    Text: Claudia Busenius-Pongs Pulse of Europe Mönchengladbach  

    Gemeinsam hatten Pulse of Europe Mönchengladbach und die Philippus-Akademie des Ev. Kirchenkreises Gladbach-Neuss Landtagskandidatinnen und Kandidaten der im Landtag NRW vertretenen Parteien eingeladen. Ungewöhnlich war die Bedingung für die Teilnahme: Alle Politikerinnen und Politiker sollten ein Lieblingsprojekt, das sie als gewählte Landtagsabgeordnete realisieren würden, vorstellen. Dafür erhielten die Parteien jeweils fünf Minuten.

    Martina Wasserloos-Strunk, Leiterin der Philippus-Akademie des Ev. Kirchenkreises Gladbach-Neuss, begrüßte alle Anwesenden und erinnerte an das historische Datum: „Der 8. Mai bedeutet das Ende des zweiten Weltkrieges. Seitdem ist Europa Friedensprojekt. Aber es gibt viele Reden über Europa. Es fehlt häufig das Handeln. Deshalb unsere Fragen: Für welches Europa-Thema schlägt Ihr Herz am meisten? Und welche konkreten Umsetzungsmöglichkeiten sehen sie?

    Josephine Gauselmann: Das Soziale in Europa mitdenken

    Josephine Gauselmann (SPD) wies auf den uns alle bewegenden Krieg in der Ukraine hin, der die Bedeutung Europas als Wertegemeinschaft überdeutlich mache. Sie betonte: „Gerade auch hier in Mönchengladbach wird deutlich, wie wichtig es ist, bei Entscheidungen durch demokratisch gewählte PolitikerInnen das Soziale in Europa immer mitzudenken. Dazu können wir bei der Meinungsbildung im nordrhein-westfälischen Landtag aktiv beitragen. Wir müssen als Gesetzgeber für europaweite soziale Mindeststandards eintreten. Mindestlöhne müssen in Europa angeglichen werden.“  In Bulgarien liege er z. B. bei nur 2 Euro pro Arbeitsstunde. In der Finanzkrise habe sich z. B. überdeutlich gezeigt, wie gerade die Jugendarbeitslosigkeit in vielen europäischen Staaten anstieg. Sie führe zu sozialen und politischen Konflikten. Auch bei uns in Deutschland müsse z. B. das Senioritätsprinzip in den Betrieben neu überdacht werden.  Erfolgreiche Lösungen dieser sozialen Probleme würden für alle Menschen in Europa die positiven Seiten Europas sichtbar machen.

    Lena Zingsheim: Den europäischen Zusammenhalt stärken

    Lena Zingsheim (Bündnis 90/Die Grünen) erinnerte sich an ihre Schulzeit in einer Europaschule und an ihre Interrail-Fahrt durch Europa vom Hautbahnhof aus. „Viele Erlebnisse zeigten mir, wie schön dieses, unser Europa ist, wie sehr wir aber auch den europäischen Zusammenhalt stärken müssen.“ Persönliche Begegnungen seien dafür eine wesentliche Voraussetzung. Wenn es doch nicht so schwer wäre, von Mönchengladbach mit dem Fahrrad nach Roermond zu kommen! „Wir brauchen mehr Schnellradwege und in diesem Zusammenhang durchaus auch mehr als bloße Städtepartnerschaften auf dem Papier.“  Zum Wesentlichen würden eine  effektive Klimapolitik mit europäischen Nachhaltigkeitszielen, auch mutige Menschenrechtspolitik mit europäischen Standartsetzungen z. B. bei der Umsetzung der Behindertenkonvention ganz konkret hier in Nordrhein-Westfalen und hier in unseren Schulen in Mönchengladbach gehören. Dazu müssten die Kernlehrpläne dahingehend betrachtet werden, dass Nachhaltigkeit in allen Themenbereichen und Fächern eingebunden sein muss – und zwar mit dem Ziel der Begeisterung der SchülerInnen dafür. Das seien die kleinen Schritte vor Ort für ein zukunftsweisendes Europa.

    Andreas Terhaag: Eine europäische Wasserstoffunion schaffen

    Andreas Terhaag (FDP):„Ich bin Ingenieur und habe ein Projekt, dessen Umsetzung tatsächlich für die nächste Wahlperiode kontrolliert werden kann. Es ist eine europäische Wasserstoffunion. Dafür muss die notwendige Importstruktur realisiert werden.“  Nordrhein-Westfalen liege im Zentrum. Holland habe schon Pipelines. Wir müssten unsere Energiesysteme europäisch vereinheitlichen mit dieser Wasserstoffunion. Wasserstoffprojekte, z. B. aus Solarenergie an günstigen Produktionsstandorten in Südeuropa, könnten helfen, wirtschaftliche Ungleichgewichte innerhalb der Europäischen Union zu mindern. Eine solche europäische Wasserstoffunion verbinde Klimaschutz mit einer zukunftsfähigen Industrie und einer sicheren Energieversorgung. Eine solche  naturwissenschaftlich fundierte Energiepolitik im Rahmen eines weltweit vernetzten europäischen Gesamtsystems „Energieversorgung“  fördere auch die gesellschaftliche Akzeptanz von Europa.

    Vanessa Odermatt: Austauschprogramme für Studierende und Auszubildende

    Vanessa Odermatt (CDU): „Ich bin 1990 geboren und kenne Europa nur ohne Grenzen. Aber ich habe noch verschiedene europäische Währungen gesammelt. Ich fand das interessant – diese Verschiedenheit in Europa. Mit der Einführung des Euro nahm das zwar ein Ende, aber der Euro war rasch normal und später das europäische Roaming mit der Nutzung eines Mobiltelefons auf Reisen innerhalb der Europäischen Union ohne zusätzliche Gebühren war dann ebenfalls sehr vorteilhaft und wurde rasch wie selbstverständlich genutzt.“  Vieles, was unseren Alltag besser mache, entspringe den Mühen der Menschen, die für Europa gearbeitet haben. Viele  Verbesserungen im Alltag rührten oft von sinnvollen Richtlinien in Brüssel.  Das werde leicht vergessen. Aber es solle in unserem Bewusstsein bleiben. Das würden  vor allem die jüngeren Menschen spüren – u.a. durch Austauschprogramme für Studenten. Diese müssten auch z. B. auf handwerkliche Berufe ausgedehnt werden. Für all das könnten wir uns im Landtag einsetzen. Wir müssten Europa weiter denken und uns fragen: „Wollen wir ein Europa der Regionen? Wie sollen Rechte der Länder gewahrt werden? Wie viel Souveränität wollen wir an gesamteuropäische Institutionen abgeben? Wie wollen wir Europa stärken?“  Dies sei ein demokratischer Prozess, der Europa auszeichnet.

    Michael Roth (SPD) sagte: „Wir sind Europa, in Europa! Dennoch höre ich oft, dass die Bürokratie in Brüssel überhandnähme, zu viel Geld koste und zu wenig für den Einzelnen brächte. Deshalb habe man Europa leid.“  Aber wir hätten kulturelle Verbindungen, Arbeitsmöglichkeiten und könnten z.B. eine GmbH gründen: europaweit. – Wir hätten Schüleraustausche. „Ich plädiere dafür, dass wir stärker die östlichen Länder in den Blick dabei nehmen. Viele Menschen – auch hier in Mönchengladbach – haben Wurzeln in Polen und Russland. Hier ist das Miteinander der Kulturen also schon längst da. Wir müssen uns dessen stärker bewusst werden und daraus die Idee eines gemeinsamen Europa verstärken.“     

    Daniel Winkens (FDP) betonte: „Wir hier in Mönchengladbach leben mitten in Europa, in der Europäischen Gemeinschaft. Wir erleben sie tagtäglich und müssen sie immer wieder neu in kleinen Schritten und in Gesprächen festigen. Wir haben in Europa eine lange Friedenszeit mit einem Wohlstand und einer Freiheit des Individuums in einem vorher so nie zu verzeichnenden Ausmaß. Für den Erhalt müssen wir nun kämpfen.“

    Christoph Riedl von Pulse of Europe Mönchengladbach moderierte anschließend  die spannenden und engagierten Fragen aus dem Publikum.

    Mit der vom neuen Kantor der ev. Kirchengemeinde Rheydt, Pascal Salzmann, eindrucksvoll gespielten Europahymne endete die Veranstaltung mit Applaus. Claudia Busenius-Pongs Pulse of Europe Mönchengladbach  

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  • mags und GEM sammeln IT-Spenden für Hilfsprojekte

    mags und GEM sammeln IT-Spenden für Hilfsprojekte

    Der Laptop ist zu langsam, das Tablet nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik:
    Elektrogeräte werden in vielen Haushalten regelmäßig ausrangiert. In den seltensten Fällen sind die Altgeräte aber Elektroschrott.

    Viele Laptops, E-Book-Reader oder Tablets funktionieren einwandfrei und lassen sich weiternutzen.
    Hierfür engagieren sich nun mags und GEM und unterstützen das gemeinnützige Projekt Labdoo als Kooperationspartner. Weltweit sammelt das Hilfsprojekt gebrauchte IT-Geräte, um sie aufzuarbeiten und Schulen, Waisenhäusern, Kinder-, Jugend- und Flüchtlingsprojekten kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

    Aktuell vermittelt Labdoo viele Geräte in die Flüchtlingshilfe.
    Auch im Verwaltungsgebäude von mags und GEM im Nordpark und auf den Wertstoffhöfen Heidgesberg und Luisental können Mönchengladbacher ab sofort Laptops, Tablets oder E-Book-Reader für Labdoo abgeben und spenden.
    Einzige Voraussetzung: Die Geräte dürfen nicht älter als zehn Jahre alt sein.
    Die GEM übergibt alle Geräte – auch defekte – an die Hilfsorganisation.
    Ehrenamtler von Labdoo prüfen die gespendete IT, löschen sicher alle Daten und spielen eine freie Software auf. Auch kindgerechte Lernsoftware mit Offline-Lexika, Englischkursus und eBooks landen auf den Geräten.
    Freiwillige Flug- oder Transportpaten nehmen die Elektrogeräte wiederum sicher verpackt und CO2-neutral mit auf Reisen und übergeben sie an bedürftige Einrichtungen auf der ganzen Welt.
    Auch Vereine oder Initiativen aus Mönchengladbach, die solche Initiativen unterstützen, können sich an Labdoo wenden und dort Geräte für ihre Sache erhalten.

    Wer wissen möchte, wo genau sein altes Gerät im Einsatz ist, der kann Name und E-Mail-Adresse auf seine IT-Spende kleben und erhält von Labdoo automatisch eine Rückmeldung.
    Wieviel Potenzial in der Sammlung steckt, zeige die hohe Zahl sogenannter „Schubladengeräte“.
    „In jedem zweiten Haushalt der Bundesrepublik liegt mindestens ein Computer ungenutzt herum“ sagt Ralf Hamm, Vorsitzender von Labdoo.

    Für Mönchengladbach entspricht das hochgerechnet bis zu 70.000 Geräten, die an anderer Stelle noch Gutes tun könnten. „Die Arbeit von Labdoo ist ein vorbildliches Beispiel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft und ein wichtiger Beitrag zum Ressourcenschutz“, sagt mags-Vorstand Hans-Jürgen Schnaß. Denn durch die Verlängerung der Nutzungsdauer der Geräte lassen sich Wasser, CO2, Energie und Edelmetalle nachhaltig einsparen.

    Neben dem Umweltschutz und der Abfallvermeidung sind der flächendeckende Zugang zu IT, Bildung, Sprachkursen und Teilhabe an der digitalen Gesellschaft für bedürftige Kinder und Jugendliche Ziele der gemeinnützigen Hilfsorganisation. Aktuell ist Labdoo in Deutschland und weiteren 139 Ländern der Welt aktiv. Sie unterstützen fast 630.000 Schüler und Flüchtlinge in mehr als 2.100 Schulen, Waisenhäusern, Kinder-/Jugend- und Flüchtlingsprojekten im In- und Ausland kostenlos mit IT.

    Mehr als 40.000 Laptops hat das Projekt seit Start vor zwölf Jahren bereits zu einem zweiten Leben verholfen.
    Übrigens: Auch Unternehmen können ihre Altgeräte an Labdoo spenden. Interessierte können mit mags und GEM unter service@mags.de Kontakt aufnehmen. Die Abgabe von Laptops, E-Book-Readern oder Tablets ist ab sofort am Empfang der Verwaltung von mags und GEM (Am Nordpark 400, 41068 Mönchengladbach) in der Zeit von 7:30 bis 16 Uhr möglich.
    Auch auf den Wertstoffhöfen kann man IT-Spenden für Labdoo.org abgeben: Heidgesberg (Heidgesberg 10, 41068 Mönchengladbach), Öffnungszeiten Dienstag, Donnerstag und Samstag 8-14:30 Uhr, Mittwoch und Freitag 8-18 Uhr. Luisental (Luisental, 41199 Mönchengladbach), Öffnungszeiten: Mittwoch, Freitag und Samstag 8-14:30 Uhr, Dienstag und Donnerstag 8-18 Uhr.

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  • Zum letzten Mal im Mai Die Oper „Rusalka“ sowie die Schauspiele „Procedure Ada 2.0“ und „Elling“ sind nur noch in diesem Monat zu sehen.

    Zum letzten Mal im Mai
    Die Oper „Rusalka“ sowie die Schauspiele „Procedure Ada 2.0“ und „Elling“ sind nur noch in diesem Monat zu sehen.

    Die aktuelle Spielzeit 2021/22 neigt sich dem Ende zu und viele Stücke werden in den nächsten Wochen zum letzten Mal gezeigt.

    Im Mai verabschieden sich gleich drei beliebte Inszenierungen im Theater Mönchengladbach:
    Das Schauspiel „Elling“ ist am 20. Mai um 19.30 Uhr zum letzten Mal zu sehen,
    Katharina Kurschats Stück „Procedure Ada 2.0“, in dem sie selbst auf der Bühne steht, wird nur noch am 13. und 22. Mai um 20 Uhr im Studio gespielt, und die Oper „Rusalka“, inszeniert von Ansgar Weigner, hat am 27. Mai um 19.30 Uhr ihre letzte Vorstellung.
    Karten sind an der Theaterkasse unter der Nummer 02166/6151-100 oder im Internet auf www.theater-kr-mg.de erhältlich.

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  • Stehen Mülforts Spielplätze auf der Kippe ?

    Stehen Mülforts Spielplätze auf der Kippe ?

    Mit Verwunderung nahm die Interessengemeinschaft Mülfort-Dohr die Verwaltungsvorlage der Stadt Mönchengladbach zur Kenntnis. Am 11.05.2022, soll die Politik entscheiden, welcher der Mülforter Spielplätze 2023 nicht saniert, Spielgerät zurück gebaut und somit aufgelöst werden.

    Zur Diskussion werden die Spielplätze Altmülfort 6, Dorfstraße und Bruchstraße im Grüngürtel der Niers gestellt.

    „Wo sollen denn unsere Kinder spielen?“, fragen sich die Anwohner in Altmülfort.

    Die meistgenannte Antwort würde voraussichtlich lauten: Auf unserem Spielplatz an der Dorfstraße.
    Doch was tun, wenn es immer weniger Flächen zum Spielen gibt?

    Altmülfort

    Es sind der hohe Sanierungsstau, verursacht durch einen generell sehr hohen Investitionsstau in Mönchengladbach; der demographische Wandel, weshalb nun wohl ein Überangebot an Spielplätzen bestünde; der Druck zur Nachverdichtung durch den Mangel an Wohnraum und zum Teil auch der Verwertungsdruck, Spielflächen in Bauland umzuwandeln und möglichst gewinnbringend als Bauland zu veräußern. Ein ausgeglichener Haushalt ist ein verpflichtendes Politikziel.

    Bruchstraße

    Allen Interessen wird man da nicht gerecht werden können. Die angespannte Haushaltslage zwingt daher zu Überlegungen.
    Grundsätzlich plädieren wir dafür, jede bestehende Spielfläche zu erhalten.
    Denn einmal aufgegebene Flächen erhält man so schnell nicht mehr zurück, Bebauungen bleiben für viele Jahrzehnte bestehen. Aktuell nicht benötigte Flächen sollte man also maximal stilllegen und zum Beispiel als Grünfläche weiter betreiben, ohne einen aufwändig zu wartenden Gerätepark erhalten zu müssen.

    Die Grundhaltung muss sich ändern!

    Welchen Stellenwert nehmen die Kinderrechte Mönchengladbach ein und welche Bedeutung wird dem Recht auf Spiel beigemessen?
    Sieht Mönchengladbach die Bereitstellung und Schaffung von Spielräumen – trotz fehlender gesetzlicher Grundlagen – als ihre ureigene Aufgabe an und stellt entsprechend Personal und Budget bereit oder fallen solche Vorhaben ständig dem Rotstift des Stadtkämmerers zum Opfer?

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  • Pflege braucht Zeit für den Menschen

    Pflege braucht Zeit für den Menschen

    Die ÖDP stellte ihr Pflegekonzept auf dem Infostand in Rheydt vor

    „Pflege brauch respektvolle Behandlung der Pflegekräfte“ so der Landtagskandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), Franjo Schiller am Samstag in Rheydt. „Klatschen allein ist viel zu wenig.“

    Das gesamte Gesundheitssystem hat nach Vorstellung der ÖDP dem Menschen zu dienen. Gesundheit ist keine Ware. Die ÖDP wird nicht müde, dies immer wieder an-zumahnen.
    Für alle Berufsgruppen sind die Bedingungen so zu gestalten, dass die Arbeitsplätze in der Pflege wieder attraktiver werden und eine Work-Life-Balance möglich wird.
    Pflegekräfte sind bei der Organisation ihrer Arbeitsrechte und Interessen zu unter-stützen, damit ihre Stimme bei Entscheidungsträgern und Gesetzgebern Gehör findet.

    In Wirtschaftsfragen setzt die ÖDP auf die Gemeinwohl-Ökonomie. Im Pflegesektor könnte eine Gemeinwohl-Bilanzierung schnell zu Verbesserungen führen. Das bestätigen Erfahrungen der bereits gemeinwohlbilanzierten Unternehmen.

    Für die Pflege zuhause ist eine gute Sozial- und Familienpolitik entscheidend. Auch deshalb fordert die ÖDP schon lange das Pflegegehalt für pflegende Angehörige.

    Franjo Schiller, Landtagskandidat der ÖDP aus Mönchengladbach; Bildquelle:
    ÖDP EIN

    Die ÖDP stellte auf einem Infostand ihre Forderungen zur Verbesserung der Pflege vor:
    ✔ verpflichtend höhere Personalschlüssel
    ✔ Mitarbeiterfreundliche Arbeitsbedingungen: max. 6- statt 12-Tage-Wochen; keine geteilten Dienste;
    ✔ verlässliche Schichtdienstplanung mit Ausfallmanagement
    ✔ Flexibilisierung der Arbeitszeiten (z. B. Eltern-freundliche Schichten)
    ✔ Zeit für Kommunikation mit Patienten; Team-bildung fördern; Etablierung von Supervision
    ✔ Wiedereingliederungsmaßnahmen (z. B. nach Elternzeit)
    ✔ mehr Kompetenzen für Pflegekräfte und Heilmittelerbringer
    ✔ Einsatz von Pflegehilfskräften beibehalten (bezahlte Zeit für Zuwendung!)
    ✔ Reinigungskräfte als wichtigen Bestandteil der Hygiene und Patientensicherheit begreifen
    ✔ Ausbildung von Quereinsteigern: altersgerechte, an Lebensreife angepasste Ausbildungsgänge
    ✔ Beschleunigung und Erleichterung der Berufsanerkennung ausgebildeter Einwanderer

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