SPD-Mönchengladbach übt scharfe Kritik an Naidoo-Auftritt

Foto: PJ Körting

Die SPD Mönchengladbach verurteilt den geplanten Auftritt von Xavier Naidoo in Mönchengladbach.

In einer Sitzung am Dienstagabend (2.2.2021) hat sich der Vorstand der SPD Mönchengladbach eindeutig dazu positioniert, dass man ihm und seiner Ideologie keine Bühne bieten darf.

„Während andere Veranstalter:innen sich in der Vergangenheit deutlich von Naidoo distanziert haben, bleibt der Veranstalter uns dies bislang schuldig. Sich auf Meinungsfreiheit, Toleranz und Pluralität zu berufen, ist keine klare Abgrenzung. Diese wäre aber angesichts Xavier Naidoos rassistischer und menschenverachtender Aussagen dringend geboten “, so die Vorsitzende der Mönchengladbacher Sozialdemokraten Gülistan Yüksel MdB.

Der Vorstand der SPD MG befürchtet, dass ein solches Konzert zur Pilgerstätte für Reichsbürger, Querdenker und andere (rechts-)radikale Besucher aus ganz Deutschland werden könne.

„Die Kommunikation von Corinna e.V. war unglücklich. Der Bezug zur Meinungs- und Kunstfreiheit ist mit Blick auf privatrechtliche Verträge sowie der öffentlichen Stilisierung Naidoos kritisch. Die Absage der Teilnahme dreier Bands am Corinna-Festival ist deshalb nachvollziehbar. Der Verein will offenbar nun nachsteuern und hat den Mitgliedern und Beteiligten ein Gesprächsangebot gemacht. Dabei können Positionen, Umstände und Aufgabenverteilung innerhalb des Vereins breit diskutiert werden.“, erklärt der Vorsitzende der SPD-Ratsfraktion Janann Safi.

Für die SPD Mönchengladbach ist die vertragsrechtliche Ebene dieses Vorgangs der politischen unterzuordnen. „Wer 2018 mit Naidoo einen Vertrag abschließt, geht ein unternehmerisches Risiko sein. Naidoo fällt seit 2012 mit verschwörungstheoretischen und rassistischen Äußerungen auf. Seine Gesinnung ist demnach seit Jahren bekannt. Für solche Fälle gibt es entsprechende Klauseln.“, führt der Mönchengladbacher Landtagsabgeordnete Hans-Willi Körfges aus.

„Ich bin froh, dass es in Mönchengladbach Kulturschaffende gibt, die sich von jeglichen rechten Umtrieben distanzieren. Sollte das Konzert stattfinden, werden wir mit unseren Bündnispartner:innen eine passende Protestform finden. Wir wollen Xavier Naidoo keine Bühne bieten, um seine kruden Verschwörungstheorien zu verbreiten.“, so die stellvertretende Vorsitzende Josephine Gauselmann abschließend.