Gedenkstein an Theo Hespers enthüllt –
Mönchengladbacher Widerstandskämpfer wurde am 74. Todestag geehrt

„Theo Hespers wurde vor 74 Jahren in Berlin-Plötzensee von den Nationalsozialisten ermordet. Er hatte sich bis 1940 im Widerstand gegen Hitler engagiert“. Mit diesen Worten begann Ferdinand Hoeren am Samstag vor der Theo-Hespers-Gesamtschule an der Dülkener Straße seine eindringliche Rede.
Er dankte sich bei allen Beteiligten, die zur Verwirklichung des Gedenksteines beigetragen haben.

Hoeren unternahm den Versuch an Stelle von Theo Hespers zu sprechen, würde er jetzt unter uns weilen: „Ich glaube er würde sagen, geht alle zur Wahl, gebt eure beiden Stimmen demokratischen Kandidatinnen und Kandidaten und deren Parteien. Aber gebt keine Stimme denjenigen, die menschenverachtende und grundgesetzwidrige Parolen verbreiten“.

 

Die anschließenden Kampfliedbeiträge, z. B. “Mein Vater wird gesucht“, des Sohnes und des Enkels von Theo Hespers, Dietrich und Dirk Hespers waren geeignet, bei den vielen Zuhörern Gänsehaut zu erzeugen.

 

 

 

Hans Wilhelm Reiners

Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners sprach in seiner Ansprache über die würdige Stätte des Denkmals: „Das Denkmal, das wir heute enthüllen, steht an einem Ort der Jugend, des Lernens und der Zukunft. An dieser exponierten Stelle rückt es täglich in den Blick junger Menschen, die ihren Platz im Leben und in der Gesellschaft noch finden müssen. Die Erinnerung an Theo Hespers kann dabei von Bedeutung sein. Sie kann und soll uns als Vorbild dienen.
Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt sind leider nicht nur Schrecken der Vergangenheit. Sie finden sich in unserem Alltag wieder, in unserer Gesellschaft und unserem Miteinander. Sie machen auch nicht vor einem Schulhof und vor Klassenzimmern nicht Halt. Um diesen Gefahren der Demokratie entgegenzutreten bedarf es einer gehörigen Portion Zivilcourage und Zivilcourage kann man lernen, besonders in jungen Jahren. Ein gutes Vorbild kann diesen Lernprozess sicher positiv beeinflussen. Theo Hespers Enkelin schrieb über ihren Großvater, “er wollte leben woran er glaubte“. Theo Hespers gibt uns auch heute noch den Mut an den eigenen Glauben, die eigene Überzeugung, auch im Sinne der Nächstenliebe einzustehen. Wenn junge Menschen dies erkennen und beherzigen, können wir positiv in die Zukunft blicken“.

Susanne Titz, Direktorin des Museum Abteiberg, versuchte, das Denkmal zu erklären: „ Der Begriff “vom Denken zum Gedenken“ ist sehr passend“.

Zum Abschluss der Feier begrüßte Raphaela Hahn alle Anwesenden herzlich.
Sie erzählte von den Problemen, vor der Entscheidung für Theo Hespers, dem Weg hinzu zu ihm. Sein Sohn hatte das Eis gebrochen, als er in der Schule von seinem Vater erzählte, ein kleiner Junge erzählte von seinen Erlebnissen mit dem Vater.

Nach der Feier antwortete mir eine Schülerin auf meine entsprechende Frage: „ Zeitweise hatte ich starke Gänsehaut“.