Läuft doch

Foto: Silvia Erbrath

Wir sind es gewohnt, von morgens bis abends frisches kaltes oder warmes Wasser aus unseren Hähnen zu zapfen.

Ob zum Duschen oder für den Kaffee ist es selbstverständlich einen Wasserhahn zu öffnen.
Trinkwasser begleitet uns den ganzen Tag.
Selbst zur Toilettenspülung wird dieses Lebensmittel verwendet.
Dabei gibt und gab es schon lange andere Lösungen. Wer nun auch noch darüber nachsinnt, dass statistisch gesehen, alles Wasser dieser Erde schon einmal durch einen Körper geflossen ist, der sollte auch überlegen, wie unser Umgang mit der bisher anscheinend endlosen Ressource ist.
Zugegeben, bei Starkregenereignissen haben wir etwas zu viel. Aber das wird gleich in die Kanalisation geleitet. Das Wasserwerk wird sich schon kümmern. Dass dies ein Teil des Problems ist, sollte allen Beteiligten klar sein.
Beteiligte sind natürlich auch wir Bürger. Wir können aber auch zur Lösung beitragen. Der Einbau einer Wasserzisterne zum Sammeln des Regenwassers ist eine alte Forderung aus Teilen der Mönchengladbacher Politik. Leider wurde dies vom damaligen Rat abgelehnt. Dabei machen die Kosten einer Zisterne bei einem Neubau gerade 2% aus. 
Es wäre eine gute Prävention um bei Starkregen die Kanäle nicht zu überlasten und somit nicht nur vollgelaufenen Keller zu vermeiden.  In trockenen Phasen kann dieses Wasser sinnvoll zum Beispiel zur Bewässerung des Gartens genutzt werden. Oder vielleicht sogar für die Toilettenspülung und zum Wäsche waschen. Bei absehbar steigenden Preisen wird sich diese Investition sicherlich bald kompensieren.

Dass Wasser ein rares Gut wird, lässt uns die Mahnung unserer Bundesumweltministerin Frau Lemke, die zum Wassersparen aufrief, nun erfahren. Wasser, das immer umsonst vom Himmel fiel soll plötzlich kostbar werden?
Nun, Länder in direkter Nachbarschaft erfahren das ebenso wie auch viele unserer Bundesländer. Wasser wird nicht nur zum Löschen der Waldbrände benötigt, sondern auch zum Füllen der Swimmingpools. Können wir uns diesen Luxus noch leisten?

Auch zur Erzeugung unserer Lebensmittel wird es dringend gebraucht.
Das der Kampf ums Wasser ebenfalls schon längst begonnen hat, stellt unsere bisher gut versorgte Bürgerschaft in Mönchengladbach kaum fest. Dabei liegt es auf der Hand, dass es nach Gas als nächstes um die Wasserversorgung gehen wird. Unser allgemeiner Umgang damit ist in Frage zu stellen. Der städtische Wasserversorger hat alle Hände voll damit zu tun, um dieses Nitrat belastete Lebensmittel mit tiefer gelegenem Wasser zu mischen, um uns Bürgern eine gute Qualität zu gewährleisten. Die Überdüngung der Felder durch den Gülle-Tourismus ist schon lange ein Thema.  Gegenlenken der Niederländischen Politik zu weniger Massentierhaltung treiben die betroffenen Bauern nun auf die Straße.

Wer als Bürger nun sparen will, und sich einen eigenen Brunnen auf dem Grundstück bohrt, sollte Obacht geben, wo er das Wasser anzapft. Brunnenwasser wird meist zur Bewässerung des eigenen Gartens und vielleicht zur wieder entdeckten Gemüseanpflanzung genutzt.
In Teilen von Giesenkirchen ist das nicht so eine gute Idee. Hier saugt man Schadstoffe mit nach oben, deren Verursacher noch nicht ausgemacht ist. Diese Wasserstellen bergen erhebliche Probleme und können zur Vergiftung der Gärten führen. Die in Kenntnis gesetzten Betroffenen sollten dieses Wasser nicht nutzen!

Gut, dass wir alle fließendes Trinkwasser zur Verfügung haben. Doch haben wir das alle? Wer in den heißen Tagen unterwegs ist, braucht etwas zu trinken. Nicht jeder schleppt ständig eine volle Flasche Wasser mit sich. Unsere Kids auf den Spielplätzen genauso wenig, wie die Älteren, die unbedingt noch unterwegs sein müssen oder wollen. Herz- Kreislaufprobleme bei über 30° sind vorprogrammiert.
Was in unserer Stadt helfen kann, sind öffentliche Trinkbrunnen. Diese sind in vielen anderen Städten schon längst installiert und auch von der EU gefordert. Die NEW ist hier natürlich die erste Adresse. Diese hat sich wieder angeboten, die Installationskosten für die geplanten drei Trinkbrunnen zu übernehmen. Bei der Stadt will man noch abwarten wie genau die Forderungen der EU aussehen. Bei den aktuellen und kommenden Temperaturen sind Trinkbrunnen eventuell lebensnotwendig in manch einer Situation. Handeln ist gefragt.  Geplant ist schon lange genug.